Liebster-Award 2015²

Das mit den Tags ist eine lustige Sache – als ich Ende 2012 angefangen habe, mich stärker mit dem Bloggen und der Bloggosphäre zu befassen, kursierte bereits der „Liebster Award“ und etliche Tags. Damals hieß es es, es wäre eine Vernetzungsmöglichkeit für kleinere Blogs, um mal etwas Vernetzung untereinander zu betreiben und man solle nur Blogs mit weniger als 100 Followern nominieren. Irgendwann im Laufe der drei Jahre, die ich nun aktiv blogge, stieg die Grenze für Blog-Noobs von 100 Followern auf 300. Inzwischen taucht diese Zahlengrenze in manchen Nominierungen gar nicht mehr auf, sodass jeder Blog zum Abschuss freigegeben ist, der sich nicht explizit irgendwo dagegen wehrt.

Ich mag Tags und ich mache ungefähr ein- zweimal im Jahr auch bei Tags mit. Das bringt frischen Wind in meine doch eher sachlich geführten Blogs und ich kann mal etwas erzählen, das ich sonst nicht erzählt hätte. Ich muss sie nur nicht alle zwei Wochen beantworten, aber ich glaube, das würde niemand machen. Sonst macht man ja nichts anderes mehr…

Award Nummer 1 erhielt ich direkt Anfang des Jahres von Elli Minz – engagierte Selfpublisherin und Haiku-Autorin. Den zweiten erhielt ich vor ein paar Tagen von meinem werten FeuerFlockenWeltenschmiede-Kollegen fruehstuecksflocke. Danke euch beiden für die… Ehre 😀
Insgesamt erwarten euch also die Antworten auf 22 Fragen.

Liebster Award

Die Regeln (kopiert vom Tintenfleck-Blog, Elli hat auf ihrem Blog keine Regeln, außer dass man elf Blogger nominieren soll):

  1. Danke dem Blogger, der dich nominiert hat – erledigt
  2. Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat – erledigt
  3. Füge eines der Lovely-Blog-Award Buttons in deinen Post ein – da habe ich einen genommen, den ich schon mal ausgewählt habe, weil er so unglaublich hübsch ist. Kein Scherz. Normalerweise mag ich kein Rosa, aber das gefällt mir.
  4. Beantworte die Fragen, die dir gestellt wurden – bin dabei
  5. Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger die, du nominierst – werde ich dieses Mal nicht machen, ich bin keine gute Fragenausdenkerin
  6. Nominiere 5 (wahlweise 11) Blogger, die weniger als 300 Follower haben (wahlweise egal wie viele Follower haben) – werde ich lassen
  7. Informiere die Blogger , dass du sie nominiert hast – fällt dann von selbst weg

Langer Rede, kurzer Sinn, hier ersteinmal die Fragen von Elli Minz:

  1. Wann war dein erstes Mal? Ich meine, wann hast du das erste Mal etwas geschrieben, worauf du richtig stolz warst?

Im Alter von neun oder zehn Jahren nahm ich von meiner Grundschule aus an einem Geschichtenwettbewerb teil. Dabei ging es darum, aus einer vorgegebenen Bildergeschichte in vier oder fünf Panels eine Geschichte zu schreiben.
Ich fand die Bilder langweilig – es war irgendetwas Triviales von einem Jungen und einem Mädchen, die ein Bötchen basteln und im Fluss schwimmen lassen oder so – also habe ich noch bevor ich zu schreiben begann, die Stifte gezückt und die Panels aufgemöbelt. Ich habe das Mädchen in eine Prinzessin verwandelt, verzauberte Tiere ins Boot gesetzt, eine Fee in die Landschaft gezeichnet und natürlich musste ich noch drei-vier Panels dazuzeichnen, um die ganze Geschichte zu erzählen.
Und ja, ich war richtig stolz auf die Geschichte, die ungefähr fünfmal so lang wurde wie die Vorgabe. Damals konnte ich gar nicht verstehen, wieso ich nur einen Trostpreis bekam. Meine Geschichte rund um Feen, magische Tiere und einen Kampf gegen Drachen war doch viel, viel fantasievoller als die von meinem Mitschüler, in der es um einen Jungen, ein Mädchen und ein Boot ging !!!1!!1!!elf

Ich glaube, nach dieser Enttäuschung habe ich sehr lange nichts mehr zu irgendwelchen Wettbewerben eingereicht. Das junge Schreiberlingsego musste erst einmal ein bisschen gestreichelt und aufgebaut werden. Ein paar Jahre lang.

