Meine erste Schreibnacht und andere Kuriositäten

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21. April 2015 von Evanesca Feuerblut

Inzwischen habt ihr vermutlich eins mitbekommen – auch wenn ich durchaus diszipliniert genug bin, um mich auch ganz alleine täglich hinzusetzen und meinen Wordcount (fast) täglich auch zu schaffen, schreibe ich viel lieber im Rudel. Zusammen schreibt es sich einfach viel motivierter und kaum etwas ist motivierender, als mehr geschrieben zu haben als jemand anders. Da klickt sich Facebook und Co. fast wie von selbst weg.

Was ist eine Schreibnacht?

Ins Leben gerufen von Jennifer Jäger, handelt es sich um einen monatlichen Write-In. Um 20 Uhr beantwortet eine Person aus dem literarischen Leben (Autoren, Illustratoren, Verleger etc. waren schon zu Gast) die Fragen der Forenuser. Ab 21 Uhr wird dann in Etappen à 50 Minuten geschrieben (21:00 bis 21:50, 22:00 bis 22:50 etc.), die zehn Minuten dazwischen werden genutzt, um sich im Schreibnacht-Forum auszutauschen, Wordcounts zu vergleichen und die Fragen zu beantworten, die die Veranstalter in jeder Schreibnacht an die teilnehmenden Autoren stellen.
Schreiben darf man im Rahmen der Schreibnacht an allem – vom aktuellen Romanprojekt über Kurzgeschichten bis hin zur Seminararbeit. Hauptsache, man ist Teil der Community und schreibt.

In der Praxis ist das nochmals ein gutes Stück bunter und quirliger, als in der Theorie – schon mal damit angefangen, dass zu Beginn der Schreibnacht so viele Schreibwütige vor Ort waren, dass wir den Server lahmgelegt haben und die arme Jennifer das Ganze 20 Minuten lang offline nehmen und auf einen anderen Server umziehen musste.

Bis Mitternacht brachte ich dann tatsächlich 1.546 Wörter zu Computer (zu Papier wäre ja nicht ganz der Wahrheit entsprechend) und nach Mitternacht schrieb ich noch eine Weile weiter, wenn auch nicht gerade bis 3:00 – das war mir dann doch etwas zu lang.

Mein Roman ist…

… groß geworden.

Ich habe gerade eben das dritte Viertel des ersten Bandes meiner Trilogie beendet – sodass der Roman momentan 421 Normseiten lang ist. Und noch mal ca. 120 bis 160 Seiten brauche ich für das letzte Viertel, vielleicht auch mehr. Dafür werde ich vermutlich etwas mehr als einen Monat brauchen, dann ist der erste Band der Trilogie fertig.

Unter die Worte „Teil 4“ schrieb ich auch die Zahl 111 – das bedeutet, dass der bisherige Roman 110 Kapitel hat. 110 Kapitel bedeutet auch 110 Perspektivenwechsel. Allein im Reihenauftakt kommen bestimmt zehn Leute zu Wort, nachgezählt habe ich es allerdings nicht. Müsste ich mal.
Nun staune ich, weil ich das gemacht habe. Früher, da hatte ich wenn es nicht für die Schule oder sehr kurz war, doch schon große Probleme, auch nur eine zehnseitige Kurzgeschichte zu beenden…

Was mich außerdem erstaunt (und wenig mit dem Schreiben zu tun hat)

