Von meinen täglichen Schlachten mit den Quantitäten des Schreibens

Ich habe auf Twitter heute (und teilweise auch gestern) die ganze Zeit was von „Mindestwortzahl geschafft, Strechgoal 1 geschafft, Stretchgoal 2 geschafft, perfekter Schreibtag“ geschrieben.

Vielleicht interessiert es euch, was es damit auf sich hat.

Ich arbeite sehr stark mit quantitativen Anreizen, um mich zu motivieren. In Zahlen zu sehen, wie viel ich geleistet habe, spornt mich oft an, doch noch ein wenig länger am Text dranzubleiben und mich intensiv in ein Kapitel hineinzuknien.
Das funktioniert genauso gut wie das „Schreibprogramm ist an – ich bin kreativ“.

Die Tabelle, die ich für diese Erfassung benutze, gibt mir mehrere Zahlen aus. Sie stammt von Marie Graßhoff und ich finde sie unglaublich praktisch. Ich trage ein, wie viel ich pro Tag schreiben will und die Tabelle rechnet mir alles Mögliche aus:
Mein Monatsziel (selbsterklärend, wie beim NaNoWriMo).
Wie viel ich bereits geschrieben habe.
Wie viel ich in einem bestimmten Monat durchschnittlich pro Tag schreibe.
Und wie viele Wörter ich im Schnitt noch brauche, um das Monatsziel zu erreichen.

Und hier kommt mein Getwittere der letzten Tage ins Spiel. Die Mindestwortzahl, die ich täglich schreiben muss, ändert sich immer mal ein bisschen. Ich gucke die Tabelle an und wähle zunächst einmal die niedrigste Zahl aus. Derzeit ist das bei mir „Durchschnittliche Wörter bis zum Ziel“.
Habe ich diese Wortzahl geschrieben, habe ich sozusagen das Mindestziel für den Tag bereits erreicht. Also schaue ich mir die nächsthöhere Zahl an (derzeit: Tagesziel August) und schreibe so lange, bis ich das geschafft habe. Das ist „Stretchgoal 1“ für den Tag.
Wenn ich danach immer noch motiviert und ideenreich bin, schaue ich mir die nächsthöhere Zahl an. Derzeit besteht „Stretchgoal 2“ darin, mehr zu schreiben, als in der Spalte „Durchschnittlich Wörter täglich“ stehen. Das ist knifflig – denn je mehr ich schreibe, desto höher ist die Zahl, die dort steht .

Habe ich auch das geschafft, gibt es derzeit für mich eigentlich nur noch ein weiteres Ziel – die 1k zu knacken. Wenn ich das geschafft habe, dann bin ich meist ohnehin so müde, dass nicht mehr viel geht.

Man muss dazu sagen: Ich überarbeite. Das bedeutet, ich schaue mir jedes einzelne Kapitel ganzheitlich an, lösche das Überflüssige raus und … schreibe dafür gefühlt doppelt so viel Nützliches rein. Die Wortzahl, die ich mir als „erschrieben“ notiere, ist noch mal abzüglich dessen, was ich lösche.
Wenn ich mir 100 Wörter gutschreibe, kann es auch bedeuten, dass ich 400 Wörter gelöscht und 500 neue Wörter geschrieben habe.
Damit ihr versteht, wieso ich nach mickrigen 1k bis 1,5k so fix und fertig bin – normalerweise schaffe ich nämlich durchaus auch viel, viel mehr 😉 .

 

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