Conlanger-Basics – Teil 1 – Persönliches zum Einstieg

Eigentlich sollte es in meinem nächsten Blogeintrag um Rechtsklicksperren gehen – aber erstens kommt es oft anders und zweitens als man denkt. Vor einigen Tagen saß ich an meinem derzeitigen Romanprojekt – Band 2 der Trilogie – und musste einen Satz in meiner fiktiven Sprache bilden, der ein Personalpronomen nicht in der Grundform beinhaltete.
Heißt für mich: Ein Worddokument öffnen, in dem ich das allgemeine Wörterbuch mit den Grundformen der Vokabeln habe. Ein weiteres Worddokument für die Verbformen öffnen (bei (3*9*4)*2 = 216 verschiedenen Verbformen – erfinde ich eine weitere Zeitform, kommen pro Zeitform 54 hinzu), da ich die zu meiner Schande nicht auswendig kann. Noch ein Worddokument öffnen, in dem ich die Deklinationsformen für Substantive festhalte (noch unvollständig, da ich neue Fälle bei Bedarf erfinde). Feststellen, dass ich meine deklinierten Personalpronomen noch nirgends aufgezeichnet habe und prophylaktisch ein neues Worddokument samt neuer Tabelle erstellen.

Macht allein vier geöffnete Tabellen nur für Sprachbasteleien und führte zu meinem etwas verzweifelten Ausruf bei Twitter:

Daraus entspann sich eine so interessante (aber auf Twitter aufgrund der Kürze sperrig zu führende) Unterhaltung, dass ich den Wunsch verspürte, einen (oder mehrere) Blogpost über meine Leidenschaft zu schreiben. Dazu fragte ich auch meine Facebookfollower, was sie gerne wissen wollen. Außerdem fragte ich ein bisschen im Real Life herum, was an meiner Arbeit interessant sein könnte.

Was ist Conlangen?

Für alle, die den Begriff noch nie gehört haben – ich selbst kenne ihn erst seit einigen Jahren – ConLang / Conlang leitet sich von „Constructed Language“ (englisch) ab, womit man pauschal jede Sprache bezeichnen kann, die explizit zu irgendeinem Zweck von irgendeiner Person oder Gruppe erfunden wurde, als Abgrenzung zu natürlichen Sprachen, die sich im Laufe der Zeit in einer Gesellschaft entwickeln.

Es gibt natürlich noch andere Verwendungen als „Sprachen für eine eigene Geschichte“ erfinden (auch Esperanto ist eine Construkted Language, beispielsweise), aber ich möchte mich in meinen Artikeln gerne auf die Entwicklung fiktiver Sprachen für die Literatur beschränken – das ist das, was ich schließlich gerne mache.

Wenn ich also sage, dass ich gerne conlange, meine ich damit: Ich bastle gerne an selbsterfundenen Sprachen für meine Geschichten herum.

Wieso tue ich mir das an?

Das war die erste Frage, die mir im Real Life gestellt wurde. Wozu eine komplette Sprache? In den ersten ca. 750 Seiten der Trilogie kommt die Sprache nämlich nur rudimentär vor. Im kompletten ersten Band beschränkt sich ihr Auftauchen auf einige Eigennamen und einzelne Begriffe. Der einzige Satz in der fiktiven Sprache bezeichnet eine Stelle, an der meine Protagonistin das Lesen übt und sich mehrmals verliest. Danach kommt erst rund 600 Seiten später wieder ein kompletter (kurzer) Satz in ihr vor. Ich könnte also theoretisch darauf verzichten, komplette Grammatiken und endlose Vokabellisten zu erstellen. Ich müsste nur besagte Stellen umschreiben.

Aber das will ich nicht.

Schon als Kind hatte ich einen gewissen Draht zur Sprache. Ich fing sehr früh an zu reden und konnte lange „Briefe“ in kyrillischen Großbuchstaben schreiben, noch ehe ich auch nur ein Wort lesen konnte. Wie auch immer das möglich war. Das Lesenlernen in der Grundschule war für mich daher eher ein Um- als ein Neulernen. Einige Buchstaben waren neu, einige sahen zwar wie bekannte Buchstaben aus, wurden aber ganz anders ausgesprochen. Ich lernte schnell, wie man las. Kaum hatte ich dann Deutsch einigermaßen gelernt – ich wurde ein halbes Jahr nach dem Einwandern bereits eingeschult – kam zwei Jahre später Englisch hinzu.
Ich hatte keine Probleme, neue Sprachen zu lernen. Ich habe bis heute keine, weil das ein Prozess ist, der mir seit meiner Kindheit bekannt ist.

