Die 5 blödesten Sprüche, die ich mir als Autorin anhören darf

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27. Juni 2015 von Evanesca Feuerblut

Um ehrlich zu sein will ich diesen Blogpost seit der Geburtstagsfeier meines Vaters im April schreiben, habe es dann aber immer wieder vergessen, vor mich hergeschoben oder aus diversesten Gründen schlicht keine Zeit gehabt, da ich weiß, dass ich bei „das ärgert mich“-Blogposts leider dazu neige, ins Schwafeln zu kommen. Nachdem nun aber Marcus Johanus seine Top-5 Liste mit nervigen Fragen an Autoren gepostet hat, fühlte ich mich daran erinnert, dass ich ja meine eigene Liste schon seit Ewigkeiten im Kopf habe.

Platz 5 – Dabei kommt doch nix Produktives raus!

Zum Einen: Klar kommt dabei was Produktives raus. Nämlich ein wie auch immer gearteter Text. Selbst wenn dieser Text schlecht ist, habe ich beim Schreiben in gewissem Sinne etwas probiert, etwas geübt. Kein Wort, das ich schreibe, ist jemals wirklich verschwendet. Auch wenn es nicht veröffentlicht wird, hilft es mir, besser zu werden und irgendwann Texte zu produzieren, die mir regelrecht aus der Hand gerissen werden zum Lesen.
Ich verstehe ja, dass man einen Text nicht essen kann – und wenn er länger ist, kann man ihn sich auch nicht in einem Bilderrahmen über das Sofa hängen oder auf dem Flohmarkt verkaufen, wie es beispielsweise bei handwerklichen Beschäftigungen (ich schreibe hier bewusst nicht „Hobbies“ hin) der Fall ist.
Aber auch Texte schreiben ist produktiv. Man übt seine eigene Ausdrucksweise, man gibt der eigenen Fantasie ein Ventil oder man baut Stress und Negatives ab, indem man sich schriftlich darüber auslässt.
Texte schreiben fördert das analytische Denken. Seit ich bewusster schreibe und meine Texte stärker strukturiere, fallen mir Foreshadowing, Rückblenden und Symbolismen mehr auf. Ich habe also auch von Texten, die ich „bloß“ konsumiere, einen höheren Mehrwert.
Schreiben ist so viel, aber niemals unproduktiv oder nutzlos. Selbst dann nicht, wenn es sich um abstruse und rechtschreibfehlerschwangere „Harry Potter schläft mit Bellatrix Lestrange, der auf einmal Tentakeln auf dem Kopf wachsen“-Hentai-Fanfiction handelt. Für den Schreiber hat es bestimmt irgendeinen Mehrwert, sowas geschrieben zu haben (und nein, ich selbst bin NICHT über so eine Fanfiction gestolpert, aber angesichts dessen, WORÜBER ich tatsächlich gestolpert bin, nehme ich einfach mal an, irgendjemand wird auch diesen Unsinn geschrieben haben 😛 ). Ob es auch Mehrwert für irgendeinen Leser auf dieser Welt hat, ist eine ganz andere Frage. Aber andererseits… es gibt bestimmt auch einen Fanclub für „Tentakelgeschichten aus der Potterwelt“ und ich habe kein Recht, diese Fans zu verurteilen.

Platz 4 – Du schreibst nach Wortzahlen? Aber… das ruiniert doch die Kunst!