Ich habe am Sonntag zum ersten Mal im Leben auf einem Flohmarkt ein sogenanntes „Bootleg“ in der Hand gehalten – genauer gesagt fiel mir eine GameboyColor-Cartridge in die Hände, von der ich genau weiß, dass sie eigentlich nicht existiert: „Pokémon Ruby Edition“.
Natürlich gibt es Pokémon Rubin und im Moment wird diese Generation mit den Editionen „Omega Rubin“ und „Alpha Saphir“ neu aufgelegt. Aber wer sich ein bisschen mit den Spielen auskennt, weiß, dass es Rubin, Saphir und Smaragd im Jahre Schnee für den GameBoy Advance gab – nicht für den GameBoy Color ;-).Prompt ließ ich mir ein Testgerät geben, um mir diese „Sonderedition“ anzuschauen. Die Cartridge ist pink, der Sticker sieht auf den echten Blick echt aus und ist sehr gut gemacht. Beim Starterbildschirm handelt es sich um den Text, der zu Beginn einer älteren Pokémon-Folge auf Englisch eingeblendet wurde, aus den älteren Staffeln.
Leider geht es nicht weiter – das ganze Spiel besteht nur aus dem Starterbildschirm, es folgt kein Menü, gar nichts. Das ganze Ding gefriert einfach.
Aber auch wenn es kein vollwertiges Spiel war – soetwas hatte ich noch nie in der Hand und dementsprechend aufregend war es für mich, auch mal so eine Edition gesehen zu haben.
Vielleicht wird irgendwann jemand diesen Text lesen und eine CreepyPasta über die geheime Ruby-Edition schreiben… Wer weiß…

Wäre eine Schreibnacht auch etwas für euch? Oder – Alternativfrage: Habt ihr schon mal so ein gefälschtes Videospiel in der Hand gehabt?

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15 Kommentare zu “Meine erste Schreibnacht und andere Kuriositäten

  1. Sam sagt:

    Oh ja, selbst auf der Retrobörse, die ich oft besuche, sieht man hin und wieder Bootlegs. Gerade für Handhelds sollte man immer jemanden dabei haben, der eins der Geräte hat um testen zu können. Das erspart einem den Ärger nach dem Kauf 😉
    Die Schreibnacht klingt wirklich gut, so was müsste es in der Nähe geben, dann würde ich auch mitmachen 😀

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    • Stimmt, sollte man eigentlich – aber ich bin da ganz ehrlich, obwohl ich fast jeden Sonntag auf einen Flohmarkt fahre, denke ich sehr selten daran, meinen GBA vorher zu laden und einzupacken :/. Das sollte ich mir irgendwann mal angewöhnen, die Händlerin war überhaupt nicht begeistert, dass wir testen wollten, mit der Begründung „Dann wollen alle die kleinen Kinder mal spielen“.
      Wir sind aber keine kleinen Kinder ^^.

      Die Schreibnacht ist virtuell, es sitzt also jeder vor seinem eigenen Rechner, es gibt aber auch reale Treffen der Forenmitglieder.
      Vielleicht ist auch mal eins in deiner Nähe :).

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  2. Ich kann irgendwie diese Geschichte mit der Schreibnacht nicht nachvollziehen. Ich zumindest, für meinen Teil, kann nur schreiben, wenn der Kopf dafür frei ist und wenn sich mein seelischen und körperlicher Zustand entsprechend angeglichen ist. Mag auch auch an dem körperlich und seelisch harten Job liegen … Davon abgesehen, dass sich die meisten meiner Geschichtchen beim schreiben entwickeln, ohne Planung. Mit Planung bekomme ich einfach nichts hin 😉

    Nebenbei noch angemerkt: Einen schönen Blogger-Kommentier-Tag wünsche ich 😉

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    • Hallo!
      (Bei DEM Nicknamen muss ich sofort rüber auf deinen Blog und schauen, was es da zu lesen gibt 😀 )
      Es ist ja nie etwas, das für alle passt. Wenn Schreiben für dich vor allem ein Hobby ist, vor allem für dich selbst und du nur dann schreibst, wenn du dich danach fühlst, ist das völlig okay.
      So halten es viele Leute.
      Bei mir ist das ein bisschen anders, langfristig möchte ich irgendwann mit dem Schreiben was verdienen, professionell sein, Romane verkaufen. Ein Roman wird aber nicht fertig, wenn ich jedes Mal auf eine Eingebung und perfektes Wohlbefinden warte, bis ich mal schreibe. Das habe ich in den letzten Jahren auf die harte Tour gelernt, als ich merkte, dass ich seit Jahren herumwerkle und bis auf MV kein Romananfang wesentlich über 30 Seiten hinausgekommen ist, auch nach 7 Jahren und mehr.
      Seit ich mich also diszipliniere und an Schreibnächten, CampNaNoWriMo und anderen Vielschreibergelegenheiten teilnehme (und darüber hinaus täglich ein Mindestsoll vornehme), habe ich innerhalb von vier Monaten mehr geschafft, als vorher in vielen Jahren.
      Das gibt mir zu denken :D.
      Was Planung angeht, habe ich auch nur gaaanz grobe Fixpunkte und der Rest kommt spontan. Manchmal schmeißt mir das Spontane alles um und ich muss mich erstmal wieder rausschreiben xD

