Warum ich keine Beatuybloggerin sein könnte

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21. Oktober 2013 von Evanesca Feuerblut

Es ist mittlerweile eine halbe Ewigkeit her, seit ich für den Artikel über die Geschichte der Kosmetik für die Weltenschmiede ein Bild meiner eigenen Nägel ein wenig bearbeitet habe. Dabei fiel mir vor allem eins auf: Das Leben der Beautybloggerinnen ist alles Mögliche – nur nicht leicht.

Sich anmalen und ein Foto machen – einfach?
 
Keineswegs – ich merke bei meiner eigenen täglichen Schminkroutine bereits, wie schnell etwas schiefgehen kann. Man kann zwar ein wenig herumwischen und so außer Haus gehen, aber um es zu fotografieren und der ganzen Welt zu zeigen, ist das denkbar ungeeignet.
Aber nicht nur das Schminkprozedere selbst muss perfekt sein, um ins Internet gestellt zu werden – auch das Foto davon muss ideal sein. Die Farben müssen genauso aussehen wie auch im echten Leben, damit die Leser sich eine Vorstellung vom Produkt machen können.
Als ich also meinen Blogpost für die Weltenschmiede mit einem eigenen Bild ausschmücken wollte, musste ich erst einmal nach passenden Bildern suchen, die die Kriterien erfüllen.
Nun hatte ich zwar eine Menge Selfies, die lediglich Nahaufnahmen meiner eigenen Augen darstellten, auf dem Rechner – aber keins von ihnen erfüllte die nötigen Kriterien für einen Blogpost. Geschossen waren sie mit einem für heutige Verhältnisse veralteten Handy aus nächster Nähe mit wackliger Hand. (Wobei sie ihren Zweck, als ich sie schoss, durchaus erfüllten, denn ich benötigte sie eigentlich nur, um sie mit dem Bearbeitungsprogramm meines Handys kreativ verändern zu können)
Statt eines AMUS (in Beautybloggerfachsprache „Augenmakeup“) suchte ich also nach anderen geeigneten Fotos.
Und das Einzige, was ich fand, war ein Foto meiner bemalten Fingernägel.
Nun war das Foto relativ scharf und lichtecht – zwei von drei Voraussetzungen erfüllt – aber digital mit Hilfe eines Monsterzooms aus der Nähe betrachtet waren meine Fingernägel alles Andere als perfekt angemalt.
Dennoch gibt es auf dem Blog ein Nagelbild…
 
PhotoImpact hat ein wenig nachgeholfen. Ich habe mit stundenlanger Kleinstarbeit gewischt, geklont, verblendet und sehr umsichtig retuschiert, um die ganzen winzigen Fehlerchen auszumerzen.
Nur: Mit 400fachem Zoom in einem Bildbearbeitungsprogramm wirken die Fehler auf einmal alles Andere als winzig und störten mich gewaltig.
Allerdings muss ich der Wahrheit die Ehre geben – ich hätte meine Nägel weder so perfekt anmalen noch fotografieren können. Oder zumindest keineswegs sowohl als auch.
Zurück zu den Beautybloggern…
 
Ich selbst bin keine große Leserin von Beautyblogs. Weder würde ich all die vorgestellten Produkte kaufen noch nutzen, da ich eine kleine, wenige Produkte umfassende Routine habe und nur ungern experimentiere (beispielsweise gezwungenermaßen, wenn irgendwas nicht mehr im Handel erhältlich ist) noch inspirieren mich die Make-Up-Ideen anderer Frauen zu eigenen kreativen Höhenflügen in der Hinsicht.
Aber ich habe einen riesigen Respekt vor all den Mädchen, die sich täglich beide Beine ausreißen, um anderen Menschen Make-Up-Proben, kreative Schmink-, Frisier-, und Nagellackideen zu zeigen.
Für mich war schon ein einziges Mal Bildernachbereitung bereits viel zu viel und ich hätte nicht den Verve, regelmäßig darüber zu schreiben.
Aber ich ziehe meinen Hut vor denen, die sich das mehrere Stunden pro Woche antun – damit andere Menschen glücklich sind.
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6 Kommentare zu “Warum ich keine Beatuybloggerin sein könnte