Das Problem an diesem Satz ist, dass leider bei vielen Menschen das Klischee besteht, eine künstlerische Beschäftigung wäre grundsätzlich nur dieses „Mich flattert eine Muse an und ich bringe in meiner spontanen Gefühlswallung irgendwie einen ätherischen Text voller lyrischer Metaphern zustande, den niemand außer mir verstehen wird“.
Ich kann verstehen, dass meine Vorgehensweise, mindestens x Wörter am Tag zu schaffen, für Menschen befremdlich ist, die für die Schublade, nur für sich und für Freunde oder eben nicht an Romanen schreiben. Ich kann auch verstehen, dass es Menschen gibt, die nur dann überhaupt etwas schreiben können, wenn sie keinen Leistungsdruck (Deadlines, Mindest- oder Höchstwortzahlen etc.) im Nacken haben.
Das ist auch völlig in Ordnung. Aber wieso dann teilweise so viel Verachtung, so viel Negatives gegenüber Menschen wie mir, die mit Deadlines und Mindestwortzahlen wunderbar arbeiten können?
Ich schreibe, um irgendwann von einem Verlag angenommen zu werden – dazu gehört es aber unter anderem eben auch, sich nicht nur dann hinzusetzen und zu schreiben, wenn mich die Muse anlacht (als ich das noch so gehalten habe, hatte ich auch schon mal sechs Monate lange Schreibpausen), sondern täglich. Weil Schreiben harte Arbeit ist und ich mich organisieren muss.
Spätestens wenn ich einen Verlagsvertrag habe, muss ich sowieso Überarbeitungsfristen für das Lektorat/Korrektorat und andere Deadlines einhalten. Wenn ich irgendwann SO gut und SO gefragt bin, dass ich mich auch mit unfertigen Manuskripten um Verlagsverträge bewerben kann, habe ich auch Deadlines für das Vollenden der Manuskripte an sich.
Professionelles Schreiben steckt voller Termindruck, voller Zahlen, Daten und Absprachen. Wenn ich beim Romanschreiben undiszipliniert bin – wie soll ich dann den Druck aushalten?

Platz 3 – Wieso überarbeitest du? Das ist ja dann nicht mehr deine ursprüngliche Gefühlslage.

Ich kann diesen Satz in einem gewissen Umfang bei Lyrik nachvollziehen – aber nur bis zu einem gewissen Umfang, denn mir ist schon oft aufgefallen, dass ich ältere Lyrik aus meiner Feder teilweise stark verbessern kann, weil ich inzwischen mehr Wissen im Umgang mit Gedichten habe.
Natürlich überarbeitet man keine Tagebucheinträge oder so. Eben Texte, die tatsächlich aus einer spontanen Gefühlslage heraus entstehen und nur innerhalb dieser Gefühlslage Gültigkeit haben.
Ansonsten haben aber zumindest meine Texte tendentiell wenig bis nichts mit meiner momentanen Gefühlslage zu tun. Ich versuche, die Gefühlslage meiner Romanfiguren zu transportieren, nicht meine eigene (auch wenn es helfen kann, wenn ich beim Beschreiben eines fröhlichen Festes nicht gerade am Boden zerstört bin).
Eine Überarbeitung kann hier helfen, die ursprüngliche Intention zusätzlich hervorzukitzeln.
Wer also nicht gerade ausschließlich für sich selbst schreibt, kommt ums Überarbeiten nicht herum. Überarbeiten macht aus einem Rohdiamanten ein Schmuckstück und bringt es zum Glänzen.

Platz 2 – Wie kannst du nur so viel schreiben?

Ich finde ja, ich schreibe wenig. Wenn ich mir ansehe, dass meine Kollegin Ally Stone an manchen Tagen wegklotzt – 6.000 Wörter und mehr – fühle ich mich mit meinen Wordcounts zwischen 600 und 1.700 Wörtern eher langsam wie eine Schnecke.
Wobei ich hier anfügen muss, dass ich Blogposts, Weltenbautexte und ähnliche Sachen nicht mitzähle, sodass die 600 Wörter dann pures literarisches Schreiben sind, während dieser Blogpost bestimmt die 1000er Grenze knacken wird. Effektiv schreibe ich auch gar nicht so lange, sonst hätte ich größere Wortzahlen. Theoretisch könnte ich die 600 Wörter innerhalb einer halben Stunde schreiben.
Aber so funktioniert Schreiben nur sehr selten.
Da ich nur sehr grob plotte, mache ich gelegentlich Denkpausen, recherchiere eine Hintergrundinformation oder verbringe nicht eben wenig Zeit damit, Weltenbauhintergründe zu notieren oder an einer fiktiven Sprache zu arbeiten. Es kann mich schon mal für eine Stunde oder auch länger rausbringen, wenn ich irgendeine wichtige Information nicht auf Anhieb finde, weil ich schlicht nicht damit gerechnet habe, dass ich die jemals brauchen werde – und dann feststelle, dass Google mir nur sehr ungern das Wissen rausrückt, das ich brauche.

Platz 1 – Es kann dir doch egal sein, ob etwas illegal/kostenlos heruntergeladen wurde. Du wirst dadurch bekannter!

