Unparallel Band 1 von 3 ist fertig

Wer mir bei Twitter oder Facebook folgt, der weiß es vermutlich längst – ich habe Band 1 meiner Trilogie vollendet und auch wenn ich bereits mitten in den Vorbereitungen zu Band 2 stecke, fühlt es sich für mich immer noch sehr merwürdig an, dass mir Word 1 Seite Dokument anzeigt – und nicht über 500, wie es mir die letzten Tage entgegenleuchtete.

Das letzte Mal, dass ich die Urfassung eines Romans vollendet habe und „Ende“ irgendwo drunterschreiben konnte, ist fast sechs Jahre her. Zu lange, um noch auf Erfahrungswerte zurückgreifen zu können in Fragen wie „Wie fühlt sich das an“ und „Wie gehe ich damit um“.

Wenn man die Vorarbeit nicht mitzählt (für die ersten 30 Seiten + ca. 60 Seiten Vorarbeit habe ich halb ewig gebraucht), habe ich im Prinzip einen ganzen Roman innerhalb von so ziemlich genau 6 Monaten geschrieben. Weder habe ich jemals so schnell einen längeren Prosatext vollendet, noch habe ich jemals zuvor einen so langen zusammenhängenden Prosatext geschrieben – die Rohfassung ist 554 Seiten schwer.

Wie fühlt sich das an?

So komisch es klingt, ich habe keine Ahnung, wie es sich anfühlt. Ich habe keine Ahung, wie es sich anfühlen soll.
Im Dezember habe ich ein Manuskript verlagsfertig gemacht – also es so lange verbessert, bis ich mit gutem Gewissen ein Exposé vorbereiten und es einreichen konnte.
Das war anders – geschrieben war das Werk bereits und auch wenn ich damals sehr zufrieden mit mir und sehr dankbar meinen Betalesern gegenüber war, waren das andere Emotionen als jetzt.
Die jetzt kann ich nicht einordnen.

Was nun?

Langsam reift die euphorische „Ich hab was fertig“-Stimmung zu einem handfesten Motivationsbooster heran. Auch wenn ich mir selbst gesagt habe, dass ich es langsam angehen will und im Moment versuche, liegen gebliebene Ausschreibungstexte, Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben, ist der neue Roman auch schon wieder über 1.300 Wörter lang.

Das fühlt sich gut an.

Bei meinem aktuellen Tempo – und vor allem, wenn ich im November den NaNoWriMo mitnehmen will – werde ich die Trilogie in der Urfassung spätestens in einem Jahr abgeschlossen haben. Ein Jahr, das klingt, als wäre es noch ewig hin. Ist es aber nicht. Ehe ich mir bewusst bin, dass es Juni ist, ist es schon Oktober (und wenn alles klappt, fange ich dann ein neues Studium an). Jeder kennt das. Die Zeit rennt nicht, die rast wie blöde.

Das bedeutet, dass ich mir jetzt schon – obwohl Band 2 noch in Babyschühchen vor sich hinkrabbelt – langsam Gedanken darüber mache, was ich tue, sobald Band 3 fertig ist.

Ich weiß, dass ich besonders Band 1 sehr radikal überarbeiten werde, weil die ersten Kapitel einfach uralt sind. Dadurch stimmt manches weltenbautechnisch einfach nicht mehr. Außerdem arbeite ich getreu dem Motto „Don’t get it right, just get it written“ – was mich zwar meistens vor Blockaden bewahrt, aber eben auch dazu führt, dass ich in einem Anfall von „Kein Bock darauf“ mal eben Zeitsprünge einbaue oder Szenen für später aufhebe. Muss dann bei der Überarbeitung aufgefüllt werden.

Und das widerum heißt?

Tja, drei ohnehin recht lange Bücher (Band 1 sollte ursprünglich ca. 450 Seiten lang werden und wurde mehr als 100 Normseiten länger, die anderen zwei veranschlage ich vorsichtig auf 450 Normseiten +-30 Seiten) beim Überarbeiten noch länger werden.

Was nicht bedeutet, dass ich nicht auch radikal an anderen Stellen kürzen werde. Aber allein in Band 1 fehlen mindestens 30 Seiten, die ich einfach aus purer Einfallslosigkeit nicht geschrieben habe und die zu einigen hässlichen Infodumps führten. Infodumps raus, Geschichte rein, Buch wird dicker (weil die Infodumps nur ein paar subjektiv hässliche Sätzchen sind, ich aber statt dessen ganze Kapitel schreiben muss).
Immerhin dürfte ich bei diesem Projekt keine völligen Logik-Fiaskos haben, die mich zwingen, ganze Kapitel zu löschen und neuzuschreiben. Hoffe ich zumindest. Da warte ich noch die Reaktionen meiner Betaleser ab.

Und dann?

Erstmal überarbeiten. Mir über Vieles klar werden, insbesondere ob die Trilogie eine Trilogie bleiben darf oder die einzelnen Bücher so lang werden, dass ich splitten muss und allein aus Band 1 bis zu vier Bände werden. Das steht nämlich noch gar nicht fest, liegt jedoch durchaus im Rahmen des Möglichen.
Alle Bände bestehen aus mehreren zeitlich und storylinetechnisch deutlich abgegrenzten Episoden à ca. 150 Seiten (Urfassung), die sich bei der Bearbeitung durchaus in 250 Seiten und mehr verwandeln könnten. Aus der Trilogie eine Serie zu machen, würde also nichts an der Geschichte selbst kaputt machen.
Aber das werde ich erst wissen, wenn ich die Rohfassung fertig haben werde und ans Überarbeiten gehe.

