Rechenschaft – ein Jahr später – Teil 1

Ich gebe zu, mein Leben war sehr turbulent in letzter Zeit. Ich habe viel erlebt, viel geschrieben, gezeichnet, getan und gebloggt. Was ich aber völlig vergessen habe, sind die (eigentlich als wöchentliche Aktualisierung geplanten) Rechenschaftsberichte. Der letzte ist jetzt 13 Monate her und zu meiner Schande muss ich gestehen, auch nicht wirklich gewissenhaft protokolliert zu haben, was ich alles getan habe. Vieles musste ich aus dem Gedächtnis nachtragen und ich bin mir sicher, dass ich viele Lücken gelassen habe. Entsprechend wird das hier mal wieder eine mehrteilige Geschichte, dazwischen werde ich aber versuchen, andere Dinge zu posten.

Meine reißzähnigen Kinder

Ich habe für das G-Projekt eine umfangreiche Liste mit fehlenden Szenen angefertigt und ausgedruckt. Außerdem habe ich eine Kopie der Liste auf Evernote zwischengelagert. Drei dieser Szenen habe ich nun handschriftlich geschrieben und abgetippt. Einige weitere Szenen sind in Evernote entstanden, sodass ich einige der Pflichtszenen abhaken konnte, während einige völlig ungeplant hinzukamen. Dazu gehört unter anderem auch ein Telefonat und ein SMS-Gespräch. Es zeichnet sich immer stärker ab, dass das G-Projekt keine wirklich festen Formen haben kann und wird.
Auch wenn ich vor einigen Monaten jedem der Protagonisten eine bestimmte Form, Perspektive und einen bestimmten Erzähler beigegeben habe, heißt das nicht, dass ich innerhalb der selbstgesetzten Grenzen nicht variieren kann. Und das werde ich ausnutzen. Gerade über T., seine Prämisse und seine Taten habe ich sehr lange und gründlich nachgedacht, fruehstuecksflocke sei dank, der ein sehr kritischer Betaleser ist und T. regelmäßig auf Logikfehler untersucht.
Einen Text über S. aus dem G-Projekt habe ich außerdem bei einem Wettbewerb eingereicht. Dafür, dass man dem Text auch nach mehreren Änderungen meinerseits noch stark ansieht, dass er zu etwas Größerem gehört und ich anscheinend an einer Stelle doch noch verpasst habe, hier und da eine beiläufige Erklärung einzufügen, schneidet er bisher recht gut ab. Ob ich ihn im Roman selbst nutzen kann/will/werde, weiß ich aber noch nicht. Um ehrlich zu sein schließe ich es nicht mehr ganz aus, das Fragment in irgendeiner Weise zu verwerten, es ist mir doch ans Herz gewachsen.
Für S. habe ich außerdem angefangen, Charakterkämpfe im Forum „Die Tore von Chrono“ auszutragen, stagniere jedoch seit vielen Monaten bei Kampf drei und komme einfach nicht weiter. Thema: Ängste. Vielleicht kommt mir noch die entscheidende Idee…
Vor bald einem Jahr habe ich außerdem mal wieder eine Zeichnung von S. angefangen, jedoch irgendwie nie vollendet. Keine Ahnung, wieso – ich war recht zufrieden damit, wie S. auf dem Bild geworden ist. Um ehrlich zu sein weiß ich nach meinen weiteren Umzügen aber auch gar nicht, wo das angefangene Bild liegt.
Außerdem habe ich etliche Szenen in den yWriter und ins OpenOffice-Dokument eingefügt. Und ich stelle fest, dass ich auf meine Patchworkweise mittlerweile doch eine recht ordentliche Textmenge beisammenhabe. Ohne die Szenen, die ich noch nicht datieren konnte, sind es 65 Normseiten, Tendenz steigend.
Ich weiß immer noch nicht, ob die Fortsetzung des G-Projekts jemals die Form erreicht, in der ich sie veröffentlichen kann und will. Das hat mich nicht daran gehindert, zwei Szenen sogar auf Taschentücher zu schreiben, da mir kein anderes Schreibgerät zur Verfügung stand. Eins der Taschentücher habe ich mittlerweile abgetippt, ein anderes jedoch blieb lange verschollen und ich fand es viel später rein zufällig in meiner Handtasche. Allerdings kam ich noch nicht dazu, es abzutippen. Dabei ist die Szene wichtig und ich habe einmal gegenüber einem Betaleser unabsichtlich auf sie Bezug genommen, um verwundert festzustellen, dass der Leser sie gar nicht kennen konnte.

