#LOVEWRITINGCHALLENGE – Tag 25 – plot-getrieben vs. charaktere-getrieben

Ich bin ehrlich, als ich den Aufhänger für diesen Blogpost schrieb, dachte ich, dass es eigentlich ziemlich klar sein dürfte. Nicht mein Plot bestimmt die Charaktere, son dern die Charaktere den Plot (was auch so wunderbar erklärt, wieso es so oft anders kommt, als gedacht – die haben halt alle ihren eigenen Kopf).

Aber eigentlich ist es gar nicht so einfach.

Man folge dem Charakter – aber welchem?

Gerade überarbeite ich #Unparallel Band 8. Da habe ich allein schon acht Erzählcharaktere (okay, streng genommen sind es sieben…). Und es ist wie mit einer viel zu kleinen Bettdecke. Jede*r von ihnen zieht die Plotdecke ein wenig zu sich, um es wärmer zu haben, als der Rest.

Einige ziehen dabei ganz für sich alleine.

Wieder andere bilden Gruppen, denn selbst wenn die einzelne Figur weniger Decke hat: Wenn man sich aneinanderkuschelt, ist es darunter immer noch wärmer, als ohne Decke.

Da es sich hier um einen vorletzten Band handelt, muss ich alle Figuren an Ort und Stelle bringen, die in Band 9 gebraucht werden, damit das Ende dann ordentlich ablaufen kann. Wie sie das machen, ist mir ja als Plantserin sehr egal – Hauptsache, sie sind spätestens im letzten Kapitel genau dort angekommen, wo ich sie brauche.

Die Charaktere folgen dem Plot?

Meistens eigentlich schon. Gerade weil es so viele sind und alle an der Decke ziehen, um bei der Metapher zu bleiben, kann ich als übergeordnete Instanz sie eigentlich halbwegs in die gewünschte Richtung lenken. All die kleinen Zwistigkeiten im Rahmen der großen Gesamthandlung können sich ja ganz gut aufaddieren und neue Wege ergeben.

Einmal gab es den Super-GAU, von dem ich eigentlich andauernd erzähle, wenn das Thema aufkommt. Ich habe versucht, das, was inzwischen Band 5 von #Unparallel ist, mit der Schneeflockenmethode zu plotten. Da gab es diesen Zwischenschritt, dass man für alle wichtigen Erzählcharaktere aufschreibt, wo sie anfangen und wo sie am Ende der Geschichte sind.

Ich plante für M., 12 (fast 13 und somit heiratsfähig), dass sie das Stigma überwindet, das ihrer Familie nach den Ereignissen in Band 4 anhaftet und es schafft, zu heiraten. Stattdessen hat sie ein paar beeindruckende Tricks vorgezeigt und ist zu einer Art bösen Elsa mutiert. Die Details würden zu sehr spoilern aber… DAS hatte ich so definitiv nicht beabsichtigt. Echt nicht. Das Buch sollte einen völlig anderen Konflikt haben, nicht den. Der kam dann noch hinzu und hat für mich das Chaos komplett gemacht.

Warum passiert sowas?

Eigentlich habe ich gegen besseres Wissen gehandelt. Die Art und Weise, wie M. sich benommen hat, hätte mir eigentlich deutlich machen sollen, dass sie Ärger macht und es zu dem von mir angedachten Happy-End nicht kommen kann. Aber es wäre doch so hübsch gewesen, alle Fäden wären so nett vertäut…

Nein. Ich hätte es wissen sollen. Vielleicht konnte ich nicht ahnen, was genau sie tut (das ist so… ich glaube, das kann man nicht planen, das hat mich völlig umgehauen, ich tippte und glotzte blöd dabei), aber dass es auf eine Konfrontation hinausläuft, hätte ich mir denken können.

Eigentlich gibt es keinen Konflikt

Wenn man die eigenen Figuren gut genug kennt, dann stellt sich die Frage, was die Handlung antreibt, gar nicht mehr. Zumindest bei mir sind die Figuren die Handlung – und wenn ich die Figuren gut genug kenne, ergibt sich der Rest ganz von selbst.

Wie ist es in euren Geschichten? Und habt ihr auch so lustige Anekdoten?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s