  1. Julia sagt:

    Oh ja, dass es Beautybloggerinnen mit guten Bildern nicht gerade einfach haben, habe ich auch schon bemerkt. Die Technik beim Schminken wäre für mich kein Problem, da bin ich in den paar „Styles“, die zu mir passen und die mir gefallen, routiniert genug (würde auf Dauer nur ziemlich langweilig), aber vor dem ganzen Fotokram habe ich höchsten Respekt! Ich bin schon überfordert, wenn ich ein paar Blümchen halbwegs scharf und lichtecht fotografieren soll. Da mein eigenes Gesicht dann noch möglichst vorteilhaft ausleuchten, so dass weder komische Schatten drauf sind noch die eigenen Poren in Übergrösse, damit wäre ich hoffnungslos überfordert. Aber jede Bloggergattung hat eben ihre Tücken, und hinter einem guten Blog steckt in jedem Genre mehr Arbeit, als man auf den ersten Blick denken kann…

    LG, Julia

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    • Da hast du auf jeden Fall Recht! Ich sehe das vor allem in meiner aktuellen, sehr dunklen, Wohnung. Da hätte ich wohl keine Chance, gute Bilder zu machen. Und erst Recht keine von mir selbst ohne fremde Hilfe.
      Da ich meist mit dem Handy fotographiere (da ich die Kamera meist zu Hause vergesse), sind schon meine Außenaufnahmen oft nicht so das Gelbe vom Ei…
      Und ja, jede Bloggergattung ist auf ihre Weise eine Wissenschaft für sich :).

      LG,
      Evanesca

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  2. Aak sagt:

    Hmm… Ein ziemlich kontroverses Thema.
    Ich habe öfters festegstellt, dass Beauty-Blogger früher oder später dazu kommen nebst Schminktipps auch ein oder zwei Posts über Fotografie zu veröffentlichen. Die Beauty muss halt eben nicht nur im Gesicht und in den Haaren stimmen, sondern auch bildtechnisch gesehen 🙂
    Ich persönlich lese sowas nicht, aber ich respektiere es durchaus. Manche lesen lieber lange Posts über aktuelle Themen, das Leben, philosophische Gedanken oder was weiss ich, andere lesen weniger gerne, und haben dafür das Visuelle und Praktische lieber. Selbst wenn eine genaue Anleitung da ist – diese genauen Striche und Farbmuster würde ich niemals im Leben hinkriegen. Von den Haaren ganz zu schweigen.
    Auch das ist eine Kunst für sich.
    Was ich jedoch überhaupt nicht wertschätze, sind diese Blogger, die jeden Tag ein neues, verwackeltes oder geklautes Bild posten mit zwei Sätzen à la „heute war ein schöner Tag“. Ich schätze mehr diejenigen, die auch tatsächlich etwas kreatives leisten.
    Aber jedem das Seine 🙂
    Ich finde es toll, dass du darüber geschrieben hast und auch selbst da „reingeschnuppert“ hast. Man kann erst wirklich über etwas urteilen, wenn man es selbst erlebt hat. Und das hast du.
    Schminkst du dich selbst oft? Und wie? Und was genau hat dich überhaupt inspiriert diesen Post über die Kosmetikgeschichte zu schreiben? Würde mich echt mal interessieren 🙂
    Eine Umarmung für dich ♥

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    • Stimmt, kontrovers ist es auf jeden Fall – denn natürlich neigen viele „Textblogger“ dazu, die Bilderbranche ein wenig schräg anzusehen. Aber gerade durch eine bestimmte Bloggerin habe ich immer wieder mitbekommen, wie wichtig gute Fotografie bei sowas ist.
      Ich bin auch keine große Beatuy-Leserin, schlicht und ergreifend, weil ich nur 5 Lidschatten und ein Rouge habe, damit lassen sich die ganzen komplizierten Dinge ohnehin nicht nachmachen. Ich lese lieber Bücherblogs oder „Philosophische Gedanken über alles und nichts“ :).
      Verwackelte Bilder sind mäh. Egal in welchem Genre jemand bloggt. Wenn ich welche mache, dann lade ich sie nie hier hoch.
      Ich schminke mich fast täglich (außer zur Uni, da nur, wenn ich nicht zu früh raus muss) und meine Routine ist sehr simpel. Eine-bis zwei Farben Lidschatten, etwas Wimperntusche, Rouge, Lipgloss in der Farbe meiner Laune. Wer darüber bloggt, legt sich selbstredend mehr ins Zeug :).
      Inspiriert zu dem Post wurde ich aber durch ein R2D2-Make-Up, das auf Google+ kursierte. Es ist wunderschön und ich MUSSTE einfach über sowas schreiben :).
      😀

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      • Julia sagt:

        Jetzt musste ich gleich mal googeln, was du mit R2D2-Make-up meinst, denn darunter konnte ich mir absolut nichts vorstellen. Und ja, das sieht wirklich toll aus und übersteigt nicht nur meine Vorstellungskraft, sondern auch mein handwerkliches Geschick und meine Geduld bei weitem…

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