Bisher wurden meine Werke nur in Anthologien veröffentlicht und soweit ich weiß, springt keine dieser Anthologien irgendwo auf einer illegalen Downloadplattform herum.
Dennoch – und das muss ich jetzt mal so direkt sagen – kotzt mich dieser Satz einfach nur an.
Wer macht ein Werk bekannter? Leute, die es rezensieren. Bücherblogger, Amazon-Rezensenten, Vielleser, Bücherstammtischbesucher.
Wer macht ein Werk ganz gewiss nicht bekannter? Leute, die es sich von irgendeiner dubiosen Plattform runterladen, lesen und dann wieder löschen, um Speicherplatz auf ihrem Lesegerät zu machen.
Aber diese Personen richten einen großen wirtschaftlichen Schaden an.
Während ich Raubkopien grundsätzlich verurteile, denke ich, dass sich der wirtschaftliche Schaden für Stephen King und J. K. Rowling vielleicht noch in Grenzen hält – aber nicht für all die vielen talentierten Kleinverlagsautoren, Indies und Selfpublisher da draußen. Für die sind 2.000 € sehr viel Geld, das dann natürlich fehlt und ich kann verstehen, wenn das Autoren so sehr demotiviert, dass sie aufhören wollen.
Ernsthaft.
Gerade viele Selfpublisher verkaufen ihre Bücher für unter 5€ – eBooks gleicher Stärke kosten bei Verlagen oft nur geringfügig weniger oder genauso viel wie die Printbücher, einfach als kleine Anmerkung.
1€ kostet ein Coffee-to-Go. 1€ kosten viele kurze eBooks. 2,99 kostete eine Zeitlang ein „Happy Meal“ – oder die meisten eBooks mit 150 und 600 Seiten (umgerechnet) aus der Feder von Selfpublishern. Wenn ich mich zwischen zwei Büchern oder einem Happy Meal und dazu einem Kaffee entscheiden müsste, würde ich für das gleiche Geld auf jeden Fall lieber die Bücher kaufen.
Egal wie knapp bei Kasse man ist – bei diesen (aus Sicht mancher Beobachter der Buchbrance ruinös niedrigen!) Bücherpreisen hat man es echt nicht nötig, zu stehlen. Und ja, auch wenn man ein Buch illegal runterlädt, ist das Diebstahl. Ich würde zu gerne einen illegalen Bücherdownloader fragen, ob er/sie auch am Bücherladen des Vertrauens vorbeiläuft, sich im Vorbeigehen ein Buch schnappt und damit weiterläuft. Vermutlich würde der Mensch ziemlich empört reagieren.
Auch virtuelle Güter sind Güter. Punkt.
Für Menschen mit sehr wenig Geld, aber dem guten Willen, Bücher bekannter zu machen, gibt es übrigens gefühlt 5000 Möglichkeiten, kostenlos oder zum kleinen Preis an Bücher  zu kommen:

  • (Bücher-)Flohmärkte
  • Der Tisch mit den Mängelexemplaren im Buchladen
  • Leserunden mit Buchverlosung
  • Bloggerportale (wie z.B. das von Random House, blog dein Buch etc.)
  • so fleißig und qualitativ hochwertig Bücher auf Amazon rezensieren, dass man in deren Testerprogramm aufgenommen wird
  • Rezensionsexemplare bei Verlagen
  • Apps wie Readfy, mit denen man kostenlos lesen darf, weil der Autor die Tantiemen über Werbeeinblendungen erhält
  • Newsletter, die regelmäßig über Rabatt- und Kostenlosaktionen bei eBooks informieren
  • diverse Portale (Medimops, Arvelle etc.) für Gebrauchtbücher
  • Bibliotheken