Falls das nicht zählt: Ich mochte ein Gedicht, das keiner festen Form folgt, sich teilweise nicht einmal reimt und den Titel „Vernichtung alter, toter Trauer“ trägt. Das Original schrieb ich irgendwann 2009 und ich mag es eigentlich immer noch, inzwischen besitze ich aber gefühlt 5 Fassungen davon. Und irgendwie mag ich jede einzelne.

2. Welche drei Webseiten würdest du dir ausdrucken, falls du jemals auf der obligatorischen einsamen Insel strandest?

Eigentlich bin ich weniger der Webseiten- als der Forenmensch und Blogmensch, weshalb das jetzt eine sehr schwere Frage ist. Foren und Blogs sind ja beide eher dynamisch. Wobei ich es mir realistischer vorstelle, die Weltenschmiede ausgedruckt mitzunehmen (ca. 250 nicht sehr lange Artikel minus die Ankündigungen und so) als das L&L’s – das hat momentan (Stand: 25.07.2015 um 21:07) 131711 Beiträge. Da würde ich zwar auch einige aussieben vor dem Ausdrucken, aber ohne mein virtuelles Wohnzimmer wenigstens zum Nachlesen will ich auf keiner einsamen Insel sein.
Und als dritte Webseite – das wäre auch recht praktisch, da kurz und knackig – dann die Inhalte des Tintenfleckblogs. Haikus, Kurzgeschichten und andere Gedichte, wenn mich der Inselblues packt.
Wobei es für mich eine absolute Horrorvorstellung ist, irgendwo ohne meine Texte zu stranden. Oder ohne Internetzugang.

3. Welche Sprachen außer Deutsch sprichst du? Und wieso?

Russisch – das ist meine Muttersprache und bis ich mit sechs Jahren nach Deutschland zog, weitestgehend die einzige Sprache, die ich beherrschte. Auf Deutsch konnte ich damals einige Kleidungsstücke und einige Tiere benennen, weil ich mir Lernkassetten angehört habe, bevor wir ausgewandert sind. Aber da ich relativ spät damit anfing und vom Lerntyp nicht gerade „passiv dasitzen und sich auditiv berieseln lassen“ bin, waren die Erfolge eher bescheiden. Außerdem sprachen die zwei Protodeutschen auf den Kassetten ziemlich aufgesetzt und unnatürlich. Es waren keine Muttersprachler, sodass ich keine natürliche Aussprache hörte und viele Wörter nicht wiedererkannte.

Englisch – als kleines Kind konnte ich „I love you“ sagen. Kennt ihr diese Spielzeugtelefone mit Tasten? Die haben das dauernd gesagt, wenn ich die richtigen Zahlen gedrückt habe. Außerdem konnte ich bis neun zählen (keine Ahnung, wieso ich mir das ziemlich einfache „ten“ partout nicht merken konnte), weil mein Vater es mir beigebracht hat. Richtiges Englisch lernte ich aber erst ab der dritten Klasse in der Grundschule mit Hilfe einer Handpuppe namens Penny. Vermutlich weil ich erst zwei Jahre vorher Deutsch gelernt habe, fiel es mir nicht wirklich schwer, Englisch zu lernen. Im Gegenteil. Es kam mir im Vergleich zu Deutsch sogar einfacher vor, weil es nicht so kompliziert war in Sachen Fälle, Artikel und so weiter. In Englisch war ich die ganze Schulzeit über stark und es ist eins meiner Studienfächer.

Französisch – War die einzige zweite lebende Fremdsprache, die bei uns an der Schule angeboten wurde. Ich gehörte zu den wenigen Leuten, die kein Problem mit der Sprache hatten. Die Meisten haben sie gehasst. Ich habe sie bis in die zwölfte Klasse weiterverfolgt, hatte zeitweise bessere Französisch- als Englischnoten auf dem Abiturzeugnis und wollte eine kurze Zeit sogar Französischlehrerin werden. Wenn ihr die Chance bekommt, diese Sprache zu lernen: Tut das. Es ist erschreckend, wie wenig französische Literatur ins Deutsche übersetzt wurde (gerade im Vergleich zum Russischen). Manche Klassiker gibt es auf Deutsch auch kaum oder nur schwer zu beschaffen in ungekürzter Ausgabe. Die Sprache erschließt ein riesiges Literaturspektrum.