Völlig überraschend habe ich beim Kramen in meinen Unterlagen eine alte, nie fertiggestellte Szene mit S.D. gefunden. An der habe ich noch ein wenig herumgekritzelt, habe jedoch nicht die Zeit gefunden, sie abzutippen. Vielleicht tue ich das noch in einigen Wochen. Und wo ich schon mal wieder etwas mit S.D. in der Hand hatte, habe ich auch eine Entwicklungsprämisse für „iWv“ aufgestellt. Das Problem an „iWv“ ist aber nach wie vor, dass das einzige Material, das ich zu diesem Roman habe, vier unvorstellbar schlecht geschriebene Kapitel sind, die aus einem (relativ willkürlichen) Zusammenschnitt von Ein-Satz-Kapiteln entstanden sind. Das erste Kapitel wurde immerhin vor bald vier Jahren einmal sehr gründlich verrissen und danach überarbeitet, aber die Überarbeitung fängt quasi mit Adam und Eva an und die restlichen Kapitel passen nicht zu dem, was ich danach geschrieben habe.
Ich überlege, „iWv“ einfach irgendwann auf Basis dessen, was ich habe, komplett neu anzufangen und mir gründlich Notizen zu Überschneidungen mit anderen Werken zu machen. Man kann nicht einfach etwas weiterschreiben, was 2006 angefangen wurde und wo sich seitdem die Rahmenbedingungen des Canons so geändert haben, dass Vieles schlicht nicht mehr stimmt.
Geholfen hat mir hier auch die sehr gründliche Korrektur von Angela, mit der ich über das erste Kapitel reden konnte. Das gab mir sehr viele Impulse dazu, wie es weitergehen kann.

In letzter Zeit geht mir mal wieder sehr oft [U] durch den Kopf. Eine Episode, bei der Y. mit ihrer Schwester über eine Verschwörung spricht, habe ich erst per Hand geschrieben, dann beim Abtippen ergänzt und mittlerweile in den Handlungsverlauf von [U] eingefügt. Das waren 579 neue Wörter für [U].
Außerdem habe ich bei diesem Projekt auch chronologisch weitergeschrieben (nicht nur Szenen zwischendrin reingewurstelt) und 572 Wörter geschrieben, bei denen die Hochzeit der Schwester von Y. thematisiert wird.
Vor allem aber entstanden sehr viele Stichpunkte zur Struktur. Ich weiß jetzt zumindest sehr vage, wann der zweite Handlungsstrang einsetzt und habe ihn vorerst in einem separaten Dokument sogar bereits angefangen zu schreiben. Im Moment aus der Sicht von E. Dazu kommt, dass ich ohnehin ein uraltes, französischsprachiges (!!!) und in vielerlei Hinsicht nicht mehr aktuelles Dokument gefunden habe, in dem ich ebenfalls etwas aus der zweiten Storyline niedergeschrieben habe. Mich erstaunt und entsetzt doch ein wenig, wie alt die Grundideen für einige Projekte sind. Da ich noch genau weiß, welcher Französischlehrerin ich den Text gezeigt habe und in welcher Klasse ich bei ihr Unterricht hatte, kann ich den Text recht präzise auf 2006/2007 datieren. Damals waren die ersten Zeilen von [U] selbst (das ich 2009 oder 2010 anfing) nicht mal ansatzweise in meinem Kopf und Vieles habe ich im Nachhinein verändert. Einiges von damals kann ich jedoch sehr gut noch verwerten.
Vor Kurzem habe ich außerdem die Episode geschrieben, in der Y. ihre telepathischen Kräfte entdeckt und mir dazu einige handschriftliche Notizen gemacht. Die Episode selbst ist mittlerweile in den Handlungsverlauf eingefügt, mit einer Farbe versehen und im Dokument weitergeführt worden.

Inspiriert von den wunderschönen Dialogen in Bram Stokers „Dracula“ (das ich im August ausgelesen habe) entstand (demzufolge ebenfalls im Juli/August 2013) ein Fragment, das aus L’s Sicht ist und ca. 10 Jahre vor der Verwandlung von G. einsetzt. Es beschreibt eine tragische Geschichte, die im Grunde genommen auch für sich allein stehen könnte und thematisiert die Frage, inwieweit es einem Vampir eigentlich zusteht, Freundschaften zu Sterblichen aufzubauen, wenn sie diesen Sterblichen wirklich gut gesinnt sind. Denn im Endeffekt muss diese Freundschaft den sterblichen Freund zerstören.

Last but not least widmete ich meiner allerliebsten Gruppe von fangzähnigen Kindern den ganzen November – im NaNoWriMo schrieb ich eine Art Weihnachtsnovelle, die zahlreiche Charaktere bei einem gemeinsamen Fest vereint. Ob ich das jemals veröffentliche, ist fraglich – aber es hat großen Spaß gemacht.

An dieser Stelle breche ich vorerst ab – es sind beinahe 1.200 Wörter Blogpost nur über diesen einen Canon geworden. Sobald ich dazu komme, schreibe ich mehr darüber, wie es meinen anderen Schreibprojekten ergangen ist und was ich in der Zeit gelesen habe.

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