Mit anderen Worten: Es gibt so UNFASSBAR viele verschiedene Möglichkeiten, sehr billig oder kostenlos und dennoch legal an Bücher zu kommen, dass ich mich frage, wieso man es heutzutage überhaupt nötig haben sollte, Bücher zu stehlen.
Außerdem gibt es durchaus Autoren, deren Geschichten ihr legal kostenlos lesen könnt – einige der Bücher auf dem neobooks-Portal sind kostenfrei, ebenso alle eingestellten Texte auf Portalen wie fanfiction.de (wo es neben Fanfiction auch Leseproben und freie Arbeiten gibt), Wattpad und Co. An dieser Stelle auch ein kleiner Lesetipp: Hier gibt es in der Regel zwei Mal wöchentlich kostenloses Lesefutter mit Kürzestgeschichten oder kurzer Lyrik. Natürlich ist fruehstuecksflocke nicht der einzige Literaturblogger, der seine Texte so mit der Allgemeinheit teilt, aber ich liebe seine Texte und finde, mehr Menschen sollten die lesen.
Es gibt also durchaus Menschen, die ihre Texte der Allgemeinheit bewusst kostenlos zur Verfügung stellen (sei es, weil sie das Schreiben tatsächlich nur als Hobby ohne kommerziellen betreiben, sei es, weil sie sich z.B. durch Werbeeinblendungen oder Merchandising finanzieren oder einen anderen alternativen Finanzierungsweg für ihre Texte gefunden haben etc.). Wodurch das Stehlen von Texten noch unnötiger wird.
Glaubt mir, ihr tut keinem Autor dieser Welt mit illegalen Downloads einen Gefallen.

Was sind eure Top 5 der meistgehassten Sprüche, die ihr euch anhören müsst? Sei es als Autor, Blogger, Rollenspieler, Gamer, etc.? Schreibt es mir – oder verfasst eure eigenen Blogposts zum Thema!

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19 Kommentare zu “Die 5 blödesten Sprüche, die ich mir als Autorin anhören darf

  1. Na meine Liebe ♥
    Was man sich manchmal so anhören muss, ist echt die Höhe. Das kennt man ja irgendwie in jeder Art und Weise. „WAS DU BIST BLOGGERIN? KRIEGST DU FÜR ALLES GELD?“ Sowas eben, nech? 😀 Aber man sollte sich darüber einfach nicht ärgern, weil die Menschen sowas sagen durch Unwissen. Weil sie einfach null Ahnung davon haben. Da ists dann wieder schön, wenn man sich dann in einer Sparte mit anderen tummelt, die sich eben auch andauernd sowas anhören müssen. So kann man sich gegenseitig unterstützen ♥

    Liebste Grüße,
    Sarah

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    • Ah, du sprichst eine Sache an mit den Bloggern :D. Schön auch „Ich habe seit einer Woche einen Blog und mir über diverse Followerspiele aber erst 150 Follower angelacht. Wie schreibe ich eine Firma an, damit die mir kostenlos Produkte gibt?“ Vor lauter Unwissen über Blogger/Firmen-Relationen gibt es ja etliche Menschen, die nur mit Produkttestblogs / Make-Up-Blogs etc. anfangen, weil sie glauben, dass sie dann gratis Zeugs kriegen oder bezahlt werden oder so xD.
      Ja, wie lange leben solche Blogs wohl… 😀

      Klar, die Leute, die sowas sagen, haben meist echt keine Ahnung – wollen aber auch oft nicht zuhören, wenn man versucht zu erklären, dass es anders ist. Weil das ja ihre Weltvorstellungen erschüttern könnte und sie zwingen könnte, nachzudenken (bin gerade etwas sarkastisch im Kopf…).
      Du hast Recht – wenn ich mit Bloggern oder Autoren über blöde Sprüche rede, kommt ganz oft dieses „Hach ja, und zu mir hat mal jemand gesagt…“ und schon kann man gemeinsam lachen und sich unterstützen. Du hast so, so Recht damit *-*

      LG,
      Evanesca

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  2. Lestat sagt:

    Ich gehöre auch zu den Menschen, die ihre Texte kostenlos mit der Allgemeinheit teilen wollen. Du hast Recht, dass es heutzutage eigentlich nicht nötig sein sollte, Texte zu stehlen. Angesichts dessen, wie wenig und langsam ich momentan mit meiner Geschichte vorankomme und angesichts dessen, was du immer leistest, wenn du schreibst… ich glaube, viele Textpiraten wissen nicht, wie viel Arbeit in einem Text steckt, selbst wenn er kurz ist. Wie viele schlaflose Nächte, wie viel Grübelei über eine falsche Formulierung oder eine Lücke im Plot.
    Die meisten Menschen, die dir einen dieser Sprüche an den Kopf werfen, wissen sehr wenig über das Schreiben.
    Hier hilft es wohl nur, wenn mehr Autoren einen Blog führen und erzählen, wie „einfach“ ein Text wirklich zustande kommt.
    Danke für einen Text, der für einen „Rant“ sehr sachlich daherkommt.