Latein spreche ich nicht wirklich. Aber ich verstehe, was in einem Text steht und ich kann – sofern es kein Gedicht ist – den Text dann auch halbwegs mit der klassischen Aussprache vorlesen. An der Uni gelernt.

4. Wie heißt das Videospiel, das dich am stärksten geprägt hat?

Geprägt… Ich bin aus Zeitgründen nicht so die große Zockerin. Zwar habe ich einen Haufen Pokémon-Editionen und bespiele einen Teil davon auch halbwegs regelmäßig, aber die Spiele habe ich mir eigentlich erst gekauft, als ich bereits über zwanzig Jahre alt war. Das zählt also vermutlich nicht.

Als Kind kam ich zwar mit SuperMario in Berührung (noch das ganz Klassische, wo Mario durch diverse 8Bit-Level hüpft, um die Prinzessin zu retten – das letzte Level war bei uns grundsätzlich verbuggt), aber da war ich eher unbeteiligte Zuschauerin oder habe alleine vor mich hingespielt, während mein Vater Mario durch die Level jagte. Das war noch vor der Einwanderung, ich war also ziemlich klein und mein Vater ungefähr so alt wie ich jetzt. Aber prägen? Hm…

Sagen wir mal, es war „Age of Empires II: The Age of Kings“. Als wir 2001 den damals modernsten mit moderatem Geld kaufbaren Computer ins Haus holten – einen riesigen Klotz mit ganzen 40 GB Festplatte, aufrüstbaren 512MB SDRAM Arbeitsspeicher und auch sonst von der Leistung her schlechter als heute so manches Smartphone – gab es genau ein Spiel gratis dazu. Besagtes „Age of Empires II“. Ich habe das stundenlang gespielt und wenn ich ehrlich bin, messe ich Strategiespiele auch heute noch daran, ob sie mir so viel Spaß machen oder so „gut“ sind wie das.

(Im Moment spiele ich neben „Pokémon“ auf der Spielwelt „Algarion“ das Browsergame „World of Dungeons“.)

5. Wo würdest du leben wollen, wenn Geld keine Rolle spielte?

Wenn Geld wirklich keine Rolle spielen würde, hätte ich ein Sommerhaus in irgendeinem kühlen, skandinavischen Land – bloß weg von der Sommerhitze. Bei allem über 27 Grad kann ich nämlich nicht mehr wirklich klar denken und das ist nervig.
Und wenn keine tropische Hitze herrscht, dann am Liebsten an einem See oder einem Meer, mit Bergen im Hintergrund und einer mittelgroßen Stadt mit vielfältigem Kulturprogramm in der Nähe.

6. Wärst du dort glücklicher?

Definitiv. Egal ob das Sommerhaus in der Kühle oder das Haus am See – beides würde meine Laune gewaltig heben. Allein die Aussicht, im Sommer nie mehr 40 Grad ausgesetzt zu sein oder direkt nach dem Aufstehen auf den eigenen Balkon zum Schreiben gehen und dabei in den Schreibpausen auf eine endlose Wasserfläche schauen zu können… wunderschön.

Klar, nicht alles Glücklichmachende ist materiell. Im Gegenteil. Aber man kann durchaus versuchen, die eigene Umgebung zu optimieren. Wenn ich weiß, dass ich bestimmte Sachen (tropische Sommer beispielsweise) nicht vertrage, bin ich an jedem Ort bereits glücklicher, an dem es meine Stressfaktoren gibt.

7. Was verbindest du mit der Farbe GRÜN?

Spontan bunt durcheinanderassoziiert: Bäume, die Partei „Die Grünen“, ein total mit Entengrütze zugewucherter Teich irgendwo in einem Wald, der Geruch von Gras nach einem heftigen Sommergewitter, Bambus, herrlich saure Äpfel.

Außerdem ist Grün eine der Hauptfarben im Design der Plattform „Was liest du?“.

8. Welchen dummen Fehler würdest du immer wieder machen?

Gute Frage. Eigentlich versuche ich, dumme Fehler nicht zu wiederholen. Eben weil sie dumm sind.

Es gibt aber einige dumme Fehler, die ich nicht beeinflussen kann. Manche Tippfehler setzen sich beispielsweise hartnäckig im Hirn fest und ich muss mir erstmal bewusst machen, dass ich das anders schreiben muss und dann gaaaanz langsam machen.