Aus meiner Kindheit stammen auch meine ersten Versuche mit erfundenen Sprachen. Anfangs spielte ich nur mit Buchstaben herum, damit außer mir niemand in der Lage war, sie richtig zu lesen – spätestens mit 11 arbeitete ich jedoch tatsächlich an einem Romanprojekt samt eigener Sprache. Der Grundplott war, dass man per Flugzeug in Paralleldimensionen reisen konnte (ähm, ja, sehr logisch), weil es irgendwo in China ein Wurmloch gab, man musste nur schnell genug hindurchzischen (und war trotzdem halbewig unterwegs) und meine Protagonistin ihre Tante dort besucht, die einen Einheimischen geheiratet hat. Die Zielwelt ist technologisch ein gutes Stück fortschrittlicher als unsere und die Sprache baute größtenteils auf Silben auf. Auch eine Schrift habe ich entwickelt.
Leider ist mir so gut wie das ganze Material (und ich hatte viel – Zahlen bis 20, ein kompletter Namenssilbenguide mit ca. 150 verschiedenen Silben und ihren Bedeutungen, rudimentäre Grammatik, sehr viele Vokabeln etc.) bei einem PC-Crash ca. 2006? verlorengegangen. Erhalten geblieben ist – ausgerechnet – das Manuskript, welches ich heute verständlicherweise für völlig furchtbar halte und aus dem sich vermutlich wenig bis gar nichts von meinen frühen Conlangversuchen rekonstruieren lässt.

Ich war so frustriert, dass ich eine Weile nicht mehr an Sprachen gebaut habe – naja, ungefähr ein Jahr lang. Bis ich einen Kurs an der Volkshochschule Chemnitz belegte, um Latein zu lernen. Von drei oder vier Kursen kamen nur zwei zu Stande, sodass ich an dieser Stelle kein Latinum nachholen konnte – aber die Beschäftigung mit lateinischer Grammatik hat mich inspiriert und zu einer Romanidee geführt, die sich rund um das Entschlüsseln einer fiktiven Sprache aufbaut. Das war 2007. An dieser Sprache baue ich übrigens immer noch und inzwischen ist sie fester Bestandteil des Unparallel-Projektes, auch wenn einige Vokabeln und Ideen restlos veraltet sind und von mir schweren Herzens über Bord geworfen wurden.

Um also auf die Frage nach dem Warum zu antworten: Weil ich nicht ohne kann. Seit ich alt genug bin, um mit Sprache kreativ zu sein, bastle ich meine eigenen. Auch wenn meine ersten Bastelversuche vermutlich nicht sonderlich geglückt waren und ich völlig system- und gedankenlos heranging, gehörte es für mich einfach schon immer dazu.

Übrigens: Dass für „Herr der Ringe“ komplette Sprachen erfunden wurden bzw. „Herr der Ringe“ FÜR die kompletten Sprachen erschaffen wurde, erfuhr ich erst, als meine eigene Sprache schon drei Jahre alt war. Somit kann ich stolz verkünden, nicht zu den Fantasyautoren zu gehören, die eine Sprache angefangen haben, um Tolkien nachzuahmen :D.

(Ich würde euch übrigens gern meine Verbtabellen und Pronomina von 2007 zeigen, da sie ohnehin veraltet sind, einfach um mal so eine Tabelle hier hochgeladen und gezeigt zu haben. Aber die mir verfügbaren Originaldokumente sind überhaupt nicht gut gealtert und meine Scans von 2011 sind bereits so blass, dass sie kaum lesbar sind 😥 . Ich glaube nicht, dass mir 2015 bessere Scans von den alten Dokumenten gelingen.)

