So arbeite ich – oder „In 14 völlig chaotischen Schritten zum fertigen Buch“

Ich habe es oft versprochen und eigentlich will ich gefühlt schon seit Monaten darüber bloggen – aber ich vergesse es immer. Vorneweg gesagt: Alles ist im Wandel. Wie jeder kreative Vorgang ist besonders das Schreiben vielen Schwankungen unterworfen. Ich habe unzählige Anfänge und unzählige Geschichten in mir, die noch irgendwie reifen müssen. Und dann wieder gibt es Geschichten, die mir eingefallen sind und relativ flott eine Umsetzung erfahren haben. Innerhalb einer Stunde. Oder lediglich nach zwei Wochen, statt nach drei Jahren.
Eins haben alle Geschichten gemeinsam – egal wie lange sie für ihre Entstehung brauchen, der Prozess selbst läuft immer ungefähr gleich ab. Manche Phasen finden parallel zueinander statt. Manchmal überlappen sie sich für verschiedene Teile ein- und derselben Geschichte.
Ich bin ja kein Fabrikgerät, das immer das Gleiche in der gleichen Reihenfolge tut und dabei Geschichten ausspuckt :). Falls ihr an der Stelle noch nicht abgeschreckt seid… Hier kommen die nötigen 14 Schritte, ehe ich ein Buch in die Welt entlasse (bei einer Kurzgeschichte verläuft es ein bisschen weniger langwierig, aber im Prinzip ähnlich).

1. Die Stimmen in meinem Kopf

Meist merke ich gar nicht, wie es anfängt. Jedenfalls nicht direkt. Nur dass da irgendwie eine Geschichte ist, ein Name, Dialogfragmente, Bilder, die sich ohrwurmartig immer wieder in meine Gedanken schleichen und irgendwann so nervig werden, dass ich mir Notizen mache.
Meistens habe ich eine Weile Ruhe, sobald die Notizen sicher irgendwo verbuddelt sind, wo ich sie in der Regel ein paar Monate lang nicht anschaue.
Manchmal habe ich Glück und die mich heimsuchende Idee passt perfekt zu einem Ausschreibungsthema. Dann wird sie mehr oder weniger sofort umgesetzt, nur um dann bis kurz vor Einsendeschluss gefühlt 500 Überarbeitungen zu erfahren. Das kommt gar nicht so selten vor, inzwischen habe ich ein recht ansehnliches Arsenal aus Kurzgeschichten und Romanfragmenten (die ich natürlich dann nicht einsende), die auf diese Weise entstanden sind.

2. Kapitel eins – Prolog – oder auch das Ende

Manchmal schließt sich diese Phase direkt an die Notizen- und Stimmenphase an. Manchmal kommt sie auch wesentlich später, wenn sich die Notizen immer mehr verdichten und die Stimmen sich nicht durch das Aufschreiben davon abhalten lassen, durcheinanderzurufen.
Dann schreibe ich – ganz banal – die Szene, die mich gerade nicht loslassen möchte und unbedingt geschrieben werden will. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um einen Anfang. Den Prolog, das erste Kapitel oder irgendetwas relativ vom Beginn der Geschichte, die ich erzählen will.
Manchmal schreibe ich noch eine Szene irgendwo aus der Mitte. Oft schreibe ich direkt nach dem Anfang oder zumindest zeitlich nur kurze Zeit später das Ende. So weiß ich fast immer, wie eine Geschichte ausgeht – und zwar oft Monate, bevor ich auch nur ansatzweise mit dem Herunterschreiben beginne.

