Rechenschaft – Ein Jahr später – Teil 2

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7. Mai 2014 von Evanesca Feuerblut

Im Moment geht es bei mir sehr turbulent zu. Ich habe mehrere Bücher gewonnen oder als Leserundenbuch erhalten – fast schon mehr als sogar ich lesen kann, da ich auch Unilektüre habe, aber irgendwie kriege ich das schon gedeichselt…
Am Meisten beschäftigt mich emotional momentan die Situation in der Ukraine. Ich habe mir, als das Ganze angefangen hat, kurz überlegt, darüber zu bloggen und es damals schon nicht getan. Wieso? Weil ich bald nicht mehr durchgeblickt habe, wer da für oder gegen wen eintritt und keinen völligen Blödsinn bloggen wollte. Mittlerweile will ich hier nichts darüber schreiben, da die Ereignisse zu schmerzhaft sind. Meine Geburtsstadt ist betroffen, es gibt Tote. Darüber kann und will ich nicht schreiben, jedenfalls im Moment nicht.

Darum habe ich beschlossen, diesen Blogpost etwas „Fröhlichem“ zu widmen (wer meine Romanprojekte kennt, wird jetzt grinsend „der war gut“ nuscheln…). Heute gibt es Fortschritte aus der bunten Welt meiner…

Magier

Ich habe mehrere neue Ideen für den Hauptroman, an dem ich hauptsächlich arbeite (in Bezug auf den Magiercanon jedenfalls), die teilweise in skizzierter Form sogar irgendwo existieren:

D. besucht zusammen mit der Antagonistin die zweite Protagonistin G. in den Ferien zwischen zwei Schuljahren. Dabei spricht A. G. auf die Ungerechtigkeiten an, die ihr widerfahren sind und versucht, G. auf die „dunkle Seite“ zu ziehen. Allerdings zeigt G. sich recht resistent gegenüber den „Wir haben Kekse!“-Sprüchen von A.

Der zweite Plot wurde vor ca. einem Jahr tatsächlich als „in Planung“ notiert, mittlerweile handelt es sich dabei jedoch um eine fertige und dank vieler fleißiger Betaleser fünf oder sechs Mal überarbeitete kleine Romanze. Die Geschichte spielt etwa zehn Jahre vor dem Hauptplot und erklärt, wie die Mutter von D. mit ihrem Geliebten zusammenkommt. Das Geschichtlein soll unabhängig vom Roman gelesen und verstanden werden können.
Die Ursprungsfassung entstand noch auf meinem treuen BlackBerry (R.I.P.), überarbeitet wurde dann am Laptop und ich hatte am dreißigsten September die (vorläufige) Endfassung davon erstellt.

Einige Szenen habe ich lediglich gedanklich bebrütet, darunter auch das Ende der Geschichte, in der D. und G. die Protagonisten sind. Ich weiß recht genau, wer stirbt und bei einigen habe ich auch schon die sehr dramatischen Szenen recht genau im Kopf, spiele aber noch ein paar Varianten durch, ehe ich sie aufschreibe.  Außerdem D.’s Reaktion auf einige Weltherrschaftspläne meiner Antagonistin, einige philosophische Gedanken von G. zum Thema „Leute töten“ und eine schöne Konfrontation zwischen der Antagonistin und der Schulleiterin. Das Problem an letzterem Dialog ist, dass ich es (noch) nicht hinkriege, dass es sich nicht wie der Dialog von Anakin und Obi-Wan anhört.
(Ich hätte mich dagegen wehren sollen, mir StarWars anzuschauen)

Der Haartrachtenartikel, von dem schon vor einem Jahr die Rede war, ist fertiggeschrieben. Aber ich habe ihn nicht abgetippt, da ich noch keine Ahnung habe, wie ich es mit der Bebilderung lösen soll. Ich habe zu vielen Frisuren eine Zeichnung gemacht und momentan spinnt unser Scanner. Aber der Text bezieht sich permanent auf die Bildchen. Und außerdem weiß ich momentan nicht, wo ich das Notizheft mit dem Artikel habe.

Kapitel  0 – ja, ich bin trotz monatelanger, mittlerweile jahrelanger Arbeit an der Welt beim Schreiben immer noch beim nullten Kapitel – wurde noch mal ein wenig länger. So langsam nähern wir uns Kapitel eins, hoffe ich… Das Problem ist, dass ich immer noch mehr damit beschäftigt bin, mir Orte auszudenken und Pflanzen und andere Dinge zu definieren, als mit dem wirklichen Schreiben. Aber passt schon. Immerhin habe ich erst vor ein paar Tagen sieben Normseiten Handlung abgetippt und habe jetzt insgesamt 35. Was für ein Kapitel fast schon zu lang ist, aber darüber denke ich erst nach, wenn es fertig ist.