Last but not least – typische Anfängerfehler

Es gibt viele richtige Wege, eine Sprache zu erfinden. Und es gibt unzählige Wege, wie man es falsch macht.
Ihr müsst keine studierten Linguisten sein (bin ich im Prinzip selbst nicht) oder Sprachhistoriker oder große Wissenschaftler. Aber es gibt Fehlerquellen, die vermeidbar sind. Und die ich alle wohl ausgelotet habe…

  1. Nicht einfach das deutsche/lateinische/sonstige Alphabet eurer Muttersprache hinschreiben, ein = neben jeden Buchstaben setzen und anschließend irgendein anderes Zeichen hinkrickeln, das halbwegs fremdartig aussieht – sondern nachdenken, welche Zeichen eigentlich redundant sind (braucht ihr in einer fiktiven Sprache ein Q?) und für welche ihr vielleicht ein eigenes Zeichen braucht (zum Beispiel für die vielen Arten und Weisen, ein Y auszusprechen?)
  2. Reale Wörter verfremden ist NICHT sprachbasteln. Jugena als selbsterfundene Vokabel für „Sauberkeit“ verkaufen zu wollen, ist ziemlich billig von meinem sechzehnjährigen Ich gewesen. Nicht nachmachen.
  3. Bitte tut euren Lesern und euch selbst den Gefallen und erfindet keine Wörter, die mit unzähligen Accents über so gut wie allen Vokalen und diakritischen Zeichen über und unter allen Konsonanten daherkommen. (Und ja, das habe ich mit 11 gemacht) Es ist völlig okay, ein Sonderzeichen einzubauen, vielleicht zwei. Aber keine 7. Das Selbe gilt für den übermäßigen Einsatz von Bindestrichen u.a. in Namen. Von Kombinationen aus beiden Undingen möchte ich besser nicht reden. (NEIN, Kàt-hié-rî-Nà sieht zwar beknackt aus, aber die Figur heißt im Prinzip trotzdem Kathierina, liebes Vergangenheits-Ich.)
  4. Die deutsche/lateinische/englische/französische/sonstige Grammatik 1:1 kopieren und einfach statt dessen fiktive Wörter und Endungen einsetzen, ist auch nicht wirklich Sprachbasteln. Wobei, okay. Es übt das eigene Sprachgefühl und gerade wenn man noch sehr jung ist und sich nicht in die Materie eingelesen hat, ist das nicht der schlimmste Fehler, den man machen kann.
  5. Der schlimmste Fehler zum Schluss (und der Einzige, den ich nicht selbst gemacht habe) – Eine Sprache basteln, weil es a) einfach dazugehört oder b) gerade in ist und jeder Fantasyautor es machen sollte. Wenn ihr eigentlich gar nicht sprachaffin seid und es euch keinen Spaß macht, ihr euch aber dazu verpflichtet wird, dann lasst es. Es wird für euch sowieso ein Krampf.

Das war es erstmal für heute – ihr wisst jetzt, wie ich als Kind zum Sprachbasteln gekommen bin und kennt meine Grund-Don’ts beim Basteln. Im nächsten Blogbeitrag geht es dann wirklich um eure Sachfragen – und natürlich könnt, dürft, sollt ihr mir weiterhin welche stellen!

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21 Gedanken zu “Conlanger-Basics – Teil 1 – Persönliches zum Einstieg

  1. Meine Güte, du hast mich gerade echt dazu inspriert, demnächst wieder mal mit Sprache zu basteln. 😀 Früher habe ich das auch total gerne gemacht, aber mittlerweile bin ich etwas eingerostet. Das ist ja auch ganz schön viel Arbeit, aber ich finde es lohnt sich!
    Die typischen Anfängerfehler, die du hier aufzählst, habe ich natürlich ebenfalls gemacht. (Außer Punkt 5.) Aber aus Fehlern lernt man ja schließlich!
    Punkt 3 hat mich ein wenig an Eragon erinnert. Man, war das damals ein Kampf, sich diese ganzen komischen Namen zu merken. xD
    Ich werde mir deine Tipps jedenfalls zu Herzen nehmen, vielen Dank! 🙂

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    1. Awwww, das ist das Schönste, was ich heute zu lesen bekommen habe :D.
      Ja, wenn man länger nichts mehr daran macht, rostet man ein. Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht und es ist dann schwer, sich wieder reinzufuchsen. Aber es lohnt sich wirklich ❤
      Eragon habe ich nie gelesen (habe in einem Alter davon erfahren, in dem es für mich nicht mehr attraktiv war), aber da soll die Sprache ja auch arg abgekupfert gewesen sein.
      😀

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        1. Oh ja, der liebe NaNoWriMo :D.
          Ich habe SO eine Liste von Wörtern, die ich noch zu erfinden hätte, die ich aber auf die Überarbeitungsphase geschoben habe (und die beginnt im Januar), weil ich JETZT doch keine Zeit habe, pro Wort 30 Minuten oder länger Recherche zu betreiben, ob ich es aus einer realen prä-antiken Sprache entlehnen oder from the scratch zu erfinden habe 😀

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  2. Ein ganz spannender Beitrag! Vieles wusste ich bisher überhaupt nicht! Hut ab davor, dass Du allen Ernstes neue Sprachen erfindest. Ich glaube, dazu hätte ich echt nicht den Nerv. Geschweige denn das Wissen. Nun bin ich auf Deine Trilogie natürlich noch gespannter und ich wünsch Dir weiter ganz viel Erfolg!!!

