#LOVEWRITINGCHALLENGE – Tag 22 – Weltenbau

Ich dachte ja, das für mich perfekte Thema wäre bereits ausgeschöpft. Und dann kommt die letzte Woche mit Weltenbau daher. Einem Thema, mit dem ich mich extensiv beschäftige und über das ich auch manches Mal gebloggt habe (dieser Blog ist nicht tot. Der schläft nur.) Aber ich habe noch nie erzählt, wie ich selbst Welten baue.

Ein bisschen schon vorher

Manche Dinge müssen definiert werden, bevor es losgehen kann. Egal ob es sich beim Weltenbau um eine einzelne Stadt (#Unparallel), um die fiktionalisierte Variante einer real existierenden Stadt (in #7Leben ist der Protagonist der Rahmenhandlung in einer modernen, realen Großstadt unterwegs, aber natürlich sind etliche Orte fiktiv) oder einer historischen Stadt, deren reales Aussehen ohnehin nur bedingt nachvollzogen werden kann. Baue ich eine komplette Welt, ist also eine Karte des Planeten keine üble Idee, sofern die Charaktere überall mal durchlaufen müssen.

Dinge, die ich ebenfalls zumindest rudimentär schon im Vorfeld zu bauen pflege, sind Sprachen. Es macht mir Spaß, eine Schrift zu entwickeln, mit dieser zu schreiben und dann irgendwelche Sätze zu verfassen. Wobei ich in #7Leben keine gebraucht habe – da habe ich es eher mit Latein und anderen antiken Sprachen zu tun.

Und: Ich nutze sämtliche Bastelbögen, die fruehstuecksflocke und ich entwickelt haben, auch tatsächlich selbst. Es wird eigentlich kein Bogen hochgeladen, den ich nicht vorher auf Alltagstauglichkeit getestet hätte. Wie vollständig ich die ausfülle, hängt aber von Lust und Laune ab. Nicht immer möchte ich schon vor dem Beginn eines Romans akribisch alles durchgeplant haben. Einiges entwickelt sich viel besser, wenn man ein wenig Luft zum Atmen lässt.

So hatte ich für #Unparallel übertrieben kompliziert ein doppeltes Kalendersystem angelegt. Aber eins der Systeme habe ich dann beim Schreiben nie verwendet, das fliegt also wieder raus 😀 .

Spontan mittendrin

Das Meiste passiert eigentlich während des Schreibens. In der Rohfassung erzähle ich mir die Geschichte selbst. Und dabei kommt ohnehin nichts in die Rohfassung, was nicht zwingend für den Plot notwendig ist. Ich hatte beispielsweise vor der Überarbeitung keine Ahnung, was genau die Männer in #Unparallel tragen. Ich hatte zwar detailliert die Kleidung der Frauen beschrieben, dabei aber die Männer größtenteils ausgelassen oder nur vage umschrieben.

Und außerdem weiß ich oft gar nicht, welche Fakten ich vorher festlegen muss, da sie plotrelevant werden. Weil ich als leidenschaftliche Plantserin schlicht keine Ahnung habe, was plotrelevant werden könnte. Bei einigen Dingen weiß ich es und die lege ich auch vorher fest. (Siehe oben)

Bei Welten, die ich komplett neu erstelle – also ganze Planeten oder Planetensysteme – schreibe ich schon mal, halte dann an und notiere mir das Weltenbaudings, das ich da gerade gebaut habe. Damit ich es nicht vergesse.

Das interne Wiki

Für alle meine Projekte, die einen größeren Weltenbau erfordern, habe ich ein internes Wiki. Zugang dazu haben ausschließlich meine vertrautesten Betaleser*innen. Und ich.

Im Falle von MV ist das einfach nur ein einziges Dokument, in dem nach Stichpunkten geordnet eingetragen ist, was es über die Welt drumherum zu wissen gibt (und sich nicht aus dem Text selbst ergibt). Das hat mir oft den Hals gerettet, gerade beim Überarbeiten.