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    • Wem sagst du das. Du stammst ja wie ich auch ursprünglich noch aus der Fanfiction-Szene, wo man sowieso Texte ausschließlich für Ruhm, Ehre und ein paar „Mehr, poste endlich weiteeeeer! Meeeeeehr!“-Spammer geschrieben hat. Hach, das waren Zeiten <3. Fanfictionszene in Foren zwischen 2003 und 2009…
      Ich schweife ab.
      Der Punkt, den du ansprichst, ist sehr wichtig. Wenn ich anfange zu erzählen, was ich alles machen muss, bis ein Text irgendwo landet, wie viele Wettbewerbsabsagen ich kassiere, wie oft ich überarbeite, staunen die Leute Bauklötze. Weil sie denken, dass man halt in einem inspirierten Stündchen schreibt und mehr braucht es nicht…
      Textpiraterie – wie so Vieles – könnte man also wirklich eindämmen, indem die Menschen mehr über die Vorgehensweise von Autoren erfahren. Aber ich glaube, der Trend geht dank der vielen Independents und Selfpublisher in diese Richtung. Da gibt es ja oft Blicke hinter die Kulissen, Infos über die Arbeitsschritte beim Überarbeiten und mehr, damit mehr Menschen erfahren, wie so ein Buch zustande kommt.

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  3. Nina sagt:

    1.) -Verdienst du denn jetzt was mit diesem Bloggen?
    -Nein.
    -Warum tust du es dann?
    2.)-Also bloggen kann ja jeder…
    3.)-Wie viele Follower hast du denn?

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  4. petraelsner sagt:

    Alle fünf Sprüche höre ich auch und sie sind wirklich blöd. Hast Du gut getroffen und kommentiert. Ist Dir schon mal aufgefallen, das die jungen Leute nicht mehr von „das kaufe ich mir“, sondern „das hohle ich mir“ sprechen. Das ist der Kern, viele sind einfach nicht mehr bereit, für geistiges Gut zu bezahlen. Das ist ein echtes Problem und potenziert sich mit der gesellschaftlichen Tendenz, die kreativen Berufe immer billiger abzuspeisen. Die Wertschätzung hat sich verdünnisiert.

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    • Jetzt wo du es sagst… Stimmt, ich habe aber dieses „sich etwas holen“ nie dahingehend interpretiert, dass man es sich kostenlos besorgt, da es zumindest in meiner Generation/Gegend durchaus ein Synonym für „sich etwas kaufen“ ist :).
      Aber ja, du hast Recht. Die Welt wird immer materieller – und was „nur“ geistig ist, ist für manche Menschen nichts mehr wert. Das ist traurig. Wo wären die ganzen Berufe, bei denen was zum Anfassen rauskommt, wenn nicht irgendwo ein Kreativer sitzen und denken würde?

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  5. Verena sagt:

    Der Satz auf Platz 1 ist ja auch echt unverschämt. Ich mein, was ist das denn für eine Aussage? Illegaler Download ist verboten. Diebstahl ist verboten. Und ob man dadurch bekannter wird? Ich weiß ja nicht….

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    • Mir ist mein Gesicht entgleist und ich wusste nicht sofort, was ich darauf antworten sollte… Aber erstmal war ich echt fassungslos, dass mir das jemand ins Gesicht sagt, gefolgt von dem Spruch „Ist ja eh nur ein Hobby“…

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  6. katrinils sagt:

    Ich hab sehr über die Muse auf Platz 4 lachen müssen, die einen „anflattert“.
    Wenn man das Schreiben nicht als Karriere möchte, kann man natürlich auf die Dame warten – warum auch nicht 🙂 Bringt ja nichts, sich mit selbstauferlegten Deadlines vielleicht den Spaß am Schreiben zu verderben.
    Aber als Verlagsautor wie als Selbstverleger schreibt man nach einem Zeitplan und da helfen „Wortziele“ gut.