9. Hast du einen Lieblingscocktail? Wie lautet das Rezept?

Da ich keinen Alkohol trinke, eigentlich nicht. Aber ich habe meine Lieblings-„Limo“:

– man nehme eine 1,5l Flasche Mineralwasser und trinke etwa 200ml (ein Glas?) weg

– dann schneide man von einer Ingwerwurzel einige dünne Scheibchen und quetscht sie in die Flasche

– außerdem schneide man ein paar Stückchen von einer unbehandelten Zitrone und von einer unbehandelten Limette ab und schmeiße die samt Schale auch in die Flasche

Das Ganze gehört über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten tropisch heißen Tag könnt ihr euch das Gemisch dann optional mit Eiswürfeln ins Glas eingießen und erhaltet ein herrlich erfrischendes Getränk. Ernsthaft. Probiert es aus, wenn mal wieder heiße Tage bevorstehen und bereitet am Tag vorher schon mal so eine Zitronen-Limette-Ingwerlimo vor. Es schmeckt köstlich und hat mir diesen Sommer das Leben gerettet.

10. Wärst du ein/e gute/r Bundeskanzler/in? Erläutere, bitte.

Ich glaube, für die große Politik wäre ich einfach nicht hart genug. Ich würde am Liebsten allen Menschen, die Not leiden, helfen wollen und mir würde jedes Mal das Herz bluten, wenn ich einen Kompromiss schließen und dabei Menschen nicht so gut helfen könnte, wie ich es gerne hätte.

Man muss als Kanzler dann doch auch die Kraft haben, es nicht so nah an sich heranzulassen (was nicht mit Gefühllosigkeit gleichzusetzen ist – die richtige Mischung machts). Denn man ist für ein Land verantwortlich und muss handlungsfähig bleiben. Das geht aber nicht, wenn man vor lauter mitangesehenem Leid permanent in Tränen zerfließt und in tiefe Trübsal versinkt.

Ich habe ein viel zu weiches Herz und ich konnte schon als Teenie die ganzen Intrigen und Machtspiele nicht ausstehen. Politik wäre daher eher nichts für mich.

11. Wenn du ab jetzt bis zu deinem Lebensende nur noch einen Satz schreiben dürftest – welcher wäre das?

Wah, was für eine Horrorvorstellung… Ich glaube, es wäre trotzdem einfach der nächste Satz in meinem Roman… mal nachschauen…

„Ich werde gehen und meinen Bericht schreiben.“

Wobei… „Nur noch ein Satz“ ist doch das Gleiche wie „Nur noch ein Kapitel“ 😉

And now… Die Fragen von fruehstuecksflocke:

1. Gedicht oder Prosa? Was ist dir lieber?

Kommt darauf an. Wenn es ums Lesen geht, kann ich mich einfach nicht genug entschleunigen, um z.B. in einem Lyrikbändchen zu lesen oder so. Wer mich privat kennt, weiß, dass ich je nach Buch durchaus in der Lage bin, innerhalb einer Stunde einen der älteren Potterbände zu „exen“ – 300-450 Seiten in einem Rutsch durchzulesen.
Wenn ich also Lyrik lese, dann eigentlich meist online, weil es dort kein „weiterblättern, nächstes Gedicht“ gibt. Ich gehe auf einen Blog oder in ein Forum, rufe dort exakt ein Gedicht auf, lese das, lasse es auf mich wirken, hinterlasse vielleicht irgendeine Art Feedback und schließe mit dem Gedicht ab. So würdige ich das Gedicht wesentlich besser, als ich es in einem Lyrikband könnte. Denn ich würdige online jedes einzelne Gedicht, statt nur zu konsumieren.

Beim Schreiben: Mal so mal so. Ich hatte als Teenager eine Phase, als ich fast nur Gedichte schrieb (eine bunte Mischung aus Haikus, Sonetten, mehr oder weniger gereimten Formen, Songtexten und völlig experementellen Sachen) und parallel zwei-drei Kurzgeschichten entstanden. Im Moment schreibe ich aber fast nur an meinem Romanprojekt.

2. Wo würdest du am liebsten einmal Urlaub machen?

Ich will eigentlich seit gut einem Jahrzehnt mal in Skandinavien Urlaub machen. Bisher war ich aber nur in Dänemark, weil meine Familie mal in Rostock Urlaub gemacht hat und wir mit einer Fähre in ein Dörfchen namens Gedser gefahren sind. Just for fun und um mal dänische Luft zu schnuppern. Das war nett, aber ich will eigentlich mehr sehen.
Vieeel mehr.
Es muss wunderschön sein im Sommer so weit nördlich zu fahren, dass die Sonne gar nicht mehr untergeht und dann vielleicht um drei Uhr morgens vor dem Ferienhäuschen in der Sonne zu sitzen und das Leben zu genießen.

