#ichbinmeineGeschichte – und ein Rant, den ich mir nicht verkneifen kann

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8. Februar 2016 von Evanesca Feuerblut

Eigentlich wollte ich nichts zu den Plagiatsfällen schreiben. Zum einen wurde schon von anderen im Grunde genommen alles gesagt, zum anderen kommt man schnell mit Kommentaren zum Thema in Teufelsküche, weil sich dann alle möglichen Leute an den eigenen Aussagen festkrallen und sonstwas reininterpretieren.
Zum anderen, weil ich nur sehr selten wirklich wütend werde. Aber dann ist es besser, ich äußere mich nicht öffentlich im Web. Dann werde ich unsachlich, wie jeder normale Mensch auch.
Aber ich stelle fest, dass es mich so aufwühlt, dass ich ohnehin bei Diskussionen zum Thema ellenlange Kommentare poste.

 

Und Redebedarf gehört gestillt.

 

Ihr findet Äußerungen anderer Autoren zum Thema unter den Hashtags #ichbinmeineGeschichte und #ichbinmeineCharaktere.
 

Denn dass hier ein Manga plagiiert/verschriftlicht wurde … das ist in gewissem Sinne analog zu dem Fall mit dem Denise-Heft (wir alle wissen, welche Dame damit gemeint ist).
Manche „Autoren“* gehen in ihrem Dünkel davon aus, dass Menschen, die „sowas“ lesen , niemals ein Buch kaufen und das Plagiat mitkriegen würden (und ja, es gibt hochmütige Menschen, für die Heftromane, Comics, Mangas und so weiter als Schund gelten, den bestimmt nur dumme Menschen lesen, die nie ein „richtiges Buch“ anfassen würden).
 
An dieser Stelle eine kleine „Beichte“: Ich habe als Kind sehr ungern gelesen. Ich habe mir lieber vorlesen lassen, aber selbst lesen? Muss nicht sein.
Erst als ich im Alter von neun Jahren regelmäßig anfing, die Comicversion des „SailorMoon“-Animes (nicht gleichzusetzen mit dem Manga!) zu lesen, wuchs meine Freude am geschriebenen Wort. Von da an verschlang ich alles, was irgendwie Buchstaben hatte. Die Stapel mitgebrachter Bücher aus dem „Bücherbus Chemnitz“, später aus der gymnasialen Bibliothek und der Stadtbibliothek Chemnitz, wuchs in astronomische Höhen.
Als Teenager las ich schon mal acht Stunden am Tag und schon mal zehn Bücher pro Woche. Darunter auch Sachbücher und dicke Wälzer.

Mein Lesehunger begann also mit im 14-Tage-Rhythmus erscheinenden „SailorMoon-Heftchen“ 

Bis heute liebe ich Mangas (echte Mangas wohlgemerkt, nicht die dünnen Papierfledderdinger, die ich als Kind gelesen habe :D**) – auch wenn ich selten welche lese, da ich sie nicht hastig weglesen möchte. Ich möchte sie genießen, ganz tief in Worte und Bilder eintauchen, träumen können. Und ich lese am Liebsten Einzelbände oder in wenigen Bänden abgeschlossene Mangas, da Serien mit 70+ Bänden einfach Zeit, Platz und Budget sprengen. Da auch Büchereien so lange Serien selten vollständig vorrätig haben, entgeht mir dadurch viel Tolles, aber damit muss ich wohl leben.
Mangas sind Kunst. Eine Synthese aus Wort, Story, Stimmung und Bild.
Ich habe mal versucht, einen zu zeichnen – Story hatte ich schon, Dialoge auch, ich hätte es „nur“ noch zeichnen müssen.
Mehr als Seite 1 gibt es nicht.
Mangabildausschnitt Athar 1

Hier seht ihr ein glorreiches Panel aus dem Jahr… 2008 oder so.