Bei #Unparallel ist das Wiki wesentlich umfangreicher. Es umfasst 18 Dokumente mit Themen wie „Pantheon“, „Kleidung“ und Familiensystem. Und es gibt ein „Überwiki“, in dem ich alle Fakten zu meinen Vampiren sammle.

Von dem internen Wiki für die Magier brauche ich vermutlich gar nicht erst anzufangen. Jeder meiner selbsterfundenen Staaten hat einen eigenen Unterordner. Dazu kommen acht Unterordner nach Themengebieten, von denen einer ein Vornamenslexikon enthält.

Klingt kompliziert? Vielleicht. Aber ich finde es wesentlich einfacher, das Ganze sofort zu sortieren und aufzuteilen, als die Informationen später überall wieder aus dem Manuskript und wirren Notizen zusammensuchen zu müssen. Ich würde niemals weltenbautechnisch komplizierte Dinge ohne ein Wiki angehen.

Das war tatsächlich vergleichsweise kurz und schmerzlos. Wie geht ihr beim Weltenbau vor? Und hättet ihr Interesse daran, die Info-Artikel zu lesen, sobald die zugehörigen Bücher erschienen sind?

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3 Gedanken zu “#LOVEWRITINGCHALLENGE – Tag 22 – Weltenbau

  1. Spannend. Ein Wiki… meinst Du damit einfach eine Sammlung an Inhalten (Texten, Bildern, Mindmaps o. ä. ) oder tatsächlich ein Wiki wie beispielsweise bei Wikipedia (MediaWiki) mit (MySQL-)Datenbank im Hintergrund?

    Ich glaube, genau wie Michael sagt, Hintergrundinfos, die Du zwar hast und auch haben musst, um Deine Geschichte gut erzählen zu können, die der Leser aber nicht braucht oder gar wissen soll, auch gar nicht wissen wollen. Das könnte mir das Flair, die Unnahbarkeit etc. kaputtmachen.

    Gefällt 1 Person

    1. Keine Datenbanken (ich bin ehrlich, ich bin technisch nicht SO versiert, dass ich es hinkriegen würde, dass darauf nur Auserwählte zugreifen dürfen). Ich habe mein Plauderforum 2011 zu einem Schreibforum ausgebaut und dort gibt es für die, die wollen, private Projektgruppen für die eigenen Romane.
      Das Wiki besteht aus Threads in den Unterforen zu meinen Romanprojekten. Beziehungsweise im Falle vom Magierprojekt habe ich mir zig Unterforen angelegt :D, weil es mir nicht mehr übersichtlich genug war.
      Aber PDFs/Worddokumente/Bilder kann ich da auch hochladen bis zu einer gewissen Dateigröße. Da das Forum mit Basistarif betrieben wird, habe ich da kein Limit (übertreibe es aber nicht, Texte in Foren sind für mich und meine Betaleser*innen sowieso besser zu handeln).

      Ja, ich bin sowieso eine Eisbergschreiberin. Meine Rohfassungen geraten so kurz, weil ich oft wenig bis gar nichts erkläre/beschreibe. DAS ist dann oft zu viel der Unnahbarkeit, sodass ich die Infos dann in winzigen Dosen beim Überarbeiten wieder reinstreue, bis es verständlich ist.

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  2. Weltenbau gibt es bei mir in dem Sinne ja nicht (mehr). Damals für meine Sci-Fi-Serie habe ich tatsächlich angefangen, mehrere Dokumente mit Infos anzulegen, damit ich nicht nach zwanzig Romanen auf einmal anfange, Fehler zu machen. Das war noch in der Steinzeit, als an Sachen wie Wikis und dergleichen nicht zu denken war. Aber die Idee finde ich klasse!

    Das mit den Info-Artikeln kann ich dir erst beantworten, wenn ich den Roman gelesen habe. Ich schaue mir auch nicht bei jedem Film das Making-of an 🙂 .

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