3. Sowas Ähnliches wie Plotten

Ich bin mal ganz ehrlich, so wirklich die perfekte Ratio zwischen „einfach drauflos loslegen“ und „vorausplotten“ habe ich noch nicht gefunden. Plotte ich zu viel (wie bei der Urfassung von „MV“), dann hake ich nur Szenen ab, verliere die Freude und das Ganze wird schnell überkonstruiert und gefällt mir nicht. Plotte ich zu wenig, habe ich schon mal so lustige Situationen wie bei meiner Unparallel-Reihe – ich stelle fest, dass ich zwischen die ursprünglichen Bände zwei und drei noch einen Handlungsstrang einbauen muss, damit es sich zeitlich vernünftig ausgeht und keins der Bücher zu überfüllt wird. Also schnell einen Band eingeschoben, sodass aus Band drei Band vier wird.
Nur dass ich für den neuen Band drei keinen Plan hatte, außer eben, dass er zu den Ereignissen in Band vier führt und ich diesen Zwischenschritt unbedingt brauche.
Ich habe mich oft ratlos gefühlt und wusste nicht wirklich, wie weiter, auch wenn das Ziel eigentlich klar war. Ein wenig mehr Planung hätte mir hier also durchaus gut getan. Also plotte ich Band fünf bis sieben mit der Schneeflockenmethode – und stelle fest, dass ich erstens am Ende ein völlig anderes Ende geschrieben habe als geplant und zweitens, dass das Plotkonstrukt nur für Band fünf reicht.
Ähm, ja.
Meistens schreibe ich bei längeren Projekten aber einfach eine Liste mit Ereignissen, die auf alle Fälle passieren müssen. Zusätzlich entstehen in dieser Phase oft Szenen, die irgendwo in der Mitte spielen und um die ich herumplanen kann. Heißt in meinem Fall: Ich schreibe ein paar Stichpunkte dazu auf, was vorher passieren muss und ein paar dazu, was vermutlich aus dieser Szene an Konsequenzen resultiert und somit danach passieren müsste.
Wenn mir nicht gerade solche Fails wie der eingeschobene Band passieren, reicht das auch durchaus aus, um eine Geschichte halbwegs von A nach B zu bringen.

4. Erstmal auffüllen

Bevor ich losschreibe, versuche ich erst einmal, so viele Lücken wie möglich zu füllen.
Das heißt: Ich schaue mir meine Liste mit geplanten Szenen an und versuche, so viele wie möglich einfach schon mal zu schreiben. Das geschieht noch völlig planlos – springt mich ein Stichpunkt an und bekomme ich sofort Lust, die entsprechende Szene zu schreiben… schreibe ich sie. Wenn nicht, dann eben nicht.
Außerdem versuche ich, möglichst viele Stichpunkte zum „Davor“ und „Danach“ bereits vorgefasster Szenen umzusetzen und dazu widerum „davor“ und „danach“ zu formulieren.
Das klingt übrigens planender, als es ist. Oft habe ich Szenen und Stichpunkte, aber dazwischen so viel Freiraum, dass ich keinen blassen Schimmer habe, wie es eigentlich dazu kommt, dass die Charaktere sich genau in DIESE Richtung verändern, die für die Szene nötig wäre. Da lasse ich mich überraschen.
Das kann übrigens unter Umständen schon mal ein paar Jahre dauern oder ganz schnell gehen.

5. Runterschreiben

Die Geschichte ist nun in einem Zustand, in dem ich in bester Discoverymanier einfach durchschreiben kann. Wie so ein Slalomfahrer auf Skiern fahre ich von einem Punkt zum Letzten, habe dabei aber so viel „offene Strecke“, dass ich noch ausreichend improvisieren kann – und muss.
Das geht dann in der Regel – sofern ich keinen zu großen Blödsinn mache oder durch spontane Einfälle mal eben meine Vorplanung unbrauchbar mache – absurd schnell. Ich habe etwa 10 Monate gebraucht, um in dieser letzten Phase neun Bände einfach herunterzuschreiben.