Warum?
Weil Mangas Arbeit sind. Und Kunst. Und ich festgestellt habe, dass ich es nicht hinkriege, das Konzept zeichnerisch ansprechend umzusetzen. Mir wurde klar, dass es naiv ist, zu meinen „Ich kann das“, nur weil ich gerne Mangas lese, gerne zeichne und gerne Geschichten erfinde.
Vielleicht ist das einer der Gründe, aus dem es mich so auf die Palme bringt, dass eine Manga-Autorin plagiiert wurde. Wer einen Manga – oder das Genre an sich – geringschätzt, der ahnt nicht, wie viel Arbeit da drinsteckt. Wie viel Schweiß, Herzblut und schlaflose Nächte, bis so ein Band mit in der Regel gut 150 Seiten dann fertig ist. Oder der dreiste Kopierer will es gar nicht wissen. Es könnte ja sein Weltbild ändern.
Manche Menschen lesen nur Comics.
Oder nur Mangas.
Oder nur Romanhefte.
Oder kombinieren munter die verschiedenen Formen der Geschichtenerzählung untereinander und mit digitalen Medien wie Visual Novels und Textadventures.
Das alles ist Literatur.
Es gibt kein Gut und Schlecht, wenn ein Mensch nur liest, statt sich von einem Fernsehprogramm berieseln zu lassen, das vielleicht gar nicht gefällt.
Viele aus meinem weiteren Bekanntenkreis, die NIE ein Buch in die Hand genommen haben – jedenfalls nicht freiwillig – posteten auf einmal Fotos davon, wie sie in der Badewanne, auf dem Balkon und im Urlaub „Fifty Shades of Grey“ gelesen haben.
Man kann von dem Buch halten, was man will. Aber hey, es hat Leute dazu gebracht, Bücher zu lesen. Leute, die sonst nie ihre Freizeit mit dem geschriebenen Wort verbracht haben. Und das ist toll.

Zurück zum Thema „Wieso Plagiat an sich schlimm ist und Plagiat von einem Manga die Obersauerei schlechthin“

Was mich stört, ist erstens dieses „Diese Art von Literatur ist mehr wert als eine andere Art von Literatur“. Das ist Schwachsinn. Es gibt in jedem Genre gute und schlechte Werke. Manche sind tatsächlich objektiv von niedriger Qualität (Rechtschreibfehler, schlampiger Buchsatz, was weiß ich), andere gefallen einfach bestimmten Lesern nicht. Ich bin zum Beispiel schlicht nicht die Zielgruppe für Liebesromane und rührende Teeniegeschichten über die erste Liebe. Mir wird mit großer Wahrscheinlichkeit so ziemlich kein einziges Buch aus diesem Genre gefallen, es sei denn, es ist so innovativ und handwerklich gut geschrieben, dass sogar ich als Genremuffel mich davor verbeugen muss. Aber das heißt nicht, dass Liebesromane per se schlecht sind. Sie treffen nur nicht meinen persönlichen Geschmack.
Denn was sind nun sogenannte „richtige Bücher“? Welche, wo der Text überwiegt oder welche, die auf Bestsellerlisten stehen? Oder Belletristik in Abgrenzung zur „Genreliteratur“ (Fantasy, Science-Fiction und Co.)?
Oder nur das, was irgendwie „tiefsinnig“ ist? Je nachdem, WIE hoch die Nase des Betrachters in die Luft gereckt ist, kommt etwas anderes heraus.
Aber Schund an sich gibt es nicht. Den gibt es nur in den Köpfen verbohrter Literatursnobs.
Zweitens … verrät der aktuelle Fall auch noch, dass Teile der Literaturbranche an sich ein Dünkelproblem haben. Das Buch erschien beim SELBEN Verlag wie der Manga. Und die Verlagslektoren haben es nicht überrissen. Kennen sie ihre eigene Manga-Abteilung nicht?
Oder ist ihnen ihre eigene Manga-Abteilung so unwichtig? Ich will diesen Gedanken gar nicht erst zu sehr weiterverfolgen.

 

Ein paar Worte zum Abschluss

 

Ich finde jedes Plagiat eine Frechheit.
Ein Plagiat ist ein Zeichen davon, dass man sich selbst so geringschätzt, dass man von anderen stehlen muss. Denn man glaubt nicht daran, selbst Geschichten in ausreichender Menge oder ausreichender Güte produzieren zu können.
Ein Plagiat ist ein Zeichen davon, dass man die eigenen Leser für zu blöd hält, um es zu durchschauen. Autoren, die keinen Respekt vor ihren Lesern haben – das ist in meinen Augen das größte NoGo schlechthin.
Und ein Plagiat von Literaturuntergruppen, die ohnehin von Vielen aus irgendeinem Grunde belächelt oder als minderwertig angesehen werden, setzt dem Ganzen die Krone auf. Egal ob es sich dabei um Heftromane oder Mangas (oder ein „Killerspiel“) handelt.