    Liebe Grüße, Nicole

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    1. Danke, liebe Nicole!
      Ich freue mich, dass meine persönlichen Erfahrungen mit dem Thema so gut ankommen, hatte erst etwas Angst, dass das bestimmt niemanden interessiert und ihr alle glasklares Wissen wollt (habe aber festgestellt, dass es ohne diese persönlichen Eindrücke einfach nicht geht).
      Übrigens verstehe ich alle, die das Thema abschreckt – man muss es wirklich lieben, um es durchzuziehen. Es gibt oft frustrierende Momente und natürlich stundenlange Arbeit. Aber erfüllend ist es und schön. Ich könnte einfach nicht ohne.
      Vielen Dank!

      LG,
      Evanesca

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  3. Ich habe auch schon als Kind und Teen an neuen Sprachen gebastelt und mache das gelegentlich immer noch, auch nachdem ich meine literarischen Versuche eingestellt habe. Eine Offenbarung für mich war damals mit 13 der Beginn des Lateinunterrichts, mit der Erkenntnis, dass es mehr als 4 Fälle geben kann und man sich damit viele umständliche Präpositionalkonstruktionen sparen kann.

    LG, Julia

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    1. Echt? Du bastelst immer noch an Sprachen? Ich finde das irgendwie schön… Wie gehst du momentan vor?
      Oh ja… Ich hatte Latein nicht in der Schule, sondern an der VHS und später etwas an der Uni, aber… Latein ist unglaublich inspirierend. Für mich war neben den Fällen (mehr Fälle gibt es ja auch im Russischen) vor allem relevant, dass es mehr als nur Aktiv und Passiv gibt :).

      LG,
      Evanesca

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      1. Ich habe zwei Sprachen, an denen ich gelegentlich weiterbastle. Wobei die Grammatik weitgehend steht, aber der Wortschatz ist noch ausbaufähig, v.a. in der zeitlichen Perspektive (Etymologie etc.). Ich habe an der Uni (ergänzend zum eigentlichen Archäologie-Studium) viel Richtung historisch vergleichende Sprachwissenschaft gemacht, also neben der Theorie je ein Semester Gotisch, Sanskrit, Hethitisch, Oskisch/Umbrisch etc., das hat geprägt (und viele neue Ideen gebracht). Ich merke allerdings, wie sehr ich in den Kategorien der indogermanischen Sprachfamilie gefangen bin, da auszubrechen ist schwer.
        Momentan komme ich aber kaum weiter. Ich nutze das Sprachbasteln gerne als Einschlaf-Meditation, um das alltägliche Gedankenkarussell auszubremsen. Aber mit nachtaktivem Baby bin ich nun meist derart müde, dass ich nach wenigen Minuten schon im Tiefschlaf bin…

        LG, Julia

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        1. Jetzt bin ich neidisch… Die Sprachen, die du mitgenommen hast, hätte ich mir auch zu gern in wissenschaftlicher Umgebung angeschaut… Sanskrit ❤ (ich LIEBE das Schriftbild von Sanskrit, was absolut seltsam klingt, aber ist so 😀 )
          Verstehe ich gut – so ein kleines Wesen hält vermutlich mehr auf Trab, als ich mir vorstellen kann!
          LG,
          Evanesca

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  4. Lustig, dass du gerade jetzt darüber schreibst… (die Bezeichnung kannte ich bewusst auch noch nicht…)
    Vor ein paar Wochen habe ich mit einer sprach-begabten/-begeisterten Bekannten gerade ein geschlechtsneutrales Pronomen entwickelt (das was auf der Weltenschmiede vorgestellt wurde, hat einfach nicht wirklich gepasst), dass eine Rasse in einer meiner Geschichten verwendet…
    Allerdings ist es bei mir momentan wirklich nur das Pronomen und noch keine anderen Vokabeln und wenn ich mir das genau angucke, dann verstößt unsere Herangehensweise gegen deinen Punkt 4, aber da die Sprache gefühlt mehr so eine Art Dialekt ist, ist das vllt. verzeihlich… 🙂

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    1. Echt? Ich hatte einfach vor ein paar Tagen das Gespräch auf Twitter, habe dann spontan auf Facebook gefragt, ob Interesse bestünde und die Serie gestartet ^^.
      Wenn du mehr zum Thema Pronomen wissen willst, musst du unsere Gastartikelautorin Carmilla anschreiben. Sie beißt nicht und weiß sehr, sehr viel über solche Themen.