6. Liegenlassen

Nicht anfassen. Nicht lesen. Nach Möglichkeit nicht daran denken.
Ich vertraue meinem Hirn, das im Unterbewusstsein an der Geschichte weiterwerkelt. Wenn ich mich da einmische, störe ich nur.
Es tut meinen Geschichten gut, sie so lange wie möglich liegenzulassen, denn dadurch entfernt sich das Brett vor dem Kopf und ich bin in der Lage, ein wenig „von außen“ auf bestimmte Punkte zu schauen und bei Feedback nicht so inflexibel zu sein. Wenn die Betaleser dann sagen, dass eine Szene weg muss oder ein Charakter nicht konsistent ist, springe ich bei zeitlichem Abstand nicht sofort vor Schreck an die Decke, sondern kann selbst mit analytischem Auge draufschauen und vielleicht widerwillig feststellen, dass sie Recht haben.

7. Den Betalesern zum Fraß vorwerfen

Exakt. Es gibt etwas, was ich im Grunde genommen so gut wie nie tue – jedenfalls nicht bei längeren Projekten – nämlich das „erstmal selbst überarbeiten“. Ich habe es schon oft versucht, aber um ehrlich zu sein kommt dabei nur Unsinn raus.
Ohne vermessen sein zu wollen – ich schreibe sehr rechtschreibsicher, sodass meine Betaleser keine Geschichte vorgesetzt bekommen, die vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern trieft. Da ich in der ersten Überarbeitungsrunde außerdem ausschließlich Wert auf Inhalt/Logik lege und die Betaleser um entsprechendes Feedback bitte, sind auch etwaige seltsame Formulierungen noch nicht wichtig. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie – gerade wenn die Szene etwas älter ist und ich mich entwickelt habe – in Fassung zwei überhaupt noch vorkommen, ist sowieso gering.
Ich beantworte in dieser Phase jedes Feedback möglichst sofort. Gerade wenn ich einen heftigen Fehler gemacht haben sollte, ist es außerordentlich wichtig, nachzuhaken und vielleicht ein längeres Gespräch zu führen. Denn dann weiß ich ganz genau, wo der Fehler liegt und kann beim Überarbeiten gezielt an dieser Stelle anpacken.

8. Phasen eins bis 6 für irgendein anderes Projekt durchlaufen

Feedback einholen dauert eine Weile und ich muss ja zeitlichen Abstand gewinnen. Also mache ich in der Zeit etwas zu einem anderen Projekt. Oder widme mich verschärft liegengebliebenen Blogposts.

9. Die erste Überarbeitung

Hier geht es ans Eingemachte. Ich öffne das Feedback eines jeden Betalesers separat und öffne das Originaldokument.
Dann gehe ich von oben nach unten alles durch, was mir angemerkt wurde und wo ich einfach mit „Stimmt“ oder „Wird umgesetzt“ geantwortet habe. Das lässt sich schließlich sofort erledigen.
Bei Sachen, bei denen ich noch diskutiert habe, lese ich mir die Diskussionen genau durch, um die bestmögliche Umsetzung zu finden.
Danach geht es zum nächsten Feedback, das ich auf die gleiche Weise abarbeite.
Je nachdem, WIE schwerwiegend die Änderungen sind, kann ich entweder mehrere Kapitel an einem Tag abarbeiten, oder… es ist so heftig und einschneidend, dass ich meinen besten und strengsten Betaleser unbedingt ans Telefon oder in den Chat holen muss, um ihn stundenlang mit meinem Problem zuzuquasseln. In 80% der Fälle löst es sich auf, noch während ich es schildere. In den anderen 20% muss er mir beim Denken helfen.
Das läuft meist so ab.
Ich: „Problem, schwerwiegend, das ganze Plotgerüst stürzt ein, Panik hoch 5, ich weiß nicht mehr weiter!“
Er: „Schon mal daran gedacht, einfach wen anders die Tür öffnen zu lassen?“ (oder irgendeine andere ähnlich banale Antwort)
Ich: „Ähm…. stimmt. Dann funktioniert es. Danke!
In seltenen Fällen ist es wirklich schwerwiegend. Dann reden wir länger darüber. Aber bisher hat noch kein Problem ein Gespräch mit ihm überlebt.
So eine Überarbeitung… kann je nach Schwere der Problemstellen unterschiedlich lange dauern.
Im Zuge der Überarbeitung fertige ich mir außerdem „Kapitelexposés“ an. Die sehen meist so aus:

Kapitel:
Perspektive:
Zeit:
Ort:
Was passiert:

Dabei markiere ich farbig Dinge, die Auswirkungen auf spätere Kapitel habe, damit ich beim Überarbeiten der folgenden Kapitel auch ja daran denke, es ein- und umzubauen. Die Idee dazu habe ich von Ally Stone. Sie nutzt es allerdings eher, um vorauszuplanen, während ich es nutze, um quasi zu schauen, was ich so alles habe und wann was stattfindet – also nach dem Schreiben.

10. Die Betaleser dürfen noch mal

Falls ich irgendwelche Logikfehler übersehen oder neu eingebaut habe. Auch hier wird noch nicht auf Sprache geachtet.
Die ist vorerst unwichtig. Ein Satz darf gerne hässlich sein, solange er mich aus einer Logik-Zwickmühle befreit und das wissen meine Betas. Es sei denn, der Satz ist so hässlich, dass sie nicht widerstehen können ;-).

11. Die zweite und dritte Überarbeitung

Ich entferne die letzten Logikfehler. Anschließend poliere ich über die Sprache einmal drüber und merze aus, was nicht sonderlich schön ist.
Das mache ich meist erstmal im Alleingang und ohne elektronische Hilfen, nur mittels „durchlesen und schauen“.

12. Die Betaleser

Dieses Mal bitte ich meine Betaleser, mich auf Rechtschreib- und Grammatikfehler, Tippfehler und Formulierungen zu prüfen. Dafür erhalten sie eine PDF des Manuskriptes, um sie dann per Kommentar einzufügen. Das ist meist einfacher als die übliche kapitelweise Vorgehensweise.

13. Letzte Übeerarbeitung

Ich baue ein und ändere, was man mir hier noch angemerkt hat. Dabei gehe ich die Anmerkungen der Betaleser jeweils wieder nacheinander durch. Und muss so manches Mal über die dämlichen Fehler lachen, die ich übersehen habe – was die Überarbeitung schon mal verzögert… 😉

14. Das Buch geht auf die Reise

Das Buch ist so weit fertig, wie ich es fertigmachen konnte, ohne professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ich suche mir Verlage aus, zu denen das Geschriebene passen würde und die gerade Manuskripte annehmen. Dann lese ich mir sehr genau durch, was sie verlangen und bereite die entsprechenden Unterlagen vor. Für jede Verlagsbewerbung schreibe ein separates Exposé (und lasse erfahrene Autoren und Betaleser drüberschauen) – manche Verlage wollen nur eine A4-Seite, andere verlangen drei Seiten, wieder andere haben fertige Vorlagen zum Download, an die man sich unbedingt halten sollte.
Außerdem schaue ich, ob mein Vita-Dokument noch aktuell ist und aktualisiere es gegebenenfalls (eigentlich sollte man die Vita jedes Mal prüfen, wenn man was einsendet!).
Dann mache ich das gesamte Päckchen für die einzelnen Verlage fertig (Leseproben in der gewünschten Länge und aus den gewünschten Stellen des Romans ausschneiden, gegebenenfalls weitere verlangte Dokumente einscannen oder eingescannt halten), formuliere freundliche Anschreiben und verschicke meine Bewerbungen bevorzugt per E-Mail.

Wie geht ihr vor? Hat euch der Text etwas gebracht – und sei es nur Spaß am Lesen oder einen „Oh, so arbeite ich auch“-Moment?