Außerdem habe ich eine recht brutale Szene mit A. geschrieben – brutal weniger wegen der rohen, physischen Gewalt, eher wegen der psychologischen Implikationen. Nur so viel: Ich wurde ein wenig von den Gesetzen der alten Römer inspiriert und so spielt beim Tod von A.’s Schwester ein Dolch eine große Rolle. Außerdem habe ich mich daran versucht, Fantasiesprachensätze direkt in die Dialoge einzubauen und mich an der Stoa anzulehnen. Bin mir nicht sicher, ob das funktioniert hat, aber man will es probiert haben :).

Ich habe angefangen, mich mit einer Figur auseinanderzusetzen, die ich hier mal L. nenne – ironischerweise zäune ich das Pferd von hinten auf und betrachtete unter anderem ihren Tod und einige Ereignisse davor, die aber Jahre nach der Handlung in Kapitel 0 spielen. Ich sollte demnächst eine Zeichnung von ihr anfertigen, komme aber nicht dazu.

Im Januar habe ich eine Vorgeschichte angefangen, in der ich erzähle, wie es zur Heirat zwischen D.’s Eltern kommt. Es ist keine schöne Geschichte und sie ist noch nicht ganz fertig.

Irgendwann fiel mir mal auf, dass ich gar keine Ordner für Mythologie und Religion habe. Die mussten angelegt werden.

Und natürlich wäre ich nicht ich, wenn mir ein großes Hauptprojekt (und ein paar kleine Prequels und Sequels) genügen würde in einem Canon. Also habe ich schon mal gedanklich über eine Geschichte im selben Universum, aber vor vielen Jahrhunderten spielend, gemacht. Und da meine Gedanken recht produktiv waren, auch schon mal ein paar Schnipsel geschrieben und ein sehr grobes Outlining gemacht.

Und bei einer anderen Geschichte weiß ich nicht genau, ob sie vor oder nach meinem Roman über die Geschichte von D. spielt – ich weiß nur, dass es um eine Studentin geht und wie diese heißt.

Für Angelas Forum schreibe ich außerdem eine Geschichte, die ich irgendwann in den Hauptroman einarbeiten will. Im Moment aber läuft sie noch einzeln und unter dem Hashtag #schreibindenmai twittere ich gelegentlich meinen Wordcount. Das Schreiben macht auf jeden Fall Spaß und ich habe schon ein Viertel des Wordcounts erreicht, aber noch mehr als 3/4 Monat übrig :).

Was macht ihr, um eure Projekte nicht verfasern zu lassen? Gibt es bei euch auch Geschichten, die eher weltenbaulastig sind? Wollt ihr mir für #schreibindenmai die Daumen drücken? Schreibt mir!

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2 Kommentare zu “Rechenschaft – Ein Jahr später – Teil 2

  1. AAK sagt:

    Du bist Ukrainerin?
    Ich war bei den ersten Sätzen zuerst etwas (positiv) überrascht, da normalerweise die Leute sich für dieses Thema überhaupt nicht interessieren, obwohl es absolut aktuell ist. Finde ich absolut ignorant, wenn du mich fragst aber – nun gut. Dass deine Geburtsstadt betroffen ist, macht es für dich nur noch schlimmer. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich reagieren würde wenn so etwas meiner Heimatstadt (die liegt in Litauen – bin ebenfalls erst mit 6 in die Schweiz gekommen) widerfahren würde. Muss echt schrecklich sein! Das tut mir unglaublich leid!
    Ich habe in der Schule Russisch als Schwerpunktfach und wir haben ziemlich lange und ausführlich mit unserem Lehrer darüber diskutiert. Sein Unterricht ist anstengend, aber es gibt niemanden, der sich mit Geschichte und Politik besser auskennt als er. So erfährt man etwas mehr, als nur die in den Zeitungen geschilderten Fakten. Aber ich will auf keinen Fall etwas Falsches schreiben – also lasse ich es mal.
    Es ist wahrscheinlich keine grosse Hilfe für dich, aber die Ereignisse in der Ukraine berühren mich auch. Vielleicht, weil wir auch in der Familie einige ukrainische Wurzeln haben oder Litauen der Ukraine kulturell schon immer nahe stand, aber ich bin auf jeden Fall mit den Gedanken dort. Konflikte mit solchen Folgen sollte es im 21. Jahrhundert eigentlich nicht mehr geben. Lass den Kopf nicht hängen!