3. Stell dir vor, du hast ein Hotelzimmer für dich allein an deinem Wunschurlaubsort gebucht. Du bist aufgeregt, fliegst hin, schimpfst auf den Gepäckaufpreis, weil dein Koffer zu schwer ist, überlebst die Strapazen des Flugs, widerstehst den Verlockungen von Duty Free und bist endlich im Hotel angekommen, nur um festzustellen, dass es zu einer Doppelbuchung gekommen ist: Schockschwerenot, du musst dein Zimmer mit einem fremden teilen! Mit welchem Buchcharakter willst du auf keinen Fall in einem Hotelzimmer landen?

Erstens: Ich will keinen meiner Buchcharaktere im Hotelzimmer haben. Entweder töten sie mich, weil sie mich mit einem Mitternachtssnack verwechseln oder sie sind nachts abwesend, liegen aber tagsüber die ganze Zeit stocksteif im Schrank oder unter dem Hotelbett. Da will man arglos die Klamotte wechseln, macht den Schrank auf und da steht ein Vampir drin :O

Zweitens: Snape. Ich möchte echt nicht mit Severus Snape in einem Hotelzimmer sein müssen. Irgendwie glaube ich, dass er ziemlich fies zu mir wäre – ein braunhaariges, bebrilltes neunmalkluges Muggelfräulein, das täglich in ein Reisetagebuch schreiben will? Eine Mischung aus Harry (Brille) und Hermine (neunmalklug, braunhaarig, dauernd am Lesen/Schreiben) wäre ihm wohl zu sehr Dejà-Vue 😀

4. Und da mich das umgekehrte Szenario auch interessiert: Mit welchem Charakter willst du unbedingt ein Zimmer teilen?

Das wäre dann besagte Hermine.
Ich glaube, wir könnten bis in die späte Nacht über irgendetwas reden. Gelesene Bücher, Wissenschaft, der Charme von Bibliotheken, die Wichtigkeit von Bildung, dass Sport doof ist und Schulsport die Schüler entzweit…
Wir hätten vieeele Themen zum Reden.

5. Da Unterhaltungen mit Buchcharakteren auf keinen Fall urlaubsfüllend sind, hast du natürlich ein Buch mit. Aber nur eines, weil dein Koffer zu voll war! Welches Buch wäre es?

Mit Schummelkarte: Gar keins. Sollte ich die aktuell ca. 60 auf meinem digitalen SUB liegenden eBooks ausgelesen haben, würde ich mir 60 neue Bücher auf mein Smartphone laden.

Ohne Schummelkarte: Ich würde mich im Vorfeld hinsetzen und meinen SUB nach Buchdicke sortieren. Dann würde ich mich vermutlich für das dickste verfügbarste Buch entscheiden. Idealerweise auf Französisch oder Russisch. Auf Englisch lese ich nicht wesentlich langsamer als auf Deutsch. Ich würde also… schlicht das Buch nehmen, bei dem die Wahrscheinlichkeit am Höchsten ist, dass es mich auch wirklich durch zwei Wochen Urlaub trägt.

6. Wenn nun eine Zombieapokalypse an deinem Urlaubsort ausbrechen würde: Was tätest du als erstes?

Szenario mit einem beliebigen Vampir aus meinem Roman: Seine oder ihre Verbindungen nutzen, um mich in Sicherheit zu bringen.

Szenario mit Snape: „Es war ja so ungerecht, dass Sie erst 1996 VgddK unterrichten durften. Sie wissen bestimmt alles über Zombies. Also was machen wir jetzt, um lebend von hier wegzukommen?“ Und dann hoffen, dass Snape mich nicht zurücklässt.

Szenario mit Hermine: DIE weiß gewiss, was man bei einer Zombieapokalypse machen muss. Ich würde mich an ihren Rat halten.

Szenario ohne irgendwelche imaginären Helfer: In Panik ausbrechen, ins Meer springen und schwimmen. Und mich erst weit draußen daran erinnern, dass ich eigentlich eine miserable Schwimmerin bin.

7. Hast du einen Lieblingsdichter?

Unangefochten Großmeister Goethe. Ich bin mir sicher, dass trotz intensiver Goetheforschung und Rezeption immer noch nicht alle Geheimnisse seiner Lyrik gelöst sind *-*

8. Hast du ein Lieblingsgedicht?

Ich nehme nicht an, dass „Faust I“ und „Faust II“ als ein Gedicht zählt, oder?