 

Wie seht ihr das? Sind die Plagiatsfälle an euch vorbeigegangen oder habt ihr die Fälle und den Hashtag mitverfolgt? Wie fühlt ihr euch als Leser, wenn ihr ein Buch lest und feststellt, dass euch das bekannt vorkommt?

 


*Ein Autor ist per Definition gemäß Duden 
Verfasser eines Werkes der Literatur, eines Textes
Ein plagiierender Mensch ist nicht der Verfasser des Werkes. Ergo in meinen Augen auch kein Autor.
** Und die ich im Nachhinein als reine Abzocke betrachte. Ein SailorMoon-Heft aus den 90ern (bzw. ging die letzte Ausgabe 2002 in die Geschäfte) bestand aus der Umwandlung des Animes in einen kurzen Comic – es handelte sich also NICHT um den Manga – einigen abgedruckten Fanarts, Extras und Poster, Fragen und Antworten und sonst ein paar Zusatzinfos rund um das Franchise. Das Papier war dünn und hielt mehrmaligem Lesen nicht wirklich stand. Und auch sonst ging es nur darum, mit den Wünschen kleiner Mädchen wie mir Geld zu machen. Aber was solls, ich bin immer noch dankbar, dass es sie gegeben hat und habe sie als Kind heiß und innig geliebt.
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23 Kommentare zu “#ichbinmeineGeschichte – und ein Rant, den ich mir nicht verkneifen kann

  1. Plagiat – egal in welchem Genre – ist auch für mich ein absolutes no go! Ich finde es traurig, wie in solchen Fällen mit den Ideen von Autoren umgegangen wird. Und als ich kürzlich las, dass manche Leser der Meinung seien, weniger bekannte oder unbekannte Autoren könnten sich doch glücklich schätzen, wenn man von ihnen abschreibt… da fehlten mir wirklich die Worte!

    Meine Lese-Begeisterung hat übrigens auch mit Comics begonnen. Sozusagen mit „Groschen-Heften“. In meiner Zeit gab es wöchentlich „Biene Maja“, „Heidi“, „Pinocchio“ und später dann eben „LTB´s“, „Fix und Foxi“… Meine Mutter hat mich mit all diesen Heften versorgt. Und das in einer Zeit, in der man Kindern nicht unbedingt erlaubte diesen „Schund“ zu lesen. Sie war der Meinung: hauptsache lesen! Es ging dann ganz schnell, dass ich alles las was mir in die Finger kam.

    Und heute? Erst kürzlich habe ich eine ganz tolle Graphic novel gelesen, hin und wieder lese ich ein LTB (wir haben die ersten 400 bis auf eins vollzählig!) und dann lese ich Siegfried Lenz, James Michener, Judith Lennox, Diana Gabaldon, Stephen King, Heinrich Böll…………….

    Lesen ist etwas Wunderbares! Und ich möchte immer wissen, von wem gerade diese Geschichte stammt!!!

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    • Was? Jemand hat SO eine Meinung, dass die Autoren doch glücklich sein sollen? Woah… Ne :O. Mir ist in der Diskussion Einiges untergekommen, das ich an Lesermeinungen seltsam fand. Aber so eine nicht :O.
      Die LTBs gibt es ja heute noch, ansonsten gibt es glaube ich gar nicht mal mehr so viele Comics bzw. kosten die einfach ein halbes Vermögen, weil es ja keine Hefte mehr sind, sondern farbig gedruckte Hardcover… -.-
      Und genau – Hauptsache, lesen. Egal was ❤
      Exakt!

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      • Ja, ich konnte es auch nicht glauben!!!
        Stimmt, heutzutage sind Comics wesentlich teurer. Mein Mann hat eine Sammlung und hat mir nach und nach mal die Werke von unterschiedlichen Zeichner gezeigt. Eine ganz eigene besondere Welt. Und echt interessant! Kürzlich waren wir in Hannover im Wilhelm-Busch-Museum. Da hängt aktuell eine Ausstellung zum Thema Comic. Was es da alles zu sehen gibt! Wieder mal Nischenwissen… 😀

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        • Wir haben eher Mangas als Comics im Haus, aber da durfte ich verschiedene Zeichenstile und Grade an Realität auch schon bewundern. Man denkt ja immer, so vorurteilsmäßig, die sehen alle gleich aus.
          Nope :D.
          Wilhelm-Busch-Museum… Das stelle ich mir toll vor 😀

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          • Genauso dachte ich es auch: ist doch alles eine Suppe… denkste! Allein z. B. bei der Reihe „Leutnant Blueberry“ sind über die Jahre verschiedene Zeichner am Werk gewesen und was manche da zaubern… Hut ab!!!
            Das ist es! Wobei es heute Deutsches Karikaturenmuseum genannt wird. Blöd… Ich wohne übrigens ganz in der Nähe vom Geburtsort von Wilhelm Busch. In dem Haus ist heute ein Museum. Da sind Skizzen von ihm zu bewundern – WOW! Der konnte so viel mehr, als Max und Moritz zeichnen!