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19 Gedanken zu “So arbeite ich – oder „In 14 völlig chaotischen Schritten zum fertigen Buch“

  1. Dieser Beitrag hat mir mal wieder eine herrliche Mischung aus Lese-Spaß und tollen Infos beschert. Und an einigen Stellen musste ich echt lachen! Das kam mir so bekannt vor… Bei mir läuft es gefühlt immer mal wieder anders ab. Mal schreibe ich wild – und ich meine WILD – drauflos und habe das Gefühl das die Schreib-Gäule total mit mir durchgehen. Solche Schreib-Zeiten können dann gut oder böse enden. 😉 Manchmal plotte ich bis fast zum letzten Fussel und komme damit dann auch gut klar. Also eine immer wiederkehrende 10-Punkte-Liste gibt es da bei mir nicht. Ich probiere mich gerne aus: verschiedene Plot-Methoden, verschiedene Schreibstile, verschiedene Genre, VERSCHIEDENE ist also das Zauberwort! 😀 Am wichtigsten ist mir nach all den Schreib-Jahren, dass es mir immer noch Spaß macht zu schreiben!

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  2. Ich find’s immer spannend zu lesen, wie andere Autoren arbeiten. Da gibt es oft so riesige Unterschiede, dass ich mich frage, wie mit dieser oder jener Methode ein Buch herauskommen soll … aber he, solange es funktioniert, sollte jeder so arbeiten, wie es für ihn/sie am besten ist. Ich halte nichts von Arbeitsweisendogmas, weil sie immer nur auf einen Teil der Autoren zutreffen.

    Bei mir unterscheidet sich die Methode von Buch zu Buch – manche sind komplett durchgeplant (je größer der Krimi-Anteil, desto mehr Planung brauche ich), andere sind mehr nach dem Prinzip „gucken wir mal, was sich hinter dieser Abzweigung verbirgt“ geschrieben.

    Was ich für absolut unerlässlich halte, sind Betaleser, und zwar die brutal ehrlichen. Mir ist 1000mal lieber, dass mich Betaleser auf logische Schnitzer und grausame Charakterentwicklungen aufmerksam machen, als später Leser, die dafür Geld bezahlt haben und sich so ärgern, dass sie nie wieder etwas von mir lesen wollen.

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    1. Meine Rede! Arbeitsweisendogma ist ein schönes Wort – und du hast Recht, völliger Unsinn. Ich habe mich mal in einem Autorenforum über die Verteufelung des Discoverywriters durch viele Ratgeber ausgetauscht – so ein Dogma ist übel. Es gibt das Gefühl, etwas „falsch“ zu machen, wenn man einfach so arbeitet, wie es einem selbst liegt.
      Und ich glaube dir SOFORT, dass Krimis mehr Planung brauchen. Einfach da man da alle Hinweise ganz präzise streuen muss, damit am Ende alles so klappt, wie es sein soll.
      Oh ja… Genau das. Ich habe vor nichts größere Angst, als vor Lesern, die ein Plotloch aufdecken und mich dafür lynchen könnten. Und das meine ich ernst. Oder eine Logiklücke. Oder einen Recherchefehler *angst*. Da ist es mir lieber, der Beta sagt, dass es so ganz gewiss nicht funktioniert. Fünf Minuten lacht er mich aus – und dann wird gearbeitet ❤

