NaNo-Fragen – eine Aktion von Tinka Beere – #2

Die wunderbare Tinka Beere hat in ihrer NaNoWriMo-Veranstaltung auf Facebook etwas ins Leben gerufen, das ich nur begrüßen kann. Insbesondere, weil ich einfach nicht in der Lage bin, ein ganz konventionelles NaNo-Tagebuch zu verbloggen, ihr aber dennoch ein Recht auf meine Updates habt. Sie stellt uns regelmäßig Fragen, die wir direkt in der Veranstaltung beantworten können – oder auf unserem Blog.

Danke an Tinka für die Grafik!
Danke an Tinka für die Grafik!


1. Die erste Woche ist um. Wie geht’s dir?

Puh. Eine Mischung aus euphorisch, weil ich noch nie in meinem Leben innerhalb so kurzer Zeit so viel weiter in einer Geschichte gekommen bin und meiner üblichen „Ich weiß jetzt schon, dass ich das stundenlang überarbeiten muss“-Laune.
Beim NaNoWriMo 2013 hatte ich keine Überflieger-Wortzahlen. Meist war ich froh, mir ein bisschen Puffer rauszuschreiben, damit ich mal einen Tag lang nichts oder nur wenig schreiben musste, um es trotzdem zu schaffen. Aber mehr auch nicht.
Dieses Jahr dagegen kann ich es selbst kaum fassen, wie viele Wörter innerhalb kürzester Zeit aus mir herausgelockt werden können. Ich bin jetzt schon bei mehr als 15.000 Wörtern, Tendenz steigend. Klar, Einige haben jetzt schon 40.000 Wörter oder sind längst fertig.
Für mich ist aber 15k schon mal ganz schön viel.
Was meine Unzufriedenheit mit dem Geschriebenen angeht… Es liegt nicht am NaNoWriMo. Alles, was ich geschrieben habe und womit ich unzufrieden bin, hätte ich auch ohne NaNo so geschrieben, dass ich damit unzufrieden wäre. Nur zwingt mich der NaNo aufgrund des erhöhten Wörteraufkommens, es trotzdem einfach hinzuschreiben und nicht erst noch drei Tage damit zu hadern, dass ich mich langsam dieser Szene nähere, die ich doch eigentlich nicht mögen werde, das weiß ich jetzt schon…
Nein. Augen zu und durch. Überarbeitet wird später. Halte ich ja auch ohne NaNo so.


2. Drehen deine Charaktere schon durch?

Nein, die verhalten sich momentan noch bemerkenswert ruhig. Ich war mir sicher, dass sie stärker am Rad drehen werden. Schließlich herrscht in meinem Romanprojekt Krieg, alles wird teurer, das Leben wird schwerer.
Aber gerade die mit dem schwersten Schicksal sind die, die eine geradezu unheimliche, stoische Ruhe ausstrahlen.


3. Erzähle ein bisschen von deinem Projekt

Aber nur ein bisschen. Es soll ja für Verlage attraktiv bleiben, da will ich nicht alles schon verraten.
Was ich auf alle Fälle sagen kann: Ein Band meiner Reihe (Band 8) ward während dieses NaNoWriMos vollendet und liegt erstmal bereit, um irgendwann 2016 noch (hoffentlich) überarbeitet zu werden.
Derweil arbeite ich jetzt an Band 9, dem vorletzten Band der Reihe, quasi vor dem Band mit der epischen Endschlacht, die alles entscheiden wird. Ja, ich plane am Ende eine Schlacht. Dabei drücke ich mich sonst immer davor, Schlachten zu beschreiben…
Band 9 zeigt im Zeitraffer ganz viele Ereignisse und Eindrücke, ehe das Tempo dann wieder niedriger wird, bis ich in Band 10 dann wieder so kleinschrittig erzähle, dass man meinen Helden praktisch 24/7 folgen können wird.

4. Schreibst du nach Plan oder einfach drauf los? Hat sich das in der ersten Woche geändert?

Ich fahre immer noch meinen wilden Mix aus Beidem. Wobei ich im Moment auf nur wenige vorgeplante Szenen zurückgreifen kann. Bis zu denen muss ich jetzt erstmal kommen.
Gerade die letzten zwei Tagen waren geprägt davon, dass ich sogar für meinen entdeckenden Geschmack viel zu wenig Vorarbeit hatte und das Gefühl nicht loswurde, in der Luft zu hängen.
Trotzdem habe ich mich nicht hingesetzt und was Zusätzliches geplottet, sondern einfach in dieses ratlose Gefühl hinein geschrieben, was geschrieben werden musste.
Zufrieden war ich zwar nicht damit (wer mir auf Facebook folgt, weiß es schon – 5 atmosphärische Szenen praktisch ohne Handlung hintereinander), aber das muss ich auch nicht sein. Klingt bescheuert, ist aber wirklich so. Feinschliff gibt es dann, wenn es so weit ist. Und bis dahin ist es gut, dass ich unzufrieden bin, statt meine Schreibe für das Non-Plus-Ultra zu halten. Das gibt mir die nötige Distanz für die Überarbeitung.


5. Wie sieht deine Schreibroutine bis jetzt im NaNo aus und hast du vor sie beizubehalten?

Routine ist groß gesagt.
An Tagen, an denen ich Uni bis abends habe, setze ich mich so früh wie möglich hin und schreibe bis Mitternacht. Den Tag über versuche ich, möglichst viel am Handy zu schreiben. Da ich auf dem Smartphone vollwertiges Word habe, lade ich meine Schreibe direkt auf OneDrive hoch, damit ich abends am PC darauf zugreifen kann. Gerade an Tagen, an denen ich viele Freistunden habe, aber früh an die Uni muss, kann ich auch an einem PC per Online-Office weiterarbeiten.
Mit anderen Worten: Ich quetsche überall Schreibzeit rein, wo sie sich reinquetschen lässt. Und stelle fest: Irgendwo gibt es immer ein Schlupfloch zum Schreiben.
Wenn ich frei habe, dann versuche ich, die zusätzliche Zeit zum Einlesen zu nutzen und um bewusster zu überlegen, was ich als Nächstes schreibe. Zeit habe ich ja genug und die Mindestwortzahl habe ich bisher immer geschafft.
Nach Mitternacht läuft es immer gleich: Dann mache ich schnell einen Screenshot für meine Facebookseite, berichte dort und auf diversen Plattformen von meinen Schreibfortschritten und sichere jedes Kapitel separat im Web.
Damit ja nichts verlorengeht.

Damit fahre ich momentan ganz gut.

Wie ist es bei euch?

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