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            • Ja, ich höre immer wieder von einer Bloggerin, die sich gut mit Comics auskennt „Der Zeichenstil von XY passt besser zur Reihe als der von ABC“ usw. :D. Klar, das ist eine Wissenschaft für sich und bei Comics, die über 50 Jahre und länger fortgeführt werden, auch unumgänglich.
              Gut zu wissen, falls ich mal in dieser Ecke Deutschlands unterwegs bin. Da muss ich rein.
              Oh, wie toll! ❤ Ich glaube sofort, dass die toll sind… 😀

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  2. Die Manga-Umschreibung wurde, soweit ich das weiß, als Selfpublisher veröffentlicht, den Verlagsvertrag hatte sie für eine andere Bücherreihe. Hat sich für sie aber auch erledigt. (Kleiner Moment der Schadenfreude.)

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  3. Mic sagt:

    Die Sache mit dem Manga ist an mir vorbei gegangen, weil ich an dieser Kunstform nicht sonderlich interessiert bin (sie aber als Kunstform anerkennen und wertschätzen kann). Generell frage ich mich in Bezug auf die Plagiatsfälle immer, wie die „Autoren“ ruhig schlafen können. Ich persönlich hätte viel zu viel Schiss, damit aufzufliegen. Aber ich habe, wahrscheinlich, auch noch zu viel Schriftstellerehre (ein schönes Wort) in mir, um mich auf so etwas einzulassen.

    Wenn ich als Leser darauf stieße, weiß ich nicht, was ich tun würde. Den „Autor“ zu kontaktieren bringt wahrscheinlich nicht viel. Also bliebe nur der Weg über den beklauten Verlag oder Autoren – und die Hoffnung, dass dort Wille und Mittel vorhanden sind, um den Rechtsweg zu beschreiten.

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    • Kaori Yukis „Boys Next Door“ wurde von einer Autorin des gleichen Verlags mehr oder weniger verschriftlicht und das flog auf, weil es einem Fan auffiel.
      Das frage ich mich auch. Ich meine, muss man da nicht permanent Angst haben, dass es rauskommt? Dann ist ja die Karriere ein- für allemal vorbei. Die Community vergisst nie.
      Ne, es bringt wirklich nur, den Verlag anzuschreiben, fürchte ich.

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      • Jery Schober sagt:

        Das Traurige ist, dass die Karriere dann NICHT vorbei sein muss. Siehe Martina Gercke.

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      • Mic sagt:

        Jetzt verstehe ich auch deine Tweets zum Thema erst so richtig.

        Von einer Autorin des gleichen Verlags? Wie dreist kann man sein!?

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        • Ja, ich bin gestern ein wenig explodiert. Sonst versuche ich immer, im Social Media sachlich zu bleiben, aber irgendwann ist auch bei mir eine Grenze erreicht.
          Exakt. Einer der großen Buchverlage hat ja auch eine Mangasparte – über die Kaori Yuki vertrieben wird. Und genau bei diesem Verlag ist die neue Plagiatorin unter Vertrag.
          Und der Verlag hat es nicht mal gemerkt ohne Anmerkungen von Fans.

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          • Mic sagt:

            Die beiden Sparten sind wahrscheinlich im Verlag fein säuberlich voneinander getrennt. Vielleicht schaut man zukünftig wenigstens mal ins Novitätenprogramm der jeweiligen Kollegen hinein. Peinliche Nummer!

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            • Das Original ist ja schon etwas älter (2003), aber ja, ich hoffe, in Zukunft schauen die zwei Verlagssparten öfter mal bei einander vorbei.

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              • Bei den wenigsten Verlagen mit mehr als einem Dutzend Mitarbeitern wissen die Leute einer Sparte, was ihre Kollegen der anderen Sparte machen. Denn oft arbeitet man ja dort, wo der eigene Geschmack und damit das Fachwissen am ausgeprägtesten ist. Und mit der Sichtung von Manuskripten etc., die viele Lektoren in ihrer Freizeit noch machen, bleibt da schlicht kaum Zeit, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Wahrscheinlich kennen sie die Cover der „anderen“ Büchern, aber genaueres zum Inhalt nur in den seltensten Fällen. Traurig, aber leider sehr weit verbreitete Realität.