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  3. Oha, das sieht nach ziemlich viel Arbeit drumherum aus..Aber einen guten Teil deiner Programmpunkte kenne ich zumindest ähnlich. Und: Klasse, dass du offensichtlich nen ganzen Pool von Betalesern (und nem netten kleinen Alphatierchen) hast 😀 Da muss ich wohl noch dran arbeiten.
    Ich habe bei meiner Schreiberei lange mit einem groben Konzept gearbeitet. Da war die Idee, die gereift ist und im Kopf schon längst diverse Kinofilme produziert hat, Szenen, die sich immer wiederholen, bevor ich der ewig stichelnden Muse nachgebe und mich mal hinsetze um ein Gerüst zu bauen.
    Das ist dann auch extrem grob! Aber wenn ich dann ernsthaft nach nem Anfang suche, zeigt sich ganz schnell, ob zumindest der Einstieg einigermassen tragfähig ist.
    Ich habe einige Jahre Fanfiction geschrieben. Und für meine 3 größeren Projekte bin ich dann wie folgt vorgegangen:
    Sobald ich den Einstieg gefunden habe (was manchmal ganz schön zäh ist) plane ich für 3 – 5 Kapitel voraus. Wenn ich ne gute Welle finde surfe ich auch schon mal 8-10 Kapitel voraus. Diese KaApitel sind immer grobe Inhaltsangabe dessen was drin passieren soll.
    Weiter voraus geht gar nicht! Denn erfahrungsgemäß nehmen sich meine Beteiligten Chars ein nicht ganz kleines Mitspracherecht heraus und verändern den Ablauf, oder finden den ihnen zugeteilten Mitspieler so unsympathisch, dass der tot ist bevor er seinen ersten Satz hatte…
    Aber mit einer flexiblen Planung für die nächsten paar Kapitel komm ich gut zurecht.
    Außerdem steht natürlich im Vorfeld (meistens) schon fest, in welche Richtung die Story läuft: Abenteuer, Romanze, Krieg auf Leben und Tod, – oder alles zusammen.
    Bei Fanfiction habe ich allerdings den großen Vorteil, dass ich kapitelweise poste. Will heißen: da wird geschrieben, korrigiert, schnell noch überarbeitet und dann raus mit dem Ding, damit meine Leser möglichst schnell Echo geben können…
    Und was einmal gepostet ist, wird nicht mehr verändert. 😛
    Da liegen dann zwar immer noch einige Stolperfallen drin vergraben, aber ich kann im Nachhinein nicht mehr den Lauf verändern, weil noch was dazu kommt oder etwas wegfällt. Kapitel abgehakt und nach vorne geschaut. Fertig 😀
    (Meine aktuelle Fanfiction (Pride&Destiny) wartet nun allerdings schon so lange auf Fortsetzung, dass ich erst mal wieder den roten Faden suchen muss…)
    Bin allerdings immer noch selber sehr gespannt, wie das alles bis zum Schluss in meinem Romanprojekt funktionieren soll…
    Bisher ging´s einigermaßen gut.
    Dir auch noch viel Spass (und Erfolg!) mit deinen diversen Buchteilen… 😉

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    1. Arbeit drumherum? Definitiv – aber es macht großen Spaß (jedenfalls meistens)… ^^
      Ich kenne einige meiner Betaleser schon ewig, meinen besten Betaleser seit ungefähr 2010. Einige kamen etwas später dazu und sind geblieben. Wenn du Betaleser finden willst, ist es wichtig, zu netzwerken, in Foren und Facebookgruppen mitzuwirken und Menschen zu finden, denen du vertraust :).
      „Das nette kleine Aphatierchen“ ist ein 1,80m großer, außerordentlich kritischer Leser ❤
      Oh ja *-* Ganze Kinofilme vor dem inneren Auge <3. Das ist das Schönste, oder?
      Wie genau definierst du ein Kapitel? Arbeitest du mit verschiedenen Perspektiventrägern? Wie lang wird dann so ein Kapitel bei dir? *neugierig bin*
      Ich finde deine Methode faszinierend, so eine kenne ich noch gar nicht, auch nicht vom Lesen her.
      Oh ja, aus meiner aktiven Fanfiction-Zeit (so zwischen 2005 und 2010) erinnere ich mich gut an das kapitelweise Posten und dieses Hibbeln. Wie reagieren sie? Wer reagiert überhaupt? Wie viele? Was sagen sie? Ist ihnen das aufgefallen, was ich in genauer Kleinarbeit da eingebaut habe?
      Bei einer GANZ alten Fanfiction habe ich mal tatsächlich nachträglich eine Augenfarbe verändert *hehe*. Aber ja, inzwischen würde ich das nicht mehr tun. Und du hast Recht – es ist in der Welt, es darf nichts mehr damit passieren. Das haut ein wenig den inneren Kritiker weg, oder? Weil man einfach nicht endlos überarbeiten und sich zu Tode kritisieren kann 😀
      Viel Erfolg mit deinen aktuellen Projekten!
      Und… danke!