    Zum Überarbeiten – niemand will eine Rohfassung von mir lesen. Ich zum Teil auch nicht :p

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    • Das ist der wichtige Punkt – wenn man nicht auf die Karriere aus ist, kann man sich natürlich entspannen. Alles völlig legitim :).
      Ich will meine Rohfassungen auch nie sehen, wenn ich fertig bin. Das schiebe ich immer ein Stück auf ^^

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  7. Rea sagt:

    In Punkt 5 würde ich dir aus verschiedensten Gründen nicht unbedingt zustimmen, aber bei Punkt 3 musste ich wirklich schlucken. Welcher Idiot glaubt denn, dass Bücher bzw. Texte nicht überarbeitet werden? Gute Güte. (Schon mal was vom Urfaust gehört? – nicht mal unser Möchtegernuniversalgenie Goethe hat seine Bücher einfach so heruntergeschrieben!…) Ich würde vermutlich einen Satz vom Stuhl machen, wenn mir jemand mit so etwas käme. Völlige Empörung und Unverständnis auf meiner Seite für solche Leute! 😀

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    • Was gibt es bei Punkt fünf? 🙂
      Ist ja ein sehr subjektiver Blogpost, ich bin immer neugierig auf andere Sichtweisen :).

      Oh, wenn du wüsstest, wie oft solche Sprüche kamen, als ich an der Überarbeitung von „MV“ saß – da hieß es ganz oft „Aber das ist ja dann nicht mehr der Ursprungstext, der war doch so ursprünglich!“
      Der war vor allem schlecht und voller Logikfehler xD
      Und als Fan von Goethe – ja, sogar dieses Genie musste überarbeiten. Es ist eben kein Meister vor den Schreibtisch gefallen und inzwischen versuche ich es gar nicht mehr, einen Text sofort perfekt hinzubekommen. Wird eh nicht perfekt. Also kann ich gleich unverkrampft schreiben und mir denken „Okay, das ist jetzt nicht das beste Wort dafür, aber in zwei Wochen fällt mir bestimmt was ein“.

      Wie ich mitbekommen habe, gibt es solche Leute aber sogar in Autoren- und Schreibgruppen ^^

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      • Rea sagt:

        Nicht jeder „Raubkopierer“ wäre auch ein Käufer – manche suchen sich dann eben einfach etwas anderes, wenn sie es online nicht finden. Entsprechend ist damit auch nicht zwingend ein Profitverlust verbunden. Ich denke auch, dass man die Bekanntheit tatsächlich auch durch illegale Online-Downloads steigern kann… nur kann man von Bekanntheit nicht automatisch leben, da hast du natürlich völlig Recht. Ich schließe aber eben die Möglichkeit nicht per se aus, dass ein illegaler Download auch mal zu einem (anderen) Käufer verhilft, weil jemand erzählt hat, welches Buch/welches Lied/welches Spiel er mal gespielt hat. Ein Buch verleiht man ja auch gern mal – das bringt allerdings dem Autoren auch kein Geld und nur ein Stückchen mehr Bekanntheit 🙂
        Ich finde im Übrigen auch, dass Texte total von Überarbeitung leben. Nicht nur, weil Ursprungstexte oft „unperfekt“ sind, sondern weil man mit einer Überarbeitung noch ganz andere (Gefühls-)Aspekte in eine Thematik hereinbringen kann. Ich bin absoluter Überarbeitungs-Fan. 😀 Welcher Dichter schwadronierte noch mal über die Veränderungen von Texten beim Schreiben? Also, mir jedenfalls fallen nur Argumente für das Überarbeiten ein. Man muss ja nicht gleich sämtlichere älteren Manuskripte vernichten, wenn man sich noch mal an deren Ursprünglichkeit erfreuen will. ;D