                LG, Julia

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                • Okay, das macht durchaus Sinn, dass man als Lektor etc. dort arbeitet, wo die eigenen Interessen liegen. Wer am Liebsten Liebesromane liest, sitzt vermutlich auch nicht in der Thrillerabteilung. Da hast du natürlich Recht.
                  Traurig ist das trotzdem, ich meine, es hat Fans/Leser gebraucht, damit es mal auffällt.
                  Vielleicht wird der aktuelle Fall aber zumindest dafür sorgen, dass große Verlage ein paar „Zwischenprüfer“ für solche Fälle engagieren, die eben für das Prüfen über Genregrenzen hinweg zuständig sind.
                  Das darf einfach nicht passieren.

                  LG,
                  Evanesca

                  Gefällt mir

                  • Jery Schober sagt:

                    Ich kann absolut verstehen, dass den einzelnen Lektoren keine Ähnlichkeit aufgefallen ist. Aber sollten nicht die Menschen der PR-Abteilung und im Verkauf es bemerken? Sie sind diejenigen, die das ganze Programm kennen sollten. Es sei denn, dass dort genauso streng nach Fachbereich getrennt wird.

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  4. Jery Schober sagt:

    Die Sache mit dem Manga-Plagiat habe ich nicht mitbekommen, die anderen vorher schon. Plagiat ist und bleibt eine Urheberrechtsverletzung, egal wie sehr ein Autor versucht es schönzureden. Wobei manche Autoren dabei eine erstaunliche Kreativität an den Tag legen, so dass man sich fragt, warum sie diese Kreativität nicht in eigene Ideen stecken …

    Sich von einer Geschichte inspirieren lassen, eine Figurenkonstellation übernehmen, einen ähnlichen Grundplot haben – alles kein Problem. Es wird ja immer behauptet, dass alles schon mal da gewesen ist, und das Wichtigste ist die kreative Umsetzung, wo man mit Originalität punkten kann. Selbst die ganz Großen haben ihre Plots „geklaut“ (Shakespeare hat sich auch nicht alles selbst ausgedacht), aber ihr eigenes Ding daraus gemacht – sie wurden von anderen Werken beeinflusst, inspiriert und zum beliebten Autorenspiel „was wäre wenn“ angeregt.
    Aber kopieren? Das geht gar nicht. So was tut man schlicht und einfach nicht.

    Das mag naiv von mir sein, aber mir wurde während des Studiums eingetrichtert, dass man für jedes Zitat eine Quellenangabe verwenden muss, auch für die indirekten. Ich käme in 100 Jahren nicht auf die Idee, ein anderes Buch abzuschreiben oder den Plot eines Comics unverändert niederzuschreiben. Das hat auch etwas mit persönlicher Schriftsteller-Ehre zu tun.

    Und dann noch glauben, dass niemand draufkommt? Das ist ein besonderer Fall von Größenwahn und Geringschätzung der Leserschaft. Diesen Autoren wünsche ich, dass sie nie wieder ein einziges Buch verkaufen und nie mehr gelesen werden. Für solche Autoren hat die Hölle mit Sicherheit ein eigenes Plätzchen parat (um Shepherd Book zu paraphrasieren ;-)).

    Gefällt 2 Personen

    • Oh ja. Gerade die Dame mit dem Denise-Heft hatte eine SEHR kreative Erklärung für das Plagiat. Auch wenn die keinen Bestand hat, wenn man selbst schreibt und weiß, dass das Erzählte so nicht stimmen kann.
      Genau. Autorenspiel ist was Tolles. Inspiration auch. Gerade dieses „Und was, wenn ich jetzt KEIN Happy End mache, sondern es in Wahrheit nur in einem PC-Spiel geschah und jetzt alle tot sind?“ oder so macht es ja spannend.
      Einige Erzählmuster sind so alt, wie die Menschheit selbst, siehe Heldenreisen. Aber die Umsetzung ist das Spannende.
      Ich finde deine Ansicht nicht naiv, sondern sehe es wie du. Schriftstellerehre ist etwas, was ein plagiierender Autor verwirkt hat, finde ich.
      Genau das meine ich. Diese Geringschätzung führte auch zu meinem gestrigen Ausbruch auf Twitter.

      Gefällt 1 Person

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