    Und zu dem etwas „Fröhlichem“:
    Deine Ideen klingen auf jeden Fall toll! Unglaublich, wie viele Einfälle und Hintergründe du hast. Dass man mehr Zeit mit den Hintergrundinformationen und dem Planen verbringt, ist jedoch absolut normal. Mach dir da keinen Kopf.
    Ich habe als Abschlussarbeit ebenfalls einen Fantasyroman geschrieben und habe eine ganze Mappe voller Informationen und Stammbäumen, die in der Geschichte gar nicht erst vorgekommen sind. Aber es hilft unglaublich sie zu kennen – dann schreibt es sich viel authentischer. Auf jeden Fall will ich es dann unbedingt lesen, wenn es fertig ist 🙂

    Dieses schreibindenmai erinnert mich irgendwie sehr an den NaNoWriMo – solche „Zähl die bereits geschriebenen Wörter“ Dinge sind immer sehr inspirierend und motivierend 🙂

    Gefällt mir

    • Jep, in der Ukraine bzw. wirklich in Odessa geboren und mit sechs nach Deutschland ausgewandert.
      Entsprechend schmerzhaft war es für mich, die ganze (völlig undurchsichtige) Sache zu verfolgen. Auch Telefonate und Mailwechsel mit Familienmitgliedern/Freunden, die dort leben, haben oftmals keine Klarheit gebracht, was genau dort eigentlich geschieht (weshalb ich ja darauf verzichtet habe, darüber zu bloggen – eben weil die Gefahr so groß ist, dass ich Unsinn erzähle). Es gibt unendlich viel Propaganda (aus allen möglichen Ecken), die die Ukrainer selbst verwirrt – die Einen sind geneigt, mehr den prorussischen Quellen zu glauben, andere bevorzugen widerum die Informationen aus den Kreisen der Separatistenbefürwörter (so gut wie jede ukrainische Großstadt will ja im Moment die Unabhängigkeit erklären) und so weiter.
      Vermutlich sind die Menschen nicht mal so sehr desinteressiert – sie blicken einfach nicht durch. Wenn schon die Einheimischen nicht durchsehen, wie sollen das Menschen schaffen, die von außen aufs Land schauen und etwas zu ergründen versuchen?

      Litauen? Ich habe litauische Wurzeln (die Vorfahren meiner Ururgroßeltern väterlicherseits müssen irgendwann um 1890 herum aus Litauen in die Ukraine eingewandert sein, erkenne ich am Mädchennamen meiner Großmutter 🙂 ), die allerdings reichlich verbuddelt sind. Dennoch hat mich immer das Land und vor allem die Sprache fasziniert. Kannst du sie?
      (Um die Gegenfrage vorwegzunehmen ^^: Meine Muttersprache ist Russisch und Ukrainisch verstehe ich recht rudimentär, kann aber fast kein Wort sprechen.)

      Und du hast Recht – sowas sollte in unserer Zeit nicht mehr passieren. Ich hoffe, das Land hat bald den wohlverdienten Frieden.

      Als Abschlussarbeit einen Fantasyroman? Wenn ich sowas nur an der Uni tun könnte, das wäre mein Traum. „Bachelorarbeit? Innerhalb von sechs Wochen einen philosophischen Schulroman in englischer Sprache schreiben“ – das wäre schöööööööööön, bleibt aber wohl Wunschdenken :(.

      Bis es fertig ist, werden wohl Jahre vergehen, aber dann will ich es auf jeden Fall einem Verlag anbieten. Die Zahl an Zeichnungen, Hintergründen, Verwandtschaftsgraden, Sachartikeln für Geschichtliches, Flora und Fauna… args. Die Materialmenge erschlägt mich *g*. Daher kann ich mir deine dicke Mappe gut vorstellen :).

      Beim NaNoWriMo habe ich letztes Jahr ja auch mitgemacht (und sollte endlich mal darüber bloggen, aber ob es jetzt, ein halbes Jahr später, noch jemanden interessiert? :/ ) und da habe ich das Prinzip auch her. Es motiviert wirklich sehr 🙂

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