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        • Ah, Punkt 5 ist ja eigentlich Platz 1 – daher die Verwirrung.
          Stimmt, nicht jeder Raubkopierer – gerade bei Büchern – hätte es sich auch gekauft. Ich bin mir sicher, dass auch so mancher kostenlose (legale) Amazon-Download Jahre auf dem digitalen SUB liegen kann, weil man das Buch sich einfach „schnappt, weil es nix kostet“ und dann nie Lust hat, es zu lesen. Das ist mir durchaus bewusst ^^. Solche Grauzonen gibt es grundsätzlich immer und ja, diese Leser sind dann natürlich nicht als Käufer verlorengegangen, da sie das Werk dann nur horten. Die Frage ist aber auch natürlich, wie viele von denen, die es tatsächlich lesen, es auch weiterempfehlen.
          Und ja, von Bekanntheit allein kann man auch nicht leben oder einen Lektor/Coverdesigner bezahlen etc.
          Ich wollte hier nicht zuletzt ein wenig sensibilisieren, weil ich auf meine entsetzte Reaktion (der Spruch kam mir im Real Life entgegen) die Antwort „Aber das machen doch alle, weil so viele Bücher kann man sich nicht leisten“ bekam. Was erstens nicht stimmt und zweitens auch keine Entschuldigung ist…
          Klar, der Autor bekommt auch nichts, wenn man etwas (privat) verleiht oder gebraucht kauft (eine Ausleihe in der Bibliothek kann dagegen durchaus vergütet werden, z.B. durch die VG Wort). Wobei es Grenzen gibt, ein eBook zu verleihen (ich gebe aber zu, mich nie wirklich aktiv damit beschäftigt zu haben).
          Die Frage ist natürlich: Wie viele der Raubkopierer, die etwas auch gelesen haben (was nur ein Teil sein wird) werden es auch bewerten oder weiterempfehlen?
          Wie gesagt, es gibt inzwischen für Menschen mit wenig Geld sooooo viele Möglichkeiten, kostenlos oder absurd billig an Bücher zu kommen (als Buchblogger sowieso), dass mir bei Büchern das Verständnis für Raubkopierer einfach noch mal ein gutes Stück stärker abgeht, als in anderen Branchen. Ich werde im Moment mit kostenlosen Büchern regelrecht überschüttet, so weit, dass ich sogar welche ablehnen muss, weil ich so viele gar nicht lesen kann (und ich lese sehr viel ^^ ) und andere Leute… klauen. Da bin ich einfach auch etwas sprachlos ^^.

          Fan vom Überarbeiten bin ich jetzt nicht gerade (es ist harte Arbeit und wenn das Manuskript sehr alt und sehr fehlerhaft ist… bwah) – aber ich finde eifnach, die Überarbeitung macht den Text erst richtig gut.
          Und ja, du hast Recht – beim Überarbeiten kann man noch mal ganz bewusst Aspekte reinbringen, die vorher untergegangen sind.
          Das ist sooo ein mächtiges Werkzeug… ❤
          Puh, erfreuen? Eher fremdschämen für sein früheres Ich 😀

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          • Rea sagt:

            Die Einschränkungen gerade in Bezug auf eBooks sind leider mit das traurigste Kapitel dieser ganzen „Raubkopierer“-Sache. Die Versorgung mit Wissen und Kultur hätte explodieren können – stattdessen ist sie für viele Bibliotheken usw. sogar schlechter (!) geworden, weil man nur so und so viele eBooks „verleihen“ kann. Eigentlich total irre, wenn man bedenkt, dass uns das Kopieren nichts als den Speicherplatz kostet. Darüber habe ich mal mit einer Bibliothekarin an meiner Uni geredet; ich hätte mein Leben darauf verwettet, dass es dank eBooks doch viel besser geworden sein muss, an den Unis. Weit gefehlt! Gut, Autoren von wissenschaftlichen Büchern haben noch den Vorteil, hoffentlich anderweitig bezahlt zu werden und nicht unbedingt von den Tantiemen ihrer Bücher die Wohnung zahlen zu müssen. ^^ Letztlich sehe ich darin aber einfach eine verpasste Chance für alle. Gewonnen haben die Verlage, die jahrelang auch einfach verpennt haben, dass sich unser Leben immer digitaler abspielt. Wir haben also ganz geschickt alte Strukturen zementiert, statt uns auf die Zukunft einzustellen 😉
            Hm, ich hab mich gar nicht damit beschäftigt, wo ich Bücher für umme herbekommen könnte 😀 Allerdings lese ich mittlerweile auch viel weniger und habe schlichtweg Platzprobleme. Auch hier denke, dass es vielen Leuten eher an Wissen wie mangelt… oder man eben dieses eine bestimmte Buch will und die Chance ergreift. Das macht’s nicht unbedingt besser – aber ich denke, ein Kauf hinterher ist ja nie ausgeschlossen 🙂 Ich finde das Argument „naja, sonst kann ich mir das aber nicht leisten“ allerdings reichlich armselig. Wenn man’s Geld nicht hat, muss man sich vielleicht einfach beherrschen. Und wenn man dann dunkle Quellen nutzt, kann man auch einfach zugeben, dass man nicht ganz okay gehandelt hat – und die Chance auf Besserung ergreifen, wenn sie sich bietet. 😀