      Nö, bei Dialekten ist das ja in Ordnung bzw. sogar ganz normal. Nur wenige Dialekte sind SO stark anders, als die „Normsprache“, dass sie andere Grammatik haben. Ansonsten kannst du da auf jeden Fall einfach räubern :).
      Was waren die besonderen Eigenschaften deiner Rasse, dass du ein Pronomen erfinden musstest? 🙂

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      1. Ist interessant, wie manchmal Sachen auf verschiedenen Wegen zum gleichen Thema führen (soll es ja auch in der Wissenschaft geben). 🙂

        Ich bin meiner Variante erstmal zufrieden, wenn da doch noch Probleme sind, meld ich mich dann wohl mal bei ihr.

        Naja, die sind halt geschlechtsneutral,also weder Mann oder Frau in unserem binären Sinne… Dementsprechend werden die sich dann wohl kaum mit sie/er anreden, wenn sie keines von beiden sind…also musste ein anderes Wort her. >_<

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        1. Stimmt – ich finde das auch sehr faszinierend…
          Ah, also quasi ein „Wedernoch“ :). So eine Rasse habe ich auch (auch wenn sie noch nicht aktiv vorkamen, sodass ich mir das Pronomenproblem bisher gespart habe – aber vermutlich nehme ich einfach sier…).
          Ich finde es schön, dass du solche Dinge mitdenkst. Ich hänge ja ein wenig dieser Theorie an, dass Sprache und Denkprozesse einander beeinflussen und somit jede Übersetzung immer einige Nuancen der Originalsprache unter den Tisch kehrt, weil sie es für eine andere Zielsprache denkbar macht und man auf Deutsch nun mal die Welt anders denkt als auf Englisch. Gibt viele Autoren, die das schlicht vergessen.
          Und ich finde es immer schön, wenn daran gedacht wird 😀

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          1. Bei mir ist es „leider“ einer der Hauptcharaktere und der dann auch auf die anderen Treffen soll und dann eine Verwechselung vonwegen „Ich dachte du bist ein X und kein Y!“ gibt es mir sogar die Chance die Sachen zu erklären. Auch wenn ich die Kapitel bis dahin faul bin und einfach das männliche Pronomen verwende, damit der Leser das zusammen mit dem anderen Charakter erfährt. >_<

            Ich fand die sier-Variante in der Anwendung von den Beispielen her zwar noch am Besten, aber so wirklich das richtige war es für mich aber nicht.
            Wir haben unser Pronomen auf das Englische "kin" bzw. eine Urform des Deutschen "ling" ("ingaz") für das possessiv abgeleitet und das klang dann iwie besser…

            Danke, bin auch echt froh, dass ich dabei Hilfe hatte, ich glaube alleine wäre ich nicht auf eine so gute Lösung gekommen…
            Und ja, Übersetzungen sollten für den anderen Sprachkreis schon verständlich sein. 😉

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            1. Klar – das Pronomen passt ja auch nur, wenn jemand beides ist. Sonst braucht man ein anderes. Und das für solche Fälle vorgeschlagene sierx finde ich sprachlich dann etwas unflexibel, wenn man es in der Literatur nutzen will.
              Ableitungen – cool! Du sprichst einen wichtigen Aspekt an und das IST der Klang. Eins der Probleme alternativer/zusätzlicher Pronomen ist immer auch der Klang oder dass es sich komisch liest. Das ist ein Aspekt, der mir DAUERND Bauchweh bereitet, wenn ich beim Schreiben in diese Gefielde gerate… -.-
              Viel Erfolg beim Schreiben – das Kapitel mit dem Pronomen kommt bestimmt :).
              Ich hatte nur einen Kurs dazu (kontrastierende Pragmatik in Übersetzungen, Englisch/Deutsch) und da ging es u.a. auch um den Kultur-Transit und Vergleiche. Eigentlich ein faszinierendes Thema, das mich dann auch zu meinem Studium in Richtung Komparatistik bewegt hat ❤

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