      Jetzt schaue ich aber mal in deine Geschichten an.

      Und dir ebenfalls einen schönen Kommentiertag!

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      • Das Problem ist eben, selbst nach Stichpunkten zu schreiben verdirbt mir irgendwie die Lust an der Kreativität. Artikel für Magazine sind da schon was anderes, da geht es ums Geld und um das, was Leser wissen wollen und sollen 😉

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        • Nach Stichpunkten schreibe ich aber auch ungern, weil ich dann dazu neige, sie stumpf abzuhaken und dann wird der Text eher bäh…
          Statt dessen habe ich im Roman Stationen, die aber ziemlich weit voneinander entfernt sind. Beispielsweise „Romanabschnitt 4: K. hat inzwischen zwei Kinder und ist totkrank, es gibt eine Verschwörung und meine Prota erzählt ihre Lebensgeschichte“. Reihenfolge, andere Ereignisse, sonstige Ereignisse etc. sind aber spontan :).

          Magazinartikel sind eine Wissenschaft für sich, glaube ich. Auf der Weltenschmiede haben wir sowas Ähnliches (als Onlinemagazin und für lau), aber natürlich ohne den Anspruch, auch wirklich unbedingt regelmäßig liefern zu müssen. Alles freiwillig und im Zwei-Leute-Team.
          Professionell ist das wohl noch mal eine ganz andere Schiene und ich finde es cool, wie viele Artikel du unter die Leute gebracht hast!

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  3. Ancamnah sagt:

    Das hat mich gerade an den NANOWRIMO erinnert. Ist auch so ein von der Community unterstütztes Schreibdings. Und soweit ich weiss, machst du da auch immer mit, oder? Finde ich faszinierend. Ich kam irgendwie noch nie dazu, bei sowas mitzumachen, aber du bist echt gut im Motivieren! 😀
    Und Perspektivenwechsel sind eine Kunst für sich. Entweder sie sind verwirrend und man kommt überhaupt nicht mehr mit, oder im Gegenteil: Sie machen alles nur noch spannender. Und weisst du was? Ich bin zu 100% überzeugt, dass bei dir Letzteres der Fall ist 😀

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    • Camp NaNoWriMo ist ja der NaNoWriMo, nur mit selbstgewählter Wortzahl und einem etwas anderen Freundschaftssystem – da nehme ich diesen Monat auch wieder teil :D.
      Ob ich es im November schaffe, am NaNoWriMo teilzunehmen, weiß ich noch gar nicht, aber ich hoffe es und… wenn du mal mitmachst (und sogar wegen mir <3), sag unbedingt Bescheid *-*
      Naja, ich löse die Perspektivewechsel recht simpel, weil bei mir immer der Name des aktuellen Perspektiventrägers über dem Kapitel aus seiner Sicht steht. Garantiert verwirrungsfrei 😀

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  4. Ich hatte die Werbung für die Schreibnacht gesehen und es klang auch wirklich interessant, aber da ich momentan leider in einem kreativen Loch stecke hat sich mitmachen für mich nicht gelohnt…
    Vielleicht hab ich ja bei einem der nächsten Mal wieder genug Energie, um mich mit dem Schreiben zu befassen.
    In den Fingern juckt es mich ja zumindest schon wieder was aufzuschreiben und Ideen sind genügend da.

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