            Bei meinen Texten, vor allem für die Uni, merke ich auch immer, wie schwierig mir das Überarbeiten fällt. Allein, sich diesen Müll noch mal durchzulesen!!!!!!11elf. Dabei hat mir mein Deutschlehrer in der Schule schon eingetrichert, dass es sich eigentlich immer lohnt, noch mal drüber zu gucken. Aber es wirklich zu tun! Arrrrrgh. Ich stelle mich ungern meiner eigenen Sprachunbegabtheit. Das gebe ich völlig unumwunden zu! 😀

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            • Stimmt – sie hätte explodieren können und zwar in einem weitaus stärkeren Maße, als es der Fall ist. Immerhin gibt es zahlreiche gemeinfreie Bücher kostenlos im Netz zum Download in vielen verschiedenen Formaten (legal ist das Ganze auch noch, siehe http://gutenberg.spiegel.de/ und die fremdsprachigen Ableger davon) und es gibt mehrere Portale (JSTOR beispielsweise) wo man mit einem Hochschulzugang den Zugriff auf sehr viele wissenschaftliche Texte erhält. Aber theoretisch ginge da mehr, da hast du Recht. Bei unseren Hochschulwahlen dieses Semester war eine Forderung unter anderem die Digitalisierung des Bibliotheksbestands, weil viele Bücher nur in einem Exemplar vorhanden sind und dieses entweder dauernd entliehen ist oder nicht ausgeliehen werden darf xD

              Okay, ich habe mir noch nie eBooks in Bibliotheken ausgeliehen, weil ich im Moment auch so mehr eBooks besitze, als ich in nächster Zeit lesen könnte ^^ und ein Großteil davon sind kostenlose/gemeinfreie Klassiker in russischer Sprache 😀

              Es gibt ja auch junge und progressive Verlage, die auf eBooks setzen und diese zu sinnvollen Preisen anbieten :). Und ich glaube, so langsam kommt es auch bei den herkömmlichen Publikumsverlagen an, dass sie eine Trendwende verpasst haben – und sie holen langsam auf :).

              Was Wissenschaftler und Publikationen angeht… Ich denke nicht, dass Wissenschaftler viele Tantiemen erhalten. Das fängt schon damit an, dass du zwar Tantiemen aus einem verliehenen Buch erhälst, aber mal angenommen, die Uni-Bib stellt ein Buch nicht zum Verleih, ich brauche daraus nur 20 Seiten und kopiere mir die einfach am Kopierer hinten in der Uni. Davon hat der Autor leider auch nichts.

              Okay, Platzprobleme habe ich zwar auch, aber das hält mich nicht davon ab, trotzdem dauernd Bücher zu kaufen. Das gebe ich ganz ehrlich zu xD.
              Ich habe mich nicht bewusst damit beschäftigt, wie ich an kostenlose Bücher gelangen kann, aber es ergibt sich. An meiner Uni machen die Buchwissenschaftler mindestens einmal im Semester einen Bücherflohmarkt, wo man echt tolle Titel kriegt (billig, oft relativ aktuell und in ganz passablem Zustand). Und da sie das in dem Gebäude machen, in dem ich meine Kurse habe, sehe ich das :D. Und über die Leserunden bin ich z.B. erst gestolpert, als ich einfach nach Portalen gesucht habe, in denen ich mich mit anderen Bücherwürmern austauschen kann.
              Wenn man dann aktiv unter die Buchblogger geht, stellt man fest: Dir werden MEHR Bücher nachgeworfen, als du lesen kannst. Das ermöglicht es auch Leuten mit wenig Geld (*hust* ich *hust*) aktuellen Lesestoff zu bekommen. Darum ist ja „Ich habe kein Geld“ so eine billige Ausrede für illegale Downloads für mich…

              Woah, Unitexte noch mal lesen… Ich kann deinen Hass SO gut nachvollziehen :D.
              Ich habe zum Glück auch für die einen fähigen Korrekturleser 😀

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