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      1. Netzwerken… *nickt* nicht gerade meine Stärke. Aber ich will das dann unbedingt als nächsten Schritt angehen. Erster Schritt: Facebook. Sobald ich mich entschieden habe ob eine Seite für´s Buch oder doch eher eine persönliche Seite erstellt werden muss. 😉
        Hast du Empfehlungen für Foren?

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        1. Ich liebe Netzwerken <3.
          Facebook ist schon mal ein wichtiger Schritt – und ich LIEBE die Kommunikation mit anderen Menschen über die Seite.
          Ich selbst habe eine persönliche Seite, in einzelnen Fällen kann es sinnvoll sein, beides zu haben. Damit habe ich aber noch keine Erfahrung.
          Ich selbst leite ein Schreibforum, das noch ganz klein und persönlich ist, wo wir uns aber gegenseitig helfen (http://39410.dynamicboard.de) Und dann gibt es noch den "Rindlerwahn" (http://www.rindlerwahn-autorenforum.de/) und das Schreibnacht-Forum https://www.schreibnacht.de/).

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  4. Mmh… das sind sehr viele Schritte.
    Ich bin zwar kein Schreiberling, aber Punkt 1 kenne ich auch. Dafür habe ich hier irgendwo ein Notizbuch runfliegen… Manchmal blättere ich drin rum und gucke, ob ein paar Gedankenfetzen zusammen passen, um daraus einen Blogartikel zu machen oder erstmal überhaupt das Thema des Gedankens für mich zu Ende zu denken.
    Bisher habe keins vom beiden geschafft – aber die Gedanken, die nervend kreisend im Kopf, sind gebannt auf Papier 😀 Herrlich, Ruhe in der Birne 😀

    Liebe Grüße und guten Rutsch

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    1. Stimmt- Um ehrlich zu sein, war ich mir sicher, dass es höchstens zehn sind und war dann selbst erstaunt, als ich beim genaueren Nachdenken feststellte, dass da noch was dazwischen passiert und das ein separater Schritt ist.
      Ja, schriftlich zu Ende denken ist toll – man zwingt quasi sich selbst, die Gedanken ganz zu formulieren und geordnet niederzuschreiben. Das hilft auch beim Weiterdenken sehr :).
      Manchmal ist ja das Überlegen selbst bereits genug Endergebnis. Muss ja nicht immer alles ganz „produktiv“ in einem Text münden, mir ist da die Gesellschaft oft zu ergebnis- und erfolgsorientiert. Manchmal reicht es, etwas um der Tat willen getan zu haben und weil es gut tut!
      Und ja, Ruhe ist herrlich!
      Danke, dir auch!
      Ganz liebe Grüße,
      Evanesca

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  5. Spannend zu lesen, wie so ein Roman bei dir entsteht. Manche Punkte sind bei mir ähnlich, andere unterscheiden sich ein bisschen, z. B. brauche ich einen festen Plot mit einer Kapitelübersicht, damit ich sehe, was in welchem Kapitel passieren soll. Das habe ich mir beim NaNo so angewöhnt und bisher bin ich mit dieser Methode am besten gefahren. Da ich meine Romane bisher aber immer in der Schubalde verschwinden habe lassen, kamen sie bisher gar nie so weit, dass ein Betaleser sie zu Gesicht bekommen hätte. Das soll sich aber im neuen Jahr ändern … 🙂

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    1. Ich finde es immer faszinierend – manchmal denke ich, ich würde auch gerne mal mit festen Kapiteln arbeiten, wie bei „MV“. Aber dann erinnere ich mich wieder daran, wie mir genau das bei MV die ganze Freude geraubt hat…
      Liebe Myna, ich wünsche dir ganz fest, dass bald ein Betaleser einen Roman von dir in die Hand gedrückt bekommt. Du lernst nie so viel, wie beim Geben und Nehmen von Feedback ❤

      Gefällt 1 Person

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