#LOVEWRITINGCHALLENGE – Tag 26 – Kuriose Recherche

Es gibt ja diese wunderbaren Memes und sogar Tassen, die besagen: „Liebe Polizei/NSA/werauchimmer – ich bin Autor*in, kein*e Serienkiller*in! Auch wenn mein Browserverlauf etwas anderes sagt.“ Es stellt sich aber hier für mich die Frage, die ich schon im Ankündigungspost aufgeworfen habe: Ist die Recherche für mich kurios oder für Außenstehende?

Dinge, die ich schon recherchiert habe und die für andere schräg sein können

  • Wie lange gibt es im Mittelmeerraum schon Zitronen im heutigen Sinne?

Eine Information, die ich dringend für #Unparallel benötigte. In der Küche der Stadt in diesem Roman spielten Zitronen eine große Rolle – aber was, wenn mir hier der selbe Fehler unterlaufen ist wie denen, die einen antiken Römer mit großem Genuss gekochte Kartoffeln essen lassen? Ich bin da pedantisch.

  • Hielten die alten Griechen ihre Göttinnen für blond oder für dunkelhaarig?

Puh, zum Glück sind ALLE griechischen Göttinnen laut Analyse von irgendwelchen Farbresten auf Statuen blond. Passt mir sehr gut in den Kram, falls ich das Spin-Off zu #Unparallel tatsächlich irgendwann schreibe. (Und ja, es wäre dann wirklich ein Spin-Off. Nicht zu verwechseln mit der Fortsetzung, das ist nämlich #7Leben).

  • Witze aus dem Wilden Westen

Genau. Nicht über, sondern aus. Also: Was haben sich die Menschen in den Saloons so für Sachen erzählt, um mal herzlich zu lachen? Ich habe diese Witze gefunden. Und ich werde sie benutzen.

  • Wie hat man im Altertum Haare aufgehellt?

Das war eins der beklopptesten Kapitel, die ich je geschrieben habe. Aber ja, das war tatsächlich plotrelevent, dass an dieser Stelle Haare aufgehellt werden :D.

Meist findet man Dinge, die sucht man gar nicht

Ich glaube, selbst die schrägste bewusste Suchanfrage ist immer noch nur halb so schräg wie das, was einem so unabsichtlich im Internet begegnet – und was dann von mir für nützlich genug befunden wird, um gespeichert zu werden.

  • Obsidian ist so scharf, dass es beim Schneiden Zellen nicht auseinanderschiebt, sondern direkt durchtrennt

Absolut gruselig, oder? Gefunden habe ich den Fakt zufällig auf einer Creepy-Pasta-Seite. Habe ihn dann nachgeprüft und festgestellt, dass sogar debattiert wurde, Skalpelle aus Obsidian zu schleifen (hat sich nicht bei Operationen an Menschen durchgesetzt). Die Klinge ist einfach viel besser und schärfer, macht saubere Schnittkanten (während selbst der beste Stahl auf molekularer Basis dann doch Zickzackwellen macht), aber natürlich hat ein Glas so seine eigenen Nachteile ;-).

Dass solche Zufallsfunde maßgeblichen Einfluss auf mein Schreiben haben, erkennt ihr dann an der Bedeutung von Obsidian in allen meinen Vampirreihen. Sobald sie draußen sind.

  • High-Heels – die besten Waffen eines Mannes

Dass High-Heels ursprünglich Schuhe für Männer waren, wusste ich. Aber ich stolperte zufällig über einen englischsprachigen Artikel, der sowohl erzählt, wie die hohen Schuhe überhaupt Teil der europäischen Mode wurden als auch, wie sie zu Frauenschuhen wurden. Praktisch, nicht wahr?

  • Wie man eine Fackel hält

Habe ich schon erwähnt, dass es oft die kleinen Dinge sind, die einen Roman so richtig glaubwürdig machen? Hier fand ich, wie man eine Fackel richtig hält.

  • Wie man in Treibsand stirbt

Natürlich habe ich unter meinen Bookmarks auch „24 grausige Foltermethoden aus der Geschichte der Menschheit“ und ähnliche Listen. Aber die zu verlinken, ist nicht sonderlich spannend.

Viel kurioser fand ich den Artikel über Treibsand, denn der wird in Filmen und Büchern sehr gerne völlig falsch dargestellt (erst neulich habe ich mich über die Darstellung in einem Krimi kaputtgelacht, weil die völlig falsch war). Bisher habe ich zwar in meinen Wüsten- und Küstensettings keinen Treibsand verwendet, aber was nicht ist…

Die Frage ist…

… ob das wirklich die kuriosesten Rechercheergebnisse und Zufallsfunde sind. Ich fand die lustig. Aber ich bin Autorin und somit einiges gewohnt. Außerdem kann ich euch gar nicht alle meine Recherchen verraten, wenn ich zumindest in Bezug auf #Unparallel nicht massiv spoilern will, sonst könnte ich euch was von dieser einen Mordmethode erzählen, die ich gefunden habe. Oder sie spoilern #7Leben, sonst könnte ich… lassen wir das ;-).

Was ist auf dieser Liste euer Favorit? Und was war das Kurioseste, was ihr recherchiert habt?

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10 Gedanken zu “#LOVEWRITINGCHALLENGE – Tag 26 – Kuriose Recherche

  1. Ich bin generell relativ recherchefaul, kann mir das bis jetzt aber auch erlauben, da ich entweder von Alltagsdingen schreibe oder Orte und Gegebenheiten eng an dem sind, was ich persönlich gut kenne. Für „Darkride“ etwa, der ja in einem Freizeitpark spielt, konnte ich mir die Recherche sparen, weil ich genügend Details aus meiner jahrelangen Beschäftigung mit dem Thema (inklusive Technik usw.) wusste, um den Roman auch so hoffnungslos zu überfrachten 😉 .

    Dass High-Heels ursprünglich für Männer waren, ist mir allerdings neu. Komisch, man sollte meinen, dass sie dann bequemer gemacht worden wären (schneller Abgang, Kulisse links).

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    1. Du Glücklicher! Ich recherchiere ja sogar, wie z.B. das Wetter an einem bestimmten Tag um eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort in Frankreich war, wenn ich schreibe.
      Klar, braucht man vermutlich nicht, aber ich bin da… ein wenig eigen :D.

      Pfff, ich kann auf den Dingern schneller rennen als in Turnschuhen :P.
      Aber im Ernst fand ich die Argumente schlüssig. Zum berittenen Kampf waren die persischen Schuhe vielleicht wirklich recht bequem (so sehen sie jedenfalls aus – und laufen sollte man in ihnen nicht, nur reiten, von daher…) und der Gedanke „Privileg zu zeigen, indem man unbequeme Dinge trägt“ ist mir nicht unbekannt. Chinesische Aristokratinnen ließen sich 20-30cm lange Fingernägel wachsen, mit denen sie sich nicht mal die Nase kratzen konnten. Als Zeichen dafür, WIE privilegiert sie waren. Muss man nicht verstehen, ist aber etwas, das ich bei meinem eigenen Weltenbau berücksichtige.

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                1. Dort, wo es keine Rolle spielt, schreibe ich das Datum nur für mich hin. Mein Schreibprogramm bastelt mir daraus nämlich einen Zeitstrahl und ich kann checken, ob alles hinhaut :D. Das ist irre praktisch.
                  (Funktioniert sogar mit fiktiven Kalendren, zumindest mit denen, die ich erfinde.)

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