Aber um einfach mal ein geniales Gedicht vorzustellen, das nicht von Goethe ist, das ich aber seit vielen Jahren innig liebe – „Fisches Nachtgesang“ von Christian Morgenstern. Wie würdet ihr das vorlesen?

9. Frage für Autoren: Rückblende oder Vorausdeutung? Was verwendest du lieber?

Tendentiell eher Rückblenden. Die sind bei meinem Erzählstil eine schöne Methode, um Zeit zu überbrücken und Brücken zwischen Handlungssträngen zu schlagen.
Ich nutze zwar auch Foreshadowing, aber nicht so stark. Da ich tendentiell eher Discoverywriter bin, weiß ich schlicht nicht immer, was ich vorausdeuten soll. Daher kommt das manchmal nachträglich ganz dezent rein.
Sätze wie „Sie wusste nicht, dass sie ihn nie wiedersehen würde“ finde ich aber in 90% der Fälle etwas billig. Sie erheischen Drama und so. Es gibt wenige Romane, in denen diese Art Sätze toll rüberkommen. „Die Bücherdiebin“ ist so ein seltenes Goldjuwel. Aber ich traue mir so ein hohes Niveau noch nicht zu, daher lasse ich solche Sätze weg.

10. Frage für Autoren: „Show, don’t tell“ – überlebenswichtige goldene Regel oder verzichtbarer und fälschlich-absolutierter Ratschlag?

Ich habe für die registrierten User des L&L’s-Forums einen Text mit dem Titel „Fortgeschrittenes Wissen Schreiben – „Show, don’t tell ist nicht immer die richtige Lösung“ geschrieben ;-).

Der Text fängt so an:

Ich glaube, im Laufe der Schreib“karriere“ kriegt jeder diesen Tipp gefühlt 500 mal nachgeworfen – „Show don’t tell“. Teilweise ist er eng verzahnt mit dem Adjektive-Problem:
Statt zu beschreiben, dass Pauline ängstlich ist, solle man doch lieber eine Szene schreiben, in der Pauline ihren komisch gezackten Schatten sieht und schreiend flüchtet, so als Beispiel.
Statt zu schreiben, dass Person X kalt ist, solle man schreiben, wie sich Gänsehaut sichtbar auf ihren Armen bildet.
Und so weiter.

Es gibt jedoch auch Stellen, an denen „Show don’t tell“ völlig daneben, überfrachtet oder schlicht unpassend wäre.

Noch Fragen? 😀

11. Frage für Autoren: Schreib ein Haiku. Und gib mir darüber bescheid, ich will es lesen! 😉

Winde des Winters
Wünsche ich mir im Sommer
Im Bücherregal

Ich liebe Haikus. Wobei der in diesem kleinen Gedicht ausgedrückte Wunsch vermutlich nicht vor 2016 in Erfüllung geht. Oder auch später. GRRM…

Das war es erstmal von mir. Ich hoffe, ihr fandet den Text nicht zu lang und habt euch beim Lesen ein wenig amüsiert!

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7 Gedanken zu “Liebster-Award 2015²

    1. Es ist ja alles Geschmackssache :).
      Ich sollte „Faust II“ aber mal wieder lesen, da ich bestimmt nicht alles verstanden habe, als ich es die ersten Male gelesen habe. Man findet immer Neues in diesen alten Gedichten.

      Das Limo-Rezept ist eins meiner Lieblingsrezepte für den Sommer *-*

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  1. Ich hätte wirlich eine Klausel einbauen sollen, dass E-Books nicht zählen. Du bist schon die zweite, die sich damit herausreden will.
    (und ebenfalls die zweite, die Hermine in ihrem Zimmer will :O )

    Aber interessante Antworten – und tolles Haiku! 🙂
    (auch wenn beim Haiku die letzte Zeile irgendwie zur zweiten hochgerutscht ist … der wars vielleicht zu einsam sonst? 😉 )

    Gefällt 1 Person

    1. Hehe – wer war denn die Erste, die auf die Idee gekommen ist? 😀
      (Hermine ist halt beliebt und toll und so? 😛 )
      Huch, WordPress verhaut mir manchmal Zeilen. Ich schau mir das gleich an, danke ^^.
      Und freut mich, dass dir das Haiku gefallen hat.

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