Wie fühlt es sich für euch an, ein Herzensprojekt vollendet zu haben? Und wie geht es nach einem solchen Ende für euch weiter? Einfach weiter mit dem nächsten Projekt?

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7 Gedanken zu “Unparallel Band 1 von 3 ist fertig

  1. Dieser Beitrag liegt zwar schon etwas zurück, aber (Achtung Drama 🙂 ) trifft mich gerade mitten in meine Autorinnen-Seele! 😉 Ja, wie fühlt es sich an? Ich habe gerade beim Camp ein Projekt zu Ende geschrieben und ich bin – wie immer – froh, dass ich es geschafft habe. Das ist nicht, wie unzählige Male zuvor, zwischendurch das Handtuch, die Tastatur oder sonst etwas geworfen habe. Nun mache ich ein kleines Päuschen davon, dann gehts ans überarbeiten. Und dazwischen? Ooooooooh, neues anfangen, planen, schreiben… es gibt soooooooo viele Möglichkeiten! Freu mich weiter von Dir zu lesen! 🙂

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ah, fühl dich gedrückt 😀
      Überarbeitest du direkt das, was du geschrieben hast?
      Ich mache ja einfach mit dem nächsten Band weiter und überarbeitet wird wohl erst, wenn ich mit der Trilogie durch bin. Davor fehlt mir gerade inhaltlich ohnehin das Gesamtbild.
      Willkommen auf meinem Blog 🙂

      LG,
      Evanesca

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      1. 🙂
        Genau, ich werde mich da ab nächsten Montag einfach reinstürzen. Mal schauen wie mir meine Geschichte gefällt, wenn ich sie das erste Mal komplett lese…
        Ich wünsch Dir jedenfalls viel Erfolg beim Schreiben Deiner Trilogie. In welchem Genre schreibst Du denn? Bin mir gerade nicht sicher, ob ich das schon irgendwo gelesen habe.. und bin doch so neugierig! 😉

        Wünsche Dir einen tollen Abend! Liebe Grüße, Nicole

        Gefällt mir

        1. Das mit dem Gefallen beim Komplettlesen ist so eine Sache… davor habe ich ein wenig Angst, weil die allerersten Fragmente dazu unfassbar alt sind und ich erst zu überarbeiten pflege, wenn ich fertig bin… Kapitel 1 von Band 1 ist… fünf oder sechs Jahre alt? Mindestens ^^
          Ich hoffe, deine Geschichte gefällt dir 🙂
          Danke 🙂 – bin jetzt so ca. bei 40% von Band 2 🙂
          Fantasy – ich bin mir sicher, es gibt ein spezifischeres Genrewort dafür, ich bin dem sogar schon mal über den Weg gelaufen, aber leider habe ich ihn mir nicht gemerkt. Vampire in einem prä-antiken Setting in unserer eigenen Welt jedenfalls 😀
          Danke, gleichfalls *-*
          LG,
          Evanesca

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          1. Das ist ja auch mal eine interessante Herangehensweise! Kannst Du Dich denn noch so genau an Band 1 erinnern, dass Du Band 2 schreiben kannst? Ich glaube, da hätte ich mit meinem schlechten Gedächtnis (seufz!) echte Probleme! 😉 Deine Genre Beschreibung klingt jedenfalls spannend! Gibts vielleicht irgendwo / irgendwann mal eine Leseprobe? Jetzt bin ich echt neugierig! 🙂

            Ich werde auf meinem Blog auf jeden Fall berichten, wie es mit meiner Geschichte weitergeht. Ist auf jeden Fall auch aufregend!

            Liebe Grüße, Nicole

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            1. Wieso? Ich habe einfach das neue Dokument aufgemacht und dort weitergeschrieben, wo Band 1 aufgehört hat ^^. Wobei ich ein gutes Gedächtnis habe, das gebe ich zu.
              Eine Leseprobe gibt es im Moment noch nirgends (ich bin da heikel), aber im Blogpost über Einstiege mit dem Wetter ist der erste Satz aus Band 1 (https://feuerblut.wordpress.com/2014/09/03/warum-man-manchmal-trotz-einschlagiger-tipps-mit-dem-wetter-einsteigen-sollte/) und wenn man bei einem Laptop oder Tablet dieses Foto extrem kippt, kann man die ersten Sätze von Band 2 lesen (https://www.facebook.com/katherina.ushachov.autorin/photos/a.1421402401427409.1073741828.1395914117309571/1646029478964699/?type=1&permPage=1 ).
              Besser als nichts, das Problem ist, dass ich ja über Verlage veröffentlichen will und nie weiß, wie heikel da echte Leseproben sein können. Wenn ich mich für den SP-Weg entschieden hätte, würde es da anders aussehen.

              Ich lese immer bei dir mit, ich solte mich öfter zu Wort melden.

              LG,
              Evanesca

              